Nachhaltige Verpackung
Hier wird alten Dingen neues Leben eingehaucht

Für die Umwelt: Gudrun Eggenreich und Petra Schlösinger recyceln Stoffe und hauchen ihnen ein neues Leben ein.
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Die Nähmaschinen rattern, es wird eifrig gemessen und geschnitten, und vom Nebenraum dringt der frische Duft von Waschmittel herüber – in der Werkstatt der Gemeinnützigen Dienstleistungsgesellschaft der Region Weiz (kurz DLG) spürt man das nachhaltige Engagement der Mitarbeiter. Denn im dritten Stock des denkmalgeschützten Weberhauses am Südtiroler Platz in Weiz geben die DLG-Mitarbeiter nicht nur Stoffen, sondern auch Menschen eine zweite Chance. 
Gefördert von der Stadt Weiz, vom AMS, dem Land Steiermark und der Europäischen Union ist es seit 1997 ihr Bestreben Menschen, die Schwierigkeiten haben auf dem regionalen Arbeitsmarkt eine Anstellung zu finden, zu fördern.

Zweite Chance für den Arbeitsmarkt

Die sogenannten Transit-Mitarbeiter arbeiten eine begrenzte Zeit lang unter der Anleitung von qualifizierten Sozial- und Berufspädagogen, um mehr Selbstbewusstsein zu erhalten und  damit ihre Chancen beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt zu erhöhen. 
Dabei arbeiten sie zusammen mit den DLG-Mitarbeiterinnen in vier Bereichen: Essen auf Rädern, Reinigungsservice, Näh-und Bügelservice sowie Garten- und Grünraumservice.

Stoffe erhalten ein zweites Leben

Ein großer Teil ihrer Arbeit beschäftigt sich jedoch auch mit der Umwelt. "Wir sind bemüht immer neue Produkte zu entwickeln, um den Umweltgedanken hoch zu halten", so Gudrun Eggenreich von DLG. Im Reinigungsservice werden deshalb möglichst ökologische Reinigungsmittel verwendet und teilweise sogar selbst hergestellt.
Besonders Nachhaltigkeit liegt ihnen am Herzen, deshalb werden in der Werkstatt allerlei Stoffe recycelt und aufgewertet (upcycling). "Wir wollen mit gutem Gewissen verpacken und verwenden daher nur österreichische Stoffe mit Bio-Zertifikat", erzählt Petra Schlösinger, Werkstattleiterin. Im Vorjahr wurden allein 3.000 Leinen-Taschen für die umliegenden Gemeinden genäht. Aber das ist ihnen nicht genug! In der Werkstatt von Petra Schlösinger werden allerlei recycelte Produkte hergestellt: Brottaschen aus Leinen, Kosmetikpads aus alten Handtüchern einer Tapezierwerkstatt, sogenannte"Furoshiki"-Verpackungstücher für Geschenke, Obstsackerl aus alten Vorhängen, Turnsackerl aus Markisenstoffen oder Notebook-Taschen aus alten Transparenten. "Wir verwenden neuwertige Stoffen, die aus alten Aufträgen übrig geblieben sind oder verwerten Stoffe, die wir gespendet bekommen", erzählt Eggenreich.

So werden die Stofftaschen genäht

Am Zuschneidetisch der DLG werden die Stoffrollen in mehreren Lagen übereinander gelegt, beschwert, die einzelnen Stoffteile eingezeichnet und dann zugeschnitten. Danach geht es an die Nähmaschinen! So entstehen natürliche, regionale Taschen aus Österreichischen Leinen in drei Varianaten: Shopper, Hipster oder Umhänger.

Do it yourself Video:

Neue Projekte in Planung

Hier wird alles selbst genäht oder auch konzipiert. Gerade erst tüfelt Werkstattleiterin Petra Schlösinger an der Lösung einer Seitenabdeckung für ein Doppelkabinenfahrrad (mehr zum "Herzrad" aus St. Ruprecht), das bis Mai im Einsatz sein soll. Auch eine alte Plane der Stadt Weiz wurde zu einer Lastenrad-Abdeckung umfunktioniert. So funktioniert upcycling! 
"Im Prinzip kann jeder diese Sachen selber nähen", erklärt die erfahrene Näherin Petra Schlösinger mit einem Lächeln – deshalb werden gerade Nähworkshops geplant, die die Grundtechniken des Nähens vermitteln sollen.

Neues Geschäftslokal wird eröffnet

Bei so vielen Arbeiten wird die Werkstatt im 3. Stock schön langsam zu klein – damit der Zugang zu den Mitarbeitern in Zukunft erleichtert wird, siedelt die DLG zusätzlich ins Erdgeschoss. Am Donnerstag, 12. März, wird um 11 Uhr das neuen Geschäftslokals eröffnet. "Damit haben die Kunden die Möglichkeit ihre Bestellungen aufzugeben, Nähaufträge abgeben oder gleich vor Ort anmessen lassen", erklärt Eggenreich.

Autor:

Nadine de Carli aus Weiz

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