31.05.2017, 09:47 Uhr

Alltagsbegleiter soll pflegebedürftigen Waidhofnern helfen

Viele ältere Menschen im Bezirk wünschen sich einen Helfer, wenn sie einen Einkaufsbummel machen oder im Garten arbeiten wollen - da soll der Alltagsbegleiter einspringen. (Foto: Archiv)

835 Menschen im Bezirk Waidhofen brauchen Pflege: Ein neuer Beruf soll ihnen jetzt den Alltag erleichtern.

BEZIRK. Ein neuer Beruf soll Menschen ein möglichst selbstständiges Leben im Alter ermöglichen. Ab Ende 2017 sollen 2.000 so genannte "Alltagsbegleiter" pflegebedürftigen Menschen zur Seite stellen. Dabei unterstützen die Helfer Pflegebedürftige bei alltäglichen Tätigkeiten, wie beim Einkaufen, Anziehen, im Haushalt oder gestalten die Freizeit - und sind natürlich ein wertvoller Gesprächspartner.

835 Menschen befinden sich aktuell im Bezirk in stationärer oder mobiler Pflege. 67 davon haben eine 24 Stunden-Betreuung. Die Unterstützung durch „Alltagsbegleiter“ soll eine Alternative zur 24-Stunden-Betreuung bieten. Diese sei teurer und werde von vielen gar nicht benötigt, heißt es dazu beim Land. Die neuartige Betreuungsform soll über Trägerorganisationen wie die Caritas, die Volkshilfe und das Hilfswerk angeboten werden. Ziel ist es Personen bis zur Pflegestufe eins zu helfen, die nicht medizinische Betreuung in Anspruch nehmen möchten.

Das Land will dafür einen eigenen Lehrgang entwickeln und das Berufsbild nach Deutschem und Schweizer Vorbild schaffen. Voraussetzung für die Ausbildung zum Alltagsbegleiter seien ein 16 Stunden Erste Hilfe Kurs, ein Tagespraktikum im mobilen Bereich, etwa beim Hilfswerk oder bei der Caritas, und ein Mindestalter von 18 Jahren. Angeboten werden solle die Ausbildung über Schulen für Betreuungsberufe oder als Kurse der Trägerorganisationen. Die Ausbildung umfasse 100 Stunden Theorie und 40 Stunden Praktikum. Im Herbst soll die Ausbildung beginnen und Ende 2017 soll es die ersten Ausbildungsabschlüsse geben.

Pflegedienste hoffen auf Entlastung des Personals

Bei den Pflegediensten im Bezirk erwartet man sich durch den neuen Alltagshelfer eine deutliche Entlastung des Personals, wie Gerlinde Oberbauer von der Volkshilfe berichtet. "Viele Menschen fühlen sich mit körperfernen Tätigkeiten wohler. Das könnte unseren Personalnot mildern". Denn: das Personal in der mobilen Pflege ist ausgelastet, Nachwuchs schwer zu finden. Die Trägerorganisation helfen sich aktuell gegenseitig aus. Ähnlich sieht das auch Erwin Silberbauer von der Caritas. Silberbauer ist aktuell allein in den Bezirken Waidhofen und Zwettl auf der Suche nach 20 Mitarbeitern: "Der Alltagsbegleiter ist eine super Chance in einen Pflegeberuf einzusteigen und später eventuell die Ausbildung zur Heimhelferin zu machen".

Der Alltagshelfer könnte also vielen Menschen im Bezirk helfen: "Viele unserer Kunden wollen einfach nur einen ausgedehnten Einkaufsbummel machen, wofür unsere Heimhelfer sehr wenig Zeit haben. Oder auch gemeinsame Gartenarbeit wird oft gewünscht, was wir so in dieser Form aber nicht anbieten können", so Oberbauer. "Das ist eine gute Sache, wenn der Alltagsbegleiter Tätigkeiten ausüben kann, die wir jetzt nicht dürfen", so Silberbauer.
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