Diskussion um Integrationspolitik in Gleisdorf mit Gastredner Ferry Maier

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Ferry Maier, ehemals NR-Abgeordneter der ÖVP, später von der Regierung bestellter Flüchtlingskoordinator und heute in leitender Position bei der Allianz „Menschen.Würde.Österreich“, war Gastredner bei einem Treffen oststeirischer Flüchtlingsinitiativen in Gleisdorf.

Der Gast aus Wien ging anhand konkreter Zahlen und Fakten auf die Versäumnisse der früheren und gegenwärtigen Regierung in der „Flüchtlingsfrage“ ein. So sei es unverständlich, wenn 1 600 Beamte die etwa 1000 Asylanträge pro Monat nicht in angemessener Zeit bewerkstelligen könnten. Neben der unverhältnismäßig langen Verfahrensdauer sei auch die Qualität der Verfahren immer noch alarmierend. Rund 40% der Erstbescheide werden von der nächsten Instanz aufgrund widersprechender Angaben widerrufen!

Das wichtigste Thema für alle ist – neben dem Spracherwerb - die Frage der beruflichen Integration. "Während in Deutschland jeder Flüchtling nach drei Monaten Zugang zum Arbeitsmarkt besitzt, werden die Hürden bei uns immer höher. Auch unter den im Bezirk Weiz untergebrachten Asylwerbern gibt es zahlreiche junge Männer, die seit drei Jahren ohne Job auf den Abschluss ihres Verfahrens warten. Aber auch jenen, die gerne als Lehrlinge in Mangelberufen unterkommen könnten, bleibt der Weg versperrt. Und:Wie soll Integration gelingen, wenn die dringenden Geldmittel für Sprachkurse und Arbeitsmarkt drastisch gesenkt werden?", so Gastredner Maier.

Die rege Diskussion machte deutlich, Integrationspolitik benötigt neue Perspektiven, fernab von ständiger Angstmache und Verunsicherung. Ferry Maier mahnte in seinem Vortrag: „Es braucht die gelingende Integration als Voraussetzung für ein friedvolles Miteinander!“

In vielen Gemeinden der Region gibt es seit Jahren eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern, wird Integration im Kleinen erfolgreich gelebt. Die wichtigen Entscheidungen fallen aber auf Bundesebene. Die Vertreter der oststeirischen Flüchtlingsinitiativen und Vereine zeigten sich entschlossen, die aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung nicht schweigend hinzunehmen, sie formulierten abschließend drei Forderungen an die Politik:
Rasche Qualitätsverbesserung bei der Abwicklung der Asylverfahren.
Zugang zur Lehre für Asylwerbende in Mangelberufen.
Ausreichende Geldmittel für die Eingliederung von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt.

Autor:

Ulrich Gutmann aus Weiz

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