Beruf mit Zukunft im Ybbstal

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BEZIRK. "Ich wollte einen Beruf, der zu mir passt", erklärt Bernhard Mistelbauer aus Waidhofen. Er ist aktuell im letzten Dachdecker-Spengler-Lehrjahr bei der Waidhofner Firma Leichtfried. "Davor hab ich Zimmerer gelernt. Jetzt kann ich ein ganzes Dach machen", schmunzelt der 22-Jährige.

Ein "Ja!" zur Lehre

"Mich haben die beiden Berufe schon immer fasziniert. Handwerklich und auch das Arbeiten mit den Materialien. Das passt einfach zu mir", so Bernhard Mistelbauer. "Es ist wichtig, dass sich Jugendliche früh genug zur Lehre informieren. Der direkte Kontakt und damit direkte Berufsinformation in den Betrieben ist da ein ganz toller Zugang", so der Amstettner Wirtschaftskammer-Obmann Reinhard Mösl. Bei der diesjährigen Aktion öffneten 35 Bildungsmeilebetriebe ihre Türen. Knapp 3.000 Schülerkontakte konnten heuer gezählt werden. Christian Marko, Maschinenbautechnik-Lehrling bei der Firma voestalpine Precision Strip, brachte sein Beruf sogar ins Ausland, als Praktikant einer Firma in Großbritannien. "Das war eine tolle Chance, auch mal in einem anderen Land zur arbeiten", so der Kematner. Auch so mancher weltreisender "Zauberlehrling" kommt schon aus dem Bezirk. Die jüngsten Beispiele sind wohl Matthias Maderthaner (Tischler bei Bene) und Wolfgang Brand-stetter (Elektrotechniker bei Oberklammer) aus Waidhofen, die bei den World Skills, den Berufsweltmeisterschaften, in Abu Dhabi teilgenommen haben.

Die "Zauberlehrlinge"

Miriam Auer (Tischlerin im ersten Lehrjahr bei Bene) holte sich den ersten Platz im Bundesbewerb der Wirtschaftskammer. Jennifer Gruber, Tischlereitechnikerin bei Bene, erreichte den ersten Platz beim Landesbewerb. Hoch hinaus beim Landesbewerb kam auch Bernhard Mistelbauer, Dachdecker bei Leichtfried. Er ergatterte den ersten Platz. Katharina Heim, Bäckerin und Konditorin bei Hartner, holte sich heuer gleich zwei Meisterbriefe ab – und war damit die Einzige in ganz Niederösterreich. „Nicht für jeden ist eine lange schulische Laufbahn das Richtige. Es gibt viele Möglichkeiten, um im Beruf erfolgreich zu sein", betont etwa Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer, der etwa auf das "Karriere Clubbing" im Ybbstal verweist. "Willi Hilbinger zeigt den Jugendlichen aus der Region mit dem Karriere Clubbing sehr viele Möglichkeiten auf“, so Krammer, der einmal im Jahr alle fertigen Lehrlinge zu einem Empfang einlädt. „Jeder, der kommt, kann einen Nagel in einem besonderen Stock im Eisen einschlagen. So drücken wir in Waidhofen unsere Wertschätzung für den Lehrberuf aus“, sagt Krammer.

BEZIRKSBLÄTTER: Warum ist Ihnen das Thema „Lehre als Türöffner“ ein so großes Anliegen?

WERNER KRAMMER: Durch die Lehrausbildung könnten viele Jugendliche rasch in eine erfolgreiche und vielversprechende berufliche Zukunft starten.
Wo sehen Sie die größten Herausforderungen, mehr Jugendliche zur Lehre zu bringen?
Gefordert sind gerade Eltern und Schulen. Bei der Berufsfindung und Zukunftsplanung der Kinder sollten Eltern die Talente ihrer Kinder berücksichtigen und auch Gymnasien sollten in der Unterstufe bei der Berufsorientierung stärker als bisher die Lehrausbildung in den Fokus rücken.

Welche Maßnahmen müssen gesetzt werden, um die Lehre zu stärken?

Wir haben uns als Arbeitnehmerbund intensiv mit Experten das Thema Lehre angesehen und nach dem Motto „Niemand soll zurückbleiben, viele sollen weiter vorankommen“ unsere Ideen zur Stärkung der Lehre formuliert. Wir wollen mit verschiedenen Zusatzmodulen während der Berufsschulzeit motivierte Lehrlinge fördern und unterstützen, indem sie mehr über Unternehmensführung lernen oder sich stärker im Fach vertiefen können. Andererseits wollen wir Lehrlingen, die bisher die Abschlussprüfung nicht geschafft haben, mit Teilprüfungen auch mehr berufliche Anerkennung zukommen lassen.





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