Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum

"Tanno" holt Tannenholz für Häuser, Möbel und Naturprodukte direkt aus den umliegenden Wäldern. Regionale Sägebetriebe schneiden es, und ansässige Betrieben verarbeiten es.
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  • "Tanno" holt Tannenholz für Häuser, Möbel und Naturprodukte direkt aus den umliegenden Wäldern. Regionale Sägebetriebe schneiden es, und ansässige Betrieben verarbeiten es.
  • Foto: Tanno
  • hochgeladen von Lisa Maria Klaffinger

Auch heuer wieder werden viele Menschen gegen Weihnachten hin zur heimischen Tanne greifen. Weshalb gerade die Tanne eine so gute Wahl ist, und dass es eine regionale "Tanno"-Gemeinschaft gibt, die viel mehr kann als "nur" Christbäume, wissen dabei allerdings die wenigsten.

Seit heuer ist Tanno nicht mehr nur eine Arbeitsgemeinschaft, sondern ein Verein, bestehend aus Waldwirtschaftsverbänden, Waldbauern und holzverarbeitenden Betrieben. Es geht darum, Tannenholz für Häuser, Möbel und Naturprodukte direkt aus den umliegenden Wäldern zu holen, von einem regionalen Sägebetrieb schneiden und von ansässigen Betrieben verarbeiten zu lassen. Regionale Ressourcen sollen so sinnvoll eingesetzt und gleichzeitig die Wertschöpfung in der Region erhöht werden.

Warum Tanne?

Neben Vorarlberg zeichnet sich nur ein weiteres Gebiet Österreichs durch einen natürlichen Tannenreichtum aus: Die steirische Region Joglland Waldheimat. Während die Tanne am durchschnittlichen Waldbestand sonst selten über vier Prozent Anteil hat, macht sie in dieser Region bis zu 20 Prozent des heimischen Waldes aus. Und das hat durchaus Vorteile, wie Vereins-Vorstandsmitglied Elisabeth Hutter erklärt. Laut ihr sei die Tanne für die Region viel gesünder als andere Baumarten: "Für Flachwurzler ist der Klimawandel mitsamt seiner Wärme und Feuchtigkeit eine Katastrophe. Die Tanne hingegen ist ein Tiefwurzler, ist davon also nicht so stark betroffen. Sie steht stabiler und ist daher die perfekte Hangsicherung. Außerdem ist sie resistenter gegen Schädlingsbefall." Als ein weiterer Tanno-Mitgliedsbetrieb kann das Sägewerk Sallegger in Koglhof bestätigen: "Die Tanne ist eine Zukunftsbauart und auch waldbaulich sehr gefragt", erklärt Hermine Sallegger. Tannenholz punktet mit Harzfreiheit, einer guten Festigkeit und optimalen Oberflächeneigenschaften für Imprägnierungen und Farbanstriche. Nicht zuletzt wird sie wegen ihrer ausgezeichneten Akustik auch oft für den Instrumentenbau verwendet.

Der ökologische Gedanke

Der natürliche Rohstoff Holz wird durch die Projektpartner ohne Chemie und ohne Umweltbelastung "geerntet" und verarbeitet. Die Tannen wachsen nur mit Sonnenenergie, Wasser, Luft und Erde auf und werden dann ganz regional weiterverarbeitet – was weite, umweltschädliche Transporte überflüssig macht. Das Tannenholz für die Häuser, Möbel und Naturprodukte kommt direkt aus den umliegenden Wäldern, wird von einem regionalen Sägebetrieb geschnitten und zu den ansässigen Verarbeitungsbetrieben transportiert.
Trotzdem steht nicht nur der ökologische Gedanke hinter dem Projekt: "Das Ökologische steht zwar im Vordergrund, aber auch der Verkaufspreis muss stimmen, damit alle mitmachen: Für die Waldbauern muss also die ganze Kette funktionieren", so Elisabeth Hutter.
Der zukünftige Juniorchef des Sallegger-Sägewerks Georg Sallegger ist selbst Waldbauer und kann das bestätigen. Für ihn sei vor allem die bessere Wertschöpfung und Wertschätzung von Tannenholz ausschlaggebend, beim Verein "Tanno" dabei zu sein.

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