15.06.2018, 00:00 Uhr

Was die EU im Bezirk Waidhofen wirklich bringt

845.000 Euro flossen in das Projekt Thaya 2020 und setzt hauptsächlich auf Umweltqualität und Ökosystemdienstleistungen. (Foto: Wikimedia Commons/KarlGruber)

Wir sind Nettozahler. Stimmt, aber für jeden investierten Euro erhält Niederösterreich und damit auch der Bezirk Waidhofen drei Euro zurück.

BEZIRK WAIDHOFEN. Vorurteile über die Europäische Union gibt es viele. Abseits von der Gurkenkrümmung (die es in der behaupteten Form nie gab) ist eines der hartnäckigsten: Wir zahlen viel mehr in die Fördertöpfe der Union ein, als wir zurückbekommen und wirtschaftlich schwächere Länder profitieren.

Der Faktencheck

Zeit für einen Faktencheck: Wie sähe der Bezirk Waidhofen ohne EU-Gelder aus? Rund 495 Millionen Euro an EU-Fördermittel sind 2017 nach Niederösterreich geflossen - davon geht natürlich ein großer Brocken in die Landwirtschaft, aber auch im Bildungs- und Gesundheitswesen wird im Bezirk Waidhofen investiert. Was die wenigsten wissen: auch im Hochwasserschutz steckt eine Menge Geld der Union. Im Bezirk Waidhofen beläuft sich die Summe, die allein in das Rückhaltebecken in Ludweis investiert wurden auf 51.591,98 Euro. In Obergrünbach wurde in den Wasserrückhalt und Erosionsschutz 105.995,79 Euro an Unionsgeldern investiert.

Auch die Wirtschaft profitiert, wie aus aktuellen Zahlen des Landes hervorgeht. So wurde dank Förderungen beim Tiernahrungsspezialisten Pro Pet auf besonders umweltfreundliche, weil deutlich energieeffizientere Produktionsmethoden umgestellt. Im Rahmen des Projekts "Gemeinsam grenzenlos gesund" wurden 569.000 Euro in gemeinsame grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in Niederösterreich, Südmähren und Südböhmen investiert. Im Rahmen des Projektes "EDUGARD" wird grenzüberschreitende Bildung für Kinder und Pädagogen im naturwissenschaftlichen Bereich angeboten. Förderhöhe aufseiten Niederösterreichs: 464,284,90 Euro.

Landesrat Martin Eichtinger bestätigt: „Die NÖ Landespolitik setzt die finanziellen Mittel enorm gut ein. So wird ein Euro nach Brüssel gezahlt, wir holen aber drei Euro an EU-Förderungen nach Niederösterreich.“ Die Bilanz im Bezirk Waidhofen: insgesamt 1.644.085,67 Euro sind in die Region zurückgeflossen.
0
1 Kommentarausblenden
611
Helmut Böhm aus Waidhofen/Thaya | 16.06.2018 | 07:19   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.