12.09.2016, 07:54 Uhr

Laser-Technik aus Horn beugt dem Wassermangel in Kalifornien vor

HORN. Ende September hebt vom Mammoth Yosemite Airport in Zentral-Kalifornien ein Spezialflugzeug der US-Weltraumbehörde NASA ab, das die auch im Spätsommer schneebedeckten, bis zu 4.400 Meter hohen Berge der Sierra Nevada überfliegen wird. An Bord der Maschine mit dem Namen „Airborne Snow Observatory“ ist ein Laser-Scanner der in Horn ansässigen Firma Riegl Laser Measurement Systems. Aufgabe des in einem kleinen Metallkasten am Rumpf des Jets untergebrachten High-Tech-Gerätes: die exakte Höhe der Schneedecke an bestimmten Punkten des Gebirgszuges zentimetergenau zu messen.

„75 bis 80 Prozent aller vorhandenen Wasserreserven Kaliforniens stammen aus der Schneeschmelze der Sierra Nevada“, erklärt NASA-Projektleiter Tom Painter. Um den seit geraumer Zeit unter anhaltender Trockenheit leidenden Bundesstaat auch in Zukunft zuverlässig mit dem lebensnotwendigen Nass zu versorgen, sei es enorm wichtig zu wissen, „wie groß zu einer bestimmten Jahreszeit die Menge an Schnee ist, in welcher Höhenlage und wie schnell er schmilzt.“ Diese Informationen seien essentiell für die Wasserversorger, die Landwirtschaft und Kraftwerksbetreiber.

„Unsere Messungen helfen den Behörden, bei drohender Dürre rechtzeitig entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen“, sagt Johannes Riegl, Marketingchef des Waldviertler Unternehmens. Immerhin leben allein in der nahen San Francisco Bay Area rund 2,6 Millionen Menschen. Geflogen ist das „Airborne Snow Observatory“ mit dem High-Tech-Laser zum Zweck der Schneehöhen-Bestimmung heuer auch schon zweimal in Colorado über dem Rio Grande Basin, dem Quellgebiet des Rio Grande in den Rocky Mountains.

Seit 1978 beschäftigt sich Riegl in Horn mit der Entwicklung und Herstellung von Laser- und Radartechnik sowie Elektrooptik. Auf diesem Sektor bietet das Unternehmen das weltweit größte Produktspektrum und liefert Instrumente für Öl-Terminals, Container-Häfen, den Flugzeugbau bis zu Laser-Geräten für Sicherheitsbehörden. Neben Großkunden, wie z.B. den japanischen Autobauern Mitsubishi oder Honda, arbeitet Riegl auf dem Entwicklungssektor auch eng mit diversen internationalen Organisationen – etwa der europäischen Weltraumorganisation ESA – zusammen. Riegl-Instrumente finden sich in den großen Seehäfen von Rotterdam, Abu Dhabi und Kobe genauso wie auf Flughäfen. So sind u.a. die Airports Wien-Schwechat und Stockholm mit Riegl-Geräten zur Entfernungsmessung andockender Jets ausgerüstet.

Mit 170 Beschäftigten hat Riegl 2015 einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro erwirtschaftet. Bei einem Exportanteil von 99 Prozent beliefert der Waldviertler Spezialbetrieb vor allem den EU-Raum, die USA und China. Riegl hat mehr als 60 nationale und internationale Patente angemeldet. (mm)
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