Lob und Kritik für Lkw-Winterfahrverbot

Mit der geplanten Verordnung sollen Bergungseinsätze wie im letzten Jahr zukünftig vermieden werden.
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  • Mit der geplanten Verordnung sollen Bergungseinsätze wie im letzten Jahr zukünftig vermieden werden.
  • Foto: FF St.Kathrein/Hauenstein (2)
  • hochgeladen von Martina Rosenberger

Das geplante Winterfahrverbot für Lkws übers Alpl sorgt für gespaltene Reaktionen.

Das geplante Winterfahrverbot auf der B72 übers Alpl wurde von LR Anton Lang zwar erst in Begutachtung gegeben, dennoch gehen bereits jetzt die Wogen hoch. Betroffene Unternehmer, Politiker und auch die Bevölkerung zeigen sich gespalten.
Die Verordnung beinhaltet ein Fahrverbot für Sattelkraftfahrzeuge mit über 7,5 Tonnen Gesamtgewicht in der Zeit von 1. November bis 15. April. Grund dafür sei, dass Sattelkraftfahrzeuge besonders in den Wintermonaten, selbst bei angelegten Schneeketten, fallweise hängenbleiben und damit die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs erheblich beeinträchtigen.

Bürgermeister erfreut

In den betroffenen Gemeinden zeigt man sich grundsätzlich erfreut. "Die Vorfälle von hängen gebliebenen Lkw´s und deren Bergung durch die Freiwillige Feuerwehr der umliegenden Gemeinden sind dokumentiert und durchaus keine Seltenheit mehr", erklärt Peter Knöbelreiter, Bgm. der Gemeinde St. Kathrein/Hauenstein. Die Feuerwehren würden dabei an ihre Grenzen kommen. "In unserer kleinen Gemeinde sind werktags oft nur wenige Mitglieder für derartige Bergenotfälle zur Verfügung, weil sie selbst berufstätig sind", so Knöbelreiter. Zudem würden die technischen Ausrüstungen der Feuerwehr oft nicht ausreichen. Bis benötigte Fremdgeräte wie z.B.: Kräne für die Bergung organisiert seien, vergehen oft Stunden, so lange herrsche dann Chaos am Alpl. Dabei dürfe man nicht vergessen, welch wichtige Verkehrsader die B72 über das Alpl für den täglichen Individualverkehr der Region ist und welch hohem Gefahrenpotential jeder Verkehrsteilnehmer und jeder freiwillige Helfer in diesen Situationen ausgeliefert ist. Er verstehe aber auch die Einwände von Seiten der Wirtschaft. Ähnlich sieht dies Regina Schrittwieser, Bürgermeisterin der Gemeinde Krieglach. Auch sie begrüßt das geplante Winterfahrverbot.

Wirtschaft wehrt sich

Weniger erfreut über das geplante Fahrverbot zeigt man sich in der WKO Weiz. Die Verordnung gefährde demnach die Entwicklung und Wirtschaft im Feistritztal. Die B72 sei die Lebensader für diese Region und verbinde das Feistritztal mit der Obersteiermark und auch mit dem Großraum Wien. "Jede Beeinträchtigung des wirtschaftlichen Verkehrs tut deshalb besonders weh", meint Vinzenz Harrer, Regionalstellenobmann der WKO Weiz.
Einer, der von der geplanten Verordnung direkt betroffen wäre, ist Unternehmer Peter Herbitschek. Der Betrieb mit rund 300 Arbeitnehmern aus der Region hat seinen Hauptstandort in Ratten. Die Hauptzulieferanten sind auf die Zulieferung über das Alpl angewiesen. Bei einer Wintersperre müssten die Lieferanten große Umwege über Graz und Weiz in Kauf nehmen, die sich letztlich auch in höheren Preisen wiederspiegeln würden. Der Hauptarbeitsbereich der Fa. Herbitschek liegt im Mürztal bzw. im Süden von Niederösterreich, die von steirischer Seite über die Achse B72 und S6 am effizientesten zu erreichen sind. "Unsere Frachter fahren schon seit Jahren ohne jegliche Probleme über das Alpl, da wir mit den Straßenverhältnissen in unserer Region vertraut sind", erklärt Peter Herbitschek. Damit der Betrieb auch weiterhin marktfähig agieren kann, sei man auf die direkte Anbindung der B72 an die S6 über das Alpl angewiesen.
Die Verordnung selbst befindet sich noch in Begutachtung. Um letztlich wirksam zu werden, muss die Verordnung nach der Begutachtung von der Steiermärkischen Landesregierung angenommen werden.

Mit der geplanten Verordnung sollen Bergungseinsätze wie im letzten Jahr zukünftig vermieden werden.

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