11.02.2018, 00:00 Uhr

Waffen im Bezirk Waidhofen: Trend zur Selbstverteidigung

Bezirksblätter-Redakteurin Katrin Mehner-Prohaska machte den Selbsttest bei der Schützengilde Waidhofen. Die überwiegende Mehrheit der im Bezirk verkauften Waffen sind für den Schießsport. Es gibt aber einen Trend zur Waffe für die Selbstverteidigung.

Die Zahl der Waffenbesitzer im Bezirk steigt. Auch wenn der Großteil der Waffen für den Sport verwendet wird, setzen viele auf den persönlichen Schutz.

BEZIRK WAIDHOFEN. Die Niederösterreicher sind Österreichs Waffennarren: Über 78.000 besitzen derzeit zumindest eine Schusswaffe – insgesamt gibt es mittlerweile über 285.000 Pistolen, Gewehre und Flinten im Land. Der Trend: steigend. Doch warum bewaffnen sich immer mehr Menschen in unserem vermeintlich sicheren Land? Die Bezirksblätter haben Waffenbesitzer gefragt.

Eine Bewohnerin aus Waidhofen (Name der Redaktion bekannt), ist seit 2012 im Besitz einer Kleinkaliberpistole. Damals entstand ihre Leidenschaft für den Schießsport - und sie entschloss sich den Waffenschein zu machen. "Natürlich spielt da der Sicherheitsgedanke auch eine Rolle", so die Waidhofnerin. Seitdem absolviert die junge Frau regelmäßige Übungseinheiten mit ihrer Pistole.

Doch unterliegt der Besitz einer Waffe auch einer strengen Kontrolle, wie die Waidhofnerin bestätigen kann: mindestens einmal im Jahr klopft die Polizei an die Tür und kontrolliert ob die Waffe ungeladen und korrekt - sprich abgeschlossen - aufbewahrt wird.

Nicht jeder schafft den Test

Büchsenmachermeister und Waffenhändler Michael Miedler aus Waidhofen bestätigt den Trend zur Waffe im Haus. Vor allem 2015 zur Flüchtlingskrise stieg die Nachfrage nach Waffen an. "Diese Kurve flacht aber wieder ab", so der Experte. Dennoch: "Es gibt schon Kunden, die in abgelegenen Gegenden wohnen und eine Hauswaffe haben wollen".

Aber nur etwa 20 Prozent kaufen Waffen zur Selbstverteidigung, der Großteil sind Sportschützen und ein kleiner Teil Jäger. "Die steigende Zahl der registrierten Waffen sei etwas irreführend, denn: "Die meisten Sportschützen haben zwei Waffen und dann gibt es noch Sammler mit mehreren hundert Exemplaren".

Miedler bietet auch psychologische Gutachten für den Waffenführerschein an: "Da wird schon genau selektiert und es kommt nicht jeder durch".

49 verbotene Waffen

Was auffällt: Im Bezirk gibt es darüber hinaus 49 registrierte Waffen der Kategorie A - sprich verbotene Waffen und Kriegsmaterial. Dabei dürfte es sich hauptsächlich um 1994 verbotene Pump-Guns (abgesägte Schrotflinten) handeln. Besitzer derartige Waffen durften diese damals behalten, erklärt Bezirkshauptmann Günter Stöger. Doch der Bestand von Pump-Guns dürfte aber langfristig sinken: "Viele Besitzer geben sie auf legalem Wege ab", so Stöger.

Waffenbesitz im Bezirk

Kategorie A: 49 verbotene Schusswaffen und Kriegsmaterial wie Pump-Guns, Maschinengewehre etc.
Kategorie B: 2495 Faustfeuerwaffen wie Revolver und Pistolen sowie halbautomatische Schusswaffen und Repetierflinten
Kategorie C: 3685 Büchsen
Kategorie D: 429 Flinten
Insgesamt: 6658
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