Neues Wildwarnsystem (mit Video)
Mehr Verkehrssicherheit für Mensch und Tier

Mehr Sicherheit für Mensch und Tier: das wollen die Bürgermeister der Teststrecken (Thomas Derler aus St. Kathrein/O. und Johann Schirnhofer aus Pöllau), LH-Stv. Anton Lang, Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof Saurau und Franz Zenz vom Straßenerhaltungsdienst.
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  • Mehr Sicherheit für Mensch und Tier: das wollen die Bürgermeister der Teststrecken (Thomas Derler aus St. Kathrein/O. und Johann Schirnhofer aus Pöllau), LH-Stv. Anton Lang, Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof Saurau und Franz Zenz vom Straßenerhaltungsdienst.
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Als österreichweit erstes Pilotprojekt ist heute ein Wildtierschutz-Warnsystem auf der Brandlucken gestartet.

Die Sicht in der Dämmerung ist schlecht, man passt eine Sekunde nicht auf oder überschätzt die eigene Geschwindigkeit und schon kracht man mit dem Auto in ein ahnungsloses Tier. Solche Wildunfälle passieren jährlich über 7.800 Mal in der Steiermark, weiß Franz Mayr-Melnhof Saurau, Landesjägermeister. "Bisher haben klassische Wildwarnsysteme immer versucht, das Wild von der Straße fernzuhalten – jetzt gehen wir den umgekehrten Weg und wollen die Verkehrsteilnehmer vor herannahendem Wild warnen", erzählt Franz Zenz, Leiter des Steirischen Straßenerhaltungsdienstes, von dem neuen Wildtierwarnsystem.

Das Animot-System schützt Mensch und Tier

Die Firma "Animot", ein österreichisches Start-Up-Unternehmen aus Niederösterreich, hat Wildwarngeräte entwickelt, die nicht – wie bisher üblich – das Wild abhalten sollen die Straße zu queren, sondern die durch gelb blinkendes Licht die Verkehrsteilnehmer warnen, wenn sich ein Lebewesen dem Straßenrand nähert. Das Ziel: nachhaltigen Reduktion der Wildunfallzahlen und damit Erhöhung der Verkehrssicherheit für Mensch und Tier. 
Nun wird dieses neue Systems erstmals in Österreich auf zwei steirischen Teststrecken erprobt: Auf je 600 Metern der L 355 Sommeralmstraße und der L 448 Gschaiderstraße. "Ein Vergleich der beiden Strecken ist interessant, weil die L355 vom Verkehr her anders ist als die L 448", weiß Projektleiter Wolfgang Steiner von der Boku in Wien. Die Sommeralmstraße hat weniger Verkehr und wird gleichmäßig über den Tag mit hohem touristischen Einmalfahrern frequentiert – hier kommen Wildunfälle auch am Tag vor. Wohingegen die Gschaiderstraße zu den typische Verkehrsspitzen am Morgen und am Abend von Einheimischen befahren wird, die jeden Tag auf der Strecke pendeln.

Auch Menschen, die sich der Straße nähern, werden von dem Warnsystem erkannt und warnen die Autofahrer.
  • Auch Menschen, die sich der Straße nähern, werden von dem Warnsystem erkannt und warnen die Autofahrer.
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Wie funktioniert das System?

Das Animot-Gerät detektiert das Gelände auf Bewegung und Körperwärme und beginnt zu blinken, wenn sich ein Lebewesen nähert. Das System blinkt nicht nur bei Wildtieren, sondern bei jedem Lebewesen, sofern Bewegung und Körperwärme vorhanden sind und es mindestens so groß ist wie ein Feldhase.
Das Gerät wird am Leitpflock montiert und hat eine Reichweite bis zu 25 Meter. "In Österreich sind die Leitpflöcke entlang des Straßenrands mit 33 Meter Abstand aufgestellt – somit sichergestellt, dass es in Längsrichtung keine „Lücken“ gibt", weiß Robert Loder-Schranz von Animot. Die Geräte sind energie-autark, haben einen Akku und sind per Software miteinander vernetzt – und wenn ein Gerät ein Lebewesen detektiert hat, blinkt dieses und die beiden Nachbarn – d. h. immer 3 Geräte zugleich blinken. Damit können Verkehrsteilnehmer besser gewarnt werden.
Um den Autofahrern dieses neuartige System anzuzeigen, wurde zwei Beschilderungen konzipiert, die Beginn und Ende der Teststrecke markieren und das Wildwarnsystem erklären. Laut Robert Loder-Schranz müssen die Verkehrsteilnehmer nur eines beachten: "Bei Licht bremsbereit fahren!" Denn wie Projektleiter Steiner weiß, gibt es auf den ausgewählten Teststrecken jährlich etwa 15 Verkehrstote. "80 Prozent dieser Unfälle passen aufgrund von unangepasster Geschwindigkeit", so Steiner. "Die Bremsbereitschaft steigt durch ein gefahrbereites Fahren und Früherkennung."

Gemeinschaftsprojekt für mehr Sicherheit

Das System wurde als Gemeinschaftsprojekt vom Straßenerhaltungsdienst (STED), der Jägerschaft und Verkehrssicherheit des Landes organisiert. Animot stellt die Geräte zur Verfügung und wartet das System, der STED macht die Beschilderung und die Jagdpächter liefern die Wildunfalldaten zur Evaluierung an Wolfgang Steiner. Die Teststrecken werden in den nächsten fünf Jahren ständig evaluiert und angepasst – und können nach erfolgreicher Pilotphase weiter ausgeweitet werden.
"Jeder Unfall, den wir vermeiden können, kann menschliches Leid und hohe Sachschäden verhindern", sagt Verkehrs- und Tierschutzreferent, LH-Stv. Anton Lang. "Wir haben fast 5.000 Kilometer Landesstraßen in der Steiermark. Wir müssen uns anschauen, wo der Einsatz dieses Systems notwendig ist. Durch die Jägerschaft wissen wir von den neuralgischen Punkten, wo der Wildwechsel am stärksten ist", so Lang weiter. Aber: "Verkehrssicherheit kann nicht gratis sein", so Lang weiter – 50.000 Euro wurden hierfür eingesetzt.

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