18.10.2017, 08:00 Uhr

Waidhofner Erfinder rettet die Frösche

Mit seiner automatischen Siebreinigung will Alfred Oismüller Amphibien vor dem Tod retten und ist damit sogar für den NÖ Innovationspreis nominiert.

WAIDHOFEN/YBBS. Automatische Siebreinigung, um so rasch wie möglich grobe Verschmutzungen aus dem Wasser zu entfernen und dadurch eine zusätzliche Nährstoffbelastung zu verhindern: Diese Technik hat der Schwimmteich- und Naturpoolbauer Alfred Oismüller aus Waidhofen entwickelt und auf den Markt gebracht. "Bei den herkömmlichen Produkten landen immer wieder Amphibien im Sieb. Sie können sich selbst aber nicht mehr herausretten und kommen darin um", erklärt Waidhofner Alfred Oismüller. Ein Zustand, der den Erdbau-Spezialisten so gewurmt hat, dass er sich eine Tierschutz-Lösung überlegte.

Frosch und Lurch

Bei seiner Technik wird das Teichwasser zwar ebenfalls angesaugt, durch ein großes Laubsieb entsteht aber keine gefährliche Saugwirkung für die Tiere, wodurch sich diese im Skimmer frei bewegen können und nicht umkommen.
"Frösche und Lurche können rausklettern", so der Waidhofner. Durch die Strömung angesaugter Schmutz wird durch die Wellenbewegung und Wind an die Oberkante des Siebes und den Überlauf des Teiches getrieben.
Jetzt heißt es allerdings Daumen drücken für den Daniel Düsentrieb aus Waidhofen. Denn mittlerweile hat Alfred Oismüller das Patent angemeldet und ist für den Niederösterreichischen Innovationspreis in der Kategorie der kleineren Unternehmen nominiert. "Ich bin unter den ersten drei. Den Innovationspreis nach Waidhofen zu bringen wäre toll", so der findige Unternehmer.

Und so funktioniert es

Bei herkömmlichen Skimmer wird das Teichwasser durch den Skimmer gesaugt und in den Teich zurück gepumpt, die an der Wasseroberfläche schwimmenden Verschmutzungen aber auch Amphibien werden durch die Strömung angesaugt, wobei sich die Amphibien nicht mehr selbstständig vom Sieb mit circa 20 x 30 Zentimetern befreien können und umkommen, auch der angesammelte Schmutz muss täglich händisch durch Herausnehmen des Siebes und Abspülen entfernt werden um Schäden an den Pumpen zu verhindern.

Bei dieser Entwicklung wird ebenfalls Teichwasser durch den Skimmer gesaugt und in den Teich zurück gepump. Durch das große Laubsieb im neuen Skimmer von circa 75 x 50 Zentimetern entsteht aber keine gefährliche Saugwirkung für Amphibien wodurch sich diese frei im Skimmer bewegen können und nicht umkommen. Ein diesbezügliches Sachverständigengutachten hat er bereits in Auftrag gegen. Und so funktioniert die Technik: Der durch die Strömung angesaugt Schmutz wird durch die Wellenbewegung von Badenden und Wind an die Oberkante des Siebs (zugleich Überlauf des Teiches) getrieben. Bei Aktivierung der Rückspülung wird quasi durch Strömungsumkehr das Teichwasser in den Skimmer gepumpt. Dadurch schließt sich die Skimmerklappe und der Wasserspiegel im Skimmer steigt an bis er an der Oberkante des Siebes die angesammelten Verschmutzungen in den Überlauf und danach in ein angrenzendes Biotop ableitet.
Betrieben wird unser Skimmer mit Luftheberpumpen, da sich in diesen Pumpen keinerlei drehende oder mechanische Teile befinden, sind diese Pumpen absolut verschleißfrei und für Amphibien völlig ungefährlich. Die dazu notwendige Membranluftpumpe mit 35 Watt Stromaufnahme braucht bis zu 90 Prozent weniger Strom und ist bis zu 80 Prozent günstiger bei der Anschaffung zu herkömmlichen Teichpumpen.
Gesteuert wird die Rückspülung zurzeit durch ein Logikmodul und einen Drucksensor im Skimmer. Den Skimmer gibt es in zwei Größen, wobei die Funktionsweise und der Aufbau ist beiden Größen gleich ist: mit circa 150 x 50 x 50 Zentimetern, eventuell bei Platzmangel, sowie die lange Ausführung mit circa 200 x 50 x 50 Zentimetern für eventuell erforderliche zusätzliche Pumpen, etwa für einen Wasserfall.
0
1 Kommentarausblenden
227
Mag.iur.Helmut Böhm aus Waidhofen/Thaya | 19.10.2017 | 08:38   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.