30.000 Bachforellen-Eier für die Ybbs

Christian Pechhacker (Fischereiaufseher Waidhofen/Ybbs) und Ybbsfreund Christoph Friesenegger
  • Christian Pechhacker (Fischereiaufseher Waidhofen/Ybbs) und Ybbsfreund Christoph Friesenegger
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WAIDHOFEN. Seit 2008 bewirtschaften die Ybbsfreunde ein Fischereirevier an der Ybbs auf Basis eines ökologisch orientierten Konzeptes. Um einen natürlichen Fischbestand zu sichern, greifen die Experten verstärkt zu speziellen Besatzmaßnahmen, wie etwa „Artificial Nesting“ oder „Cocooning“. Auch heuer wurden auf diese Weise wieder 30.000 Bachforellen-Eier in die Ybbs entlassen.

„Artificial Nesting“

Ybbsfreund Christoph Friesenegger: „Artificial Nesting und Cocooning sind die natürlichste Art einen Fischbesatz durchzuführen. Unsere Besatzmaßnahmen sollen die Forellen-Population nachhaltig schützen, da die Fische von klein auf in der Ybbs aufwachsen und nicht von einem Zuchtbetrieb geliefert werden.“
Die der Natur naheste Methode ist die des „Artificial Nesting“ (künstliche Laichbetten). Hierzu wird an geeigneten gut durchströmten Stellen im Bach mechanisch der vorhandene Kies gesäubert. Anschließend werden mit dem gereinigten Kies künstliche Laichbetten hergestellt. In diese werden die Eier mittels eines geeigneten Trichters eingebracht. Die Fische schlüpfen und wachsen von klein an in ihrer natürlichen Umgebung auf und sind künftig in der Lage selber zu laichen und sich zu vermehren.

„Cocooning“

Cocooning verfolgt als nachhaltige, ökologisch orientierte, fischereiliche Bewirtschaftungsform ebenfalls das Ziel, in einem Gewässer letztendlich sich selbst erhaltende Populationen zu etablieren. Das Einbringen befruchteter Eier in Brutboxen in den Hauptfluss bzw. in geeignete Nebengewässer orientiert sich weitgehend an der natürlichen Reproduktion. Durch den Aufbau der Kokons können die natürlichen Verhältnisse, die für ein Aufkommen von Fischbrut erforderlich sind, simuliert werden. In die mit Kies- und Steinfraktionen aufgefüllte Brutkammer werden befruchtete Fischeier eingebracht und, nachdem der verschlossene Kokon im Flussbett eingegraben wurde, unter quasi natürlichen Verhältnissen erbrütet.
Dem Prinzip des »homings« (Rückkehr zum Ort der Geburt) folgend, können bei dieser Methode potenzielle Laichplätze ausgesucht, die Boxen dort exponiert und so möglicherweise neue Laichplätze, zu denen laichfähige Fische später zurückkommen können, initiiert werden.

Die Ybbsfreunde

Die Fischergemeinschaft "Ybbsfreunde" betreibt für EVN und Stadtgemeinde ein 6,6 km langes Fischereirevier südlich von Waidhofen/Ybbs. Es reicht von der alten Stadtgrenze am Sattelgraben bis zum Fallbachgraben an der Grenze zu Opponitz. Dieser Abschnitt der Ybbs ist besonders artenreich und ein idealer Platz für Fliegenfischer. Die Hauptfischarten sind Bachforelle, Regenbogenforelle, Äsche und Koppe. Dieser Ybbsabschnitt gehört zu den schönsten Bereichen des Alpenvorlandes.
Ziel der Ybbsfreunde ist es durch ökologisch orientierte Besatzmaßnahmen, den langfristigen Äsche- und Forellenbestand in der Ybbs zu sichern.

Weitere Infos unter www.ybbsfreunde.at

Autor:

Eva Dietl-Schuller aus Waidhofen/Ybbstal

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