10.04.2018, 11:09 Uhr

So überleben Sie im Waldviertler Forst

Typische Städter im Wald: Leicht bekleidet aber ohne Plan. (Foto: pixabay)

Vergessen Sie Ihr Outdoor-Seminar: Hier kommt das härteste Survivaltraining der Welt - und wie Sie es überleben.

WALDVIERTEL. Das Waldviertel: wildromantische Schönheit, raues Klima, ehrliche Leut und unberührte Natur machen diese Region zur erwiesenermaßen schönsten der Welt. Doch bei so viel Pracht und Anmut gibt es natürlich einige Dinge zu beachten, will man hier überleben: Für unsere Sonderausgabe zum Thema Holz haben wir die wichtigsten Tipps gesammelt.


Wald ist nicht gleich Wald

Sie nennen die drei verhungerten baumähnlichen Pflanzen im Park ihrer Heimatstadt einen Wald? Dann halten Sie sich bitte vom Waldviertel fern! Unsere Forste sind düster, dunkel, neblig und natürlich kalt - zumindest Sie als Großstädter würden das so beschreiben. Nicht einmal die alten Römer haben sich hierher gewagt. Für uns ist es einfach der schönste Ort der Welt!


Wildromantisch schön sind unsere Wälder.

Lassen Sie Ihr T-Shirt ruhig an

Sie trauen sich also doch in einen unserer Forste? Ausgezeichnet, Sie haben zumindest sowas ähnliches wie Eier in der Hose! Tun Sie sich selbst einen Gefallen und ziehen Sie etwas über ihr T-Shirt. Ja, ihr Skioverall dürfte entsprechend sein.

Wie, es ist Frühling und die Sonne scheint? Bitte, probieren Sie es aus. Lassen Sie sich aber nicht irriteren: Ein echter Waldviertler rennt natürlich im kurzen Leiberl durch den Wald. Aber das machen wir immer so, sobald das Thermometer mehr als acht Grad minus zeigt.


Deshalb wird nie eine Alien-Invastion über einen Waldviertler Forst stattfinden.

Nein, das waren keine Aliens

Natürlich haben unsere Bäume eine gesunde Farbe. Ihnen wird auffallen, dass viele davon aber mit kryptischen Symbolen in Neonfarben markiert sind.

Nein, das waren keine Aliens, die von hier aus ihre Invasion planen, sondern anständige Waldviertler Forstarbeiter, die ihre Bäume eben gerne etwas bunter haben. Stimmt zwar auch nicht, aber wir lassen Sie jetzt einfach einmal in dem Glauben. (Also gut: diese Bäume wurden in Wahrheit zum Fällen markiert, weil sich ein eingeschleppter Ami-Käfer darin breit gemacht hat. Der Borkenkäfer ist damit die einzige bekannte fremde Lebensform, die in einem Waldviertler Wald überleben kann.)

Nur nebenbei: ein Alien-Angriff über einen Waldviertler Forst wäre ohnehin zum Scheitern verurteilt. Die kommen wahrscheinlich wie Sie mit Shorts und Flipflops daher...


Angriff der Roboter: Nein, das ist nicht die Superwaffe aus dem Arsenal eines Comic-Schurken.


Die Roboter kommen

Das bringt uns zum nächsten Punkt: Wenn Sie in unseren Wäldern plötzlich vor einem hausgroßen Roboter mit Spinnenbeinen und Kettensägen an den Armen stehen, gilt: keine Panik. Sie haben nicht das geheime Waffenlabor eines Comic-Superschurken entdeckt, sondern sind auf ganz normale Waldarbeiter gestoßen.

Wir nennen die Dinger übrigens "Harvester" und im Waldviertel können selbst Achtjährige solche Maschinen durch den Wald navigieren. Denken Sie dran, wenn Sie das nächste Mal Witze über die "voll argen Waldviertler" reißen.


Staudenrauschen: Das sollten Sie in unseren Wäldern besser sein lassen..

Sex im Wald: Sie sind nicht allein!

Sie denken, unsere Wälder sind vollkommen ruhig und man kann die Natur genießen? Das ist nur, weil Sie uns Waldviertler gar nicht sehen. Ihre Liebste zu einem romantischen Schäferstündchen mitzunehmen ist übrigens keine gute Idee. Sie werden nämlich längst von einem Jäger beobachtet, der sich innerlich halb tot lacht, warum Sie textilfrei auf stechenden Fichtennadeln rummachen. Für wolllüstige Zweisamkeiten gibt es bessere Orte im Waldviertel - siehe hier.


G'schmackige Schwammerl!

Finger weg von unseren Schwammerln

Sie kennen diese Plastikschalen im Supermarkt mit "urvielen" Champignons drin? Passt, kaufen Sie die, bevor Sie in unseren Wäldern auf Schwammerlsuche gehen. Nein, nicht weil wir Ihnen ihre magere Ausbeute neidig wären. Wir Waldviertler lassen Sie ja nur das finden, was wir Ihnen stehen gelassen haben. Genau das sollte Ihnen verdächtig vorkommen. Sie wollen schließlich keine Sauce aus Knollenblätterpilzen machen. Wirklich. Ach ja: und den leicht dubiosen Kerl aus dem nächsten Dorf zu fragen ob denn der Pilz eh nicht giftig ist, ist auch nicht schlau. Wenn Sie Pech haben, sagt der: "Jaja, kein Problem" und denkt sich in Wahrheit: "Was soll's, ein Großschädlerter weniger"

Tipp für Profis: Wenn Sie plötzlich doch ganz viele Schwammerl finden, sollten Sie sofort umkehren. Dann haben Sie sich wahrscheinlich in die Wälder des Truppenübungsplatzes verirrt und die Chance, dass unter dem "Noagal" (Eierschwammerl) eine explosive Überraschung wartet, ist groß.


Der Wald ist gefährlich!

Sie merken, unsere Wälder sind alles andere als harmlos. Wenn Sie all das überlebt haben, kommen noch wütende Wildschweine, rasende Teenager auf ihren Mopeds, ganze Gruben aus giftigen Abfällen von Generationen, schießwütige Jäger und freilaufende Hunde dazu. Also, bevor Sie unsere Wälder unsicher machen empfehlen wir lieber einen Ausflug in den Amazonas-Regenwald. Der gilt zwar mit seinen giftigen Insekten, Schlangen und Pflanzen als der gefährlichste der Welt, aber als Waldviertler kostet uns das natürlich bloß einen müden Lacher!

Mehr hilfreiche Überlebenstipps finden Sie hier.
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