Tipps vom AWV
Müllvermeidung vor Müllentsorgung

Die Abfallberater des AWV Weiz: David Kraxner, Melanie Rauchenberger und Bianca Moser-Bauernhofer.
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  • Die Abfallberater des AWV Weiz: David Kraxner, Melanie Rauchenberger und Bianca Moser-Bauernhofer.
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Wie man richtig Müll trennt oder ihn bestenfalls sogar vermeidet, darüber klärt der Abfallwirtschaftsverband Weiz auf.

Jährlich fallen bei jedem der 90.000 Einwohner im Bezirk Weiz durchschnittlich etwa 440 Kilogramm Müll zuhause an. Davon wäre jedoch viel vermeidbar – durch ein aufmerksameres Kaufverhalten und bessere Mülltrennung. Denn 15 Kilogramm landen pro Einwohner fälschlicherweise immer noch im Restmüll. 
Der Abfallwirtschaftsverband Weiz klärt auf, wie Mülltrennung richtig funktioniert und wie wir alle damit einen kleinen Teil zum Umweltschutz und Müllreduktion beitragen können.

Abfallhierarchie

"Wer seinen Abfall reduzieren und damit etwas für den Klimaschutz leisten will, der hält sich einfach an die Abfallhierarchie", rät Abfallberaterin Bianca Moser-Bauernhofer. Dazu muss man eine fünf Stufen-Skala befolgen, wie sie von der EU vereinheitlicht wurde:
1. Abfallvermeidung, 2. Vorbereitung zur Wiederverwendung, 3. Recycling, 4. Sonstige Verwertung (z.B. energetisch) und 5. Beseitigung.

1. Müllvermeidung
Die einfachste Regel zur ´Abfallvermeidung: Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen. Durch persönlichen Verzicht und nachhaltige Überlegungen bei der Kaufentscheidung vermeiden Abfall am besten. "Der Konsument sollte nachdenken vor seinem Kauf", warnt Moser-Bauernhofer, denn nicht alle Angebote der Lebensmittelindustrie sind so gut wie sie auf den ersten Blick scheinen. Beispielsweise gibt es momentan ein Revival der Aludosen oder Einweg-Flaschen – die jedoch viel Müll produzieren. Auch die Anzahl an Elektro-Kleingeräten nimmt enorm zu, da man so gut wie alle somit Batterie, Akku oder Kabel kaufen kann. Hier gilt es zu überlegen, ob man wirklich jedes Kinderspielzeug oder Alltagsgerät in elektronischer Form benötigt.

2. Vorbereitung zur Wiederverwendung
Auch bekannt als "Reuse". Die Wiederverwenden von Produkten wird bei uns bereits mit vielen Organisationen gelebt. Anstatt gebrauchte Kleidung, Geschirr oder Geräte wegzuwerfen können sie an Caritas-Läden gespendet werden, per Willhaben wiederverkauft oder in die Re-Use-Box des AWV gesteckt werden. Dafür gibt es einen eigenen Sticker, der auf eine beliebige Schachtel geklebt wird und dann zu einer Sammelstelle gebracht oder abgeholt werden kann. 

3. Recycling
Recycling bedeutet, gebrauchte Stoffe wieder neu zu verwerten – das stoffliche Recycling ist die beste Form davon. Damit das möglich ist, müssen die Produkte sortenrein aufgeteilt werden.

4. Sonstige Verwertung
Zu sonstigen Verwertungen zählt zum Beispiel die thermische Verwertung, also Verbrennung. 

5. Beseitigung

Sobald etwas im Restmüll landet bleibt nur mehr die thermische Verwertung als letzte Lösung. Daher also der Appell: Den Restmüll so klein wie möglich zu halten! Das funktioniert nur mit sinnvollem Mülltrennen und schonst so die Umwelt und das Geldbörserl, denn wir zahlen für die Verpackung genauso wie für die Entsorgung.

Anreize zum Mülltrennen

Um den Müllverbrauch zu reduzieren hat der AWV Weiz bereits einige Anreize für müllreduzierende Alternativen geschaffen: wie die Komposterförderung (der AWV zahlt 50 Prozent des Anschaffungswertes), einen Zuschuss für Mehrweg-Stoffwindeln, einen kostenlosen Verleih von Mehrwegbechern für Veranstaltungen oder einen Geschirrverleih. Auch das Abfall-ABC und extrige Vorsammeltaschen können in den Gemeindeämtern abgeholt werden.

So trennt man Müll richtig

Trotz der vielen Informationen und Schulungen die von den Abfallberatern abgehalten werden, gibt es noch immer viele Müllsünder im Bezirk. Ein kleiner Teil macht durch Unwissenheit Fehler bei der Mülltrennung, aber der Großteil entsteht durch Bequemlichkeit – Mülltrennen wird als aufwändig angesehen. Daher ist es wichtig, die Gewohnheiten zu ändern, dann wird die Mülltrennung ganz einfach.
Wer sich schwer tut, bei der Entscheidung in welchen Sack der Müll gehört befolgt am besten den Tipp der Abfallexpertin: "Zuerst entscheiden, ist es ein Produkt oder eine Verpackung?" Verpackungen gehören dann in Altpapier, Metall, Glas oder Leicht-Verpackung (Plastik) getrennt. Dann bleibt nur noch der Restmüll für Produkte und der Biomüll für Lebensmittel-Abfälle.
"Nur wenn der Müll getrennt wird, kann man wieder etwas daraus entstehen", so Bianca Moser-Bauernhofer.

Autor:

Nadine de Carli aus Weiz

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