Lebendige Erinnerungen in Zeitzeugengesprächen

Die Zeitzeugin Hermin Liska vor den Roll-ups der Ausstellung "Lebendige Geschichte", die den Schulen in Verbindung mit dem Zeitzeugen Gespräch kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.
5Bilder
  • Die Zeitzeugin Hermin Liska vor den Roll-ups der Ausstellung "Lebendige Geschichte", die den Schulen in Verbindung mit dem Zeitzeugen Gespräch kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.
  • Foto: Harald Schober (5)
  • hochgeladen von Magdalena Posch

An der NMS Ratten fand kürzlich das 250. Zeitzeugen-Gespräch im Bezirk Weiz statt. Diese Gespräche werden vom Verein Lila Winkel kostenfrei für Schulen organisiert und allein im Schuljahr 2017/18 nahmen bereits rund 890 Schüler und 82 Lehrkräfte teil.

Lila Winkel beschäftigt sich mit der Dokumentation und Aufarbeitung des Schicksals unschuldiger Opfer und dient der Förderung aller Maßnahmen und Tätigkeiten, welche dem Gedenken an die Opfer, der Aufarbeitung der NS-Zeit in historischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht sowie der gesellschaftlichen und rechtlichen Rehabilitierung der Betroffenen dienlich sind.

Geschichte wird greifbar
Ein Schüler schrieb in das "Buch der Erinnerungen" von der vom Bundesministerium anerkannten Zeitzeugin Hermine Liska: "Es ist unglaublich. Ihre Willensstärke macht Sie zu einer Heldin. Sie sind ein großes Vorbild für mich und hoffentlich auch für andere. Ich danke Ihnen für diesen ausführlichen Einblick in diese grausame Zeit und hoffe, dass Sie noch vielen Jugendlichen diese Chance geben können."
Hermine Liska erzählte in Ratten von ihren Erfahrungen während des NS-Regimes. Als 11-jähriges Mädchen verweigerte sie das Singen von patriotischen Liedern oder das Tragen von nationalsozialistischen Uniformen. Sie wurde daher aus ihrer Familie genommen und zur Umerziehung in ein NS-Jugendheim in Völkermarkt und später in eine Anstalt in München gesteckt. Sie blieb ihren Überzeugungen treu und überstand eine schlimme Zeit voller Tränen und Sorgen.

Bewahren der Erinnerung
Seit 2002 ist Hermine Liska anerkannte Zeitzeugin, die mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung eine DVD mit dem Titel “Erziehungsproblem eines Diktators” veröffentlicht hat. Hermine Liska hat ihre zu Herzen gehende Geschichte vor über 170.000 Schülern in ganz Österreich erzählt; darüber hinaus auch an Elite-Universitäten in den USA, wie Harvard, Stanford oder dem Boston College und im Holocaust Museum in Los Angeles. Für ihre Tätigkeit als Zeitzeugin wurde ihr am 12. Mai 2016 das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark und am 13. September 2016 das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich verliehen.

Wie wichtig das Erinnern an die Schreckensherrschaft während der NS-Zeit ist, zeigt unter anderem eine Aussage des spanischen Philosophen George Santayana: "Wenn man sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist man verurteilt, sie zu wiederholen."

Weitere Infos zum Verein unter Lila Winkel.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen