24.01.2018, 10:09 Uhr

Landtagswahl: Das liegt unseren Schülern am Herzen

Die Kandidaten der Landtagswahl standen Schülern Rede und Antwort. (Foto: Koller)

Die Schüler der HTBLA Karlstein brachten bei einer Podiumsdiskussion die Kandidaten der Landtagswahl mit ihren kritischen Fragen ins Schwitzen.

KARLSTEIN. Das große Thema war die mäßig vorhandene Infrastruktur im Waldviertel und die Anbindung von öffentlichen Verkehrsmitteln an den Schulstandort Karlstein. 

Roman Zibusch von der SPÖ ist auch Lehrlingsausbilder der Firma Pollmann. "Ich kenne das von meinen Lehrlingen, in Karlstein fährt ein Bus zu Mittag und einer am Abend, das war's. So kann es nicht weitergehen." Er will sich deshalb mit den Verkehrsbetrieben zusammensetzen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. 

Georg Ecker von den Grünen ist dafür, dass alle Öffis in einem Bundesland mit einem Ticket genutzt werden sollen. "Das 365 Euro Ticket führt zu einer Nutzungssteigerung der öffentlichen Verkehrsmitteln und dadurch wird auch der Ausbau vorangetrieben." Er ist der Ansicht, dass im Waldviertel in diesem Bereich massiver Verbesserungsbedarf herrscht. "Die Leute sollen nicht gezwungen sein, mit dem Auto zu fahren", so Ecker. "Die Umfahrungen von Zwettl und Maissau hätte man auch kleinspuriger bauen können und das Geld in andere Dinge investieren können wie zum Beispiel den Breitband Ausbau."

Auch Darius-Angelo Djawadi von den NEOS findet, dass eine Waldviertel-Autobahn nicht das dringendste Thema ist: "Mir ist eine andere Autobahn für das Waldviertel wichtiger, nämlich der Daten Highway."

Bettina Rausch von der ÖVP befindet ebenfalls eine Investition in den Breitbandausbau im Waldviertel als notwendig.

Doch mit der Digitalisierung steigt auch die Kriminalität im Netz. "Die Politik tut zu wenig gegen Hacker und Diebstahl im Internet", meint Jugendsprecher Georg Ecker. 

Gottfried Waldhäusl von der FPÖ wurde von einem Schüler auf die Ärzteabwanderung angesprochen mit der Frage, wie sich diese verhindern ließe. Waldhäusl ist der Meinung, dass auch in ländlichen Regionen Hausärzte zur Grundversorgung gehören. Da in nächster Zeit ein Großteil der praktizierenden Ärzte in Pension geht, soll die Ausbildung für junge Interessierte durch attraktive Bezahlung im Beruf entschädigt werden. Auch die Schließung der gynäkologischen Station im Krankenhaus Waidhofen will der Clubobmann nicht tolerieren. "Jedes Landeskrankenhaus braucht eine Grundversorgung, dazu gehört auch eine Gyn. Man kann darüber nicht hinwegschauen und ich werde mich weiter dafür stark machen."

Im Bereich der Bildung meint Lehrlingsausbilder Zibusch, dass es immer weniger Auszubildende im Waldviertel gibt. "Unternehmen im Waldviertel wollen ihre Fachkräfte selbst ausbilden", meint er. 

FP-Waldhäusl erwähnt in diesem Zusammenhang, dass es mehr Schulstandorte geben sollte und die Schulautonomie gestärkt werden solle. "So individuell wie die Menschen sind, sollen auch die Schulen sein". 

Dieser Meinung ist auch Bettina Rausch (ÖVP). "Tertiäre Bildung gibt es hier nicht. Das ist ein Manko."

SPÖ-Zibusch wurde auf den Sinn hinter den Wahlplakaten mit Franz Schnabl angesprochen. Zibusch erklärt, dass der Spitzenkandidat dadurch nun um einiges bekannter ist und "es zwar eine Gradwanderung war, aber der Grund war, Spaß an der Politik zu haben und diesen an Personen weiterzugeben". 

Zum Abschluss wurden die Kandidaten von einem Schüler gebeten, ihm in einem Satz zu sagen, warum er genau sie wählen sollte.
Darius-Angelo Djawadi von den NEOS führt die Jungend ins Feld: "Weil sich Politik nicht nur am 60-jährige, sondern auch an 16-jährige richten sollte und dadurch auch an die nächste und übernächste Generation denkt." Für Georg Ecker von den Grünen ist klar: "Weil es Dinge gibt, die nur wir machen, zum Beispiel Umweltschutz und Breitbandausbau." Gottfried Waldhäusl von der FPÖ: "Weil eine Stimme für Gottfried Waldhäusl keine Stimme für eine Partei, sondern eine Stimme für den Menschen ist."
Roman Zibusch: "Weil ich für Handschlag-Qualität und eine zweite Meinung stehe." Bettina Rausch betonte die Leistungen der ÖVP: "Weil die Volkspartei gezeigt hat, dass wir das Land kulturell und wirtschaftlich dahin gebracht hat, wo es jetzt ist."
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