Heimische Betriebe im Kampf gegen den Plastikmüll

300 Jahre brauchen Plastikflaschen um zu verrotten. Dennoch landen sie immer wieder auf Wanderwegen oder Straßenrändern.
2Bilder
  • 300 Jahre brauchen Plastikflaschen um zu verrotten. Dennoch landen sie immer wieder auf Wanderwegen oder Straßenrändern.
  • Foto: Pixabay/RitaE
  • hochgeladen von Martina Rosenberger

24 Kilogramm Plastikverpackungsmüll produzieren wir durchschnittlich pro Person innerhalb eines Jahres. Damit liegt man im Bezirk Weiz knapp über dem steirischen Schnitt von 23,2 Kilogramm pro Jahr. Der Verpackungsmüll wird im Bezirk Weiz nach Graz zur Firma Saubermacher gebracht und dort sortiert. Verwertbare Teile werden dabei dem Recycling zugeführt, der nicht verwertbare Anteil kommt in die Verbrennung.

Richtig Trennen

Von diesen Verpackungen aus Kunststoff und Verbundstoff, wie Getränkeflaschen, Joghurtbecher oder Obstnetze, sind kaputte Gebrauchsgegenstände aus Kunststoff, wie Spielzeug oder Zahnbürsten zu unterscheiden, die in den Rest-oder Sperrmüll gehören. Der Verpackungsmüll aus Plastik kommt dagegen in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. Im Abfallwirtschaftsverband des Bezirks Weiz verweist man dennoch darauf, dass rund 20 Prozent des Restmülls aus Kunststoff oder Verbundstoff sind. Die Hälfte davon ist eigentlich kein Restmüll, sondern Verpackung und gehört in den Gelben Sack. Obwohl die Trennung im Großen und Ganzen relativ gut funktioniert, gibt es Verbesserungspotential. Problematischer sieht man im Abfallwirtschaftsverband die Entsorgung in Wäldern, auf Wanderwegen oder Straßenrändern. Eine PET-Flasche braucht mehr als 300 Jahre bis sie verrottet. Zudem landet dadurch verstärkt Mikroplastik in der Natur.

Pizzeria verzichtet auf Plastik

Dass Plastikmüll immer wieder in der Natur landet, veranlasste auch den Inhaber der Pizzeria Azzurro in St. Ruprecht zum Plastikverzicht. "Ausschlaggebend für uns war ein Fernsehbeitrag, bei dem ein Plastik-Strohhalm aus der Nase einer Schildkröte gezogen wurde", erklärt Inhaber Silvio Neffe. In der Pizzeria verzichtet man daher ab sofort auf Plastik. Die Eislöffel sind nun aus Holz, die Eisbecher aus Papier und die Cocktailspieße aus Bambus. Auch die Strohhalme werden durch biologisch abbaubare Materialien ersetzt. "Unsere Umstellung ist zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber irgendwo muss man ja anfangen", meint Neffe. Um unnötige LKW-Kilometer zu sparen, setzt man in der Pizzeria auch auf regionale Vertriebspartner.

Heimische Vorreiterrolle

Regionale Lieferanten und die Reduktion von Plastikmüll werden vom Lebensmittelladen "Bioinsel Rosenberger" schon seit Jahren forciert. Viele Produkte können dort bereits verpackungsfrei erworben werden. Bei Produkten, die dennoch eine Verpackung benötigen, setzt man auf Papiersackerl oder Pfandflaschen. In der Feinkostabteilung rät man den Kunden, eigenes Geschirr mitzunehmen, um auch hier den Verpackungsmüll so gering wie möglich zu halten. Thomas Rosenberger, Inhaber der Bioinsel, betont die Vorreiterrolle, verweist aber auch auf die Herausforderungen. Die Suche nach Plastikalternativen, sei immer auch eine Preisfrage. Der komplette Plastikverzicht sei aus Hygiene-und Haltbarkeitsgründen meist nicht möglich. Dennoch versucht man den Plastikverbrauch so gut wie möglich zu reduzieren. Das Pfandsystem in Kooperation mit den regionalen Bauern funktioniert beispielsweise sehr gut.

Trendwende?

Thomas Rosenberger zeigt sich auch erfreut über den derzeitigen Trend in Richtung Plastikreduktion, der sich auch im Großhandel bemerkbar macht. Ein deutlicher Rückgang des Plastikmülls im Bezirk ist beim Abfallwirtschaftsverband derzeit allerdings noch nicht zu erkennen.

300 Jahre brauchen Plastikflaschen um zu verrotten. Dennoch landen sie immer wieder auf Wanderwegen oder Straßenrändern.
Die Pizzeria Azzurro möchte auf Plastik verzichten und setzt nun auf nachhaltige Verpackungsmaterialien.
Autor:

Martina Rosenberger aus Weiz

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Wirtschaft

Corona-Krise gemeinsam meistern
Hilfe vor Ort mit dem österreichweiten Netzwerk #schautaufeinander

In Ausnahmesituationen wie diesen stehen die Menschen zusammen und helfen sich gegenseitig. Die Regionalmedien unterstützen dies in allen Bundesländern und Bezirken Österreichs mit dem Netzwerk #schautaufeinander. Hier könnt Ihr Dienste suchen oder anbieten, die uns gemeinsam durch diese Krisenzeiten helfen. Du suchst jemanden, der/die notwendige Lebensmittel nach Hause liefert? Du willst dich in deiner Nachbarschaft nützlich machen, oder gibst online Nachhilfe? Dann poste doch deinen...

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen