21.09.2014, 00:00 Uhr

So schmeckt unsere Heimat

Xandl Pichler in der selbst gebauten Brauerei. 500 Liter Bier füllt der Vitiser jede Woche ab.

Weltmeisterliche Wurst, international erfolgreicher Käse und Bier im Mondschein: Produkte aus dem Bezirk Waidhofen sind begehrter denn je.

BEZIRK. Wir schreiben das Jahr 2014. Die gesamte Lebensmittelproduktion ist fest in der Hand von Konzernen. Die gesamte Produktion? Nein! Eine Handvoll regionaler Produzenten hört nicht auf erfolgreich Widerstand zu leisten. Die Bezirksblätter begaben sich auf die Suche nach dem unverwechselbaren Geschmack des Bezirkes Waidhofen und testeten die interessantesten lokalen Schmankerl und Produkte.

Weltmeisterliche Wurst

Bei der Fleisch- und Wurstproduktion hat Betriebe aus dem Bezirk Waidhofen sogar weltweit die Nase vorn: Margeritha und Gottfried Herzog dürfen sich seit kurzem mit einem fünffachen Wurst-Weltmeistertitel schmücken. Sie setzten sich bei der Wurst-WM in Wels gegen Konkurrenz aus Deutschland, den USA, Kanada und China durch und errangen je eine Goldmedaille. Die Jury zückte für jede eingereichte Wurst die Höchstnote, wie der Firmenchef berichtet.

Bier bei Mondschein

Alexander "Xandl" Pichler ebenfalls aus Vitis darf sich zwar noch nicht mit einem Weltmeistertitel schmücken, aber er ist mit seinem Bier auf dem besten Weg: Im Jahr 2012 begann er einen eigens angekauften urigen Bauernhof in eine Brauerei zu verwandeln und seitdem freut sich Pichler über steigende Absatzzahlen. Mittlerweile produziert der gelernte Gastrotechniker 500 Liter Bier in der Woche mit der Hilfe seiner Frau und Kinder - Tendenz stark steigend. Seine Brauerei hat er übrigens selbst gebaut. Vier Jahre lang war Pichler schon als Hobbybrauer tätig, bis er seine Passion zum Beruf machte: "Ich dachte mir, g'scheit oder gar net", berichtet der Familienvater beim Besuch der Bezirksblätter. Dabei ist Xandl einmal im Monat sogar nachtaktiv: Sein Mondscheinbier wird nur bei Vollmond gebraut. Ob er davon leben kann? "Ich brauche nicht viel. So lange ich mir Essen und Trinken leisten kann. Obwohl: Trinken mache ich mir ja eh selber", lacht Xandl.

Käse für 40 Länder

Wurst und Bier, da fehlt doch noch etwas für die zünftige Jause. Der Käse. Vor 23 Jahren begann Käsemacher-Gründer Hermann Ploner mit einer eigenen Käserei. Mittlerweile führt seine Tochter Doris das Unternehmen von der Zentrale in Vitis aus. Der Waldviertler Käse sowie die Antipasti aus der Hand der rund 200 Mitarbeiter werden mittlerweile in 40 Länder exportiert. Die Käse-Manufaktur macht mittlerweile einen Umsatz von rund 22 Millionen Euro pro Jahr. Gerade werden neue Produkte entwickelt wie die Geschäftsführerinnen Doris Ploner und Tanja Hahnl berichten: "Wir arbeiten gerade an neuen Aufstrichen auf Schafstopfen- und Sauerrahmbasis." Ganz im Gegensatz zu Industrieprodukten, bei denen hauptsächlich mit Margarine gearbeitet wird.
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