Kriseninterventionsteam
Sie sind in Krisenzeiten für uns da

Das KIT-Team in Weiz: Bruno Seidl, Margit Strobl, Anna Liebmann, Martin Prem (Bezirkskoordinator), Birgit Perreault, Franz Brottrager, Sepp Krenn. (v.l.n.r.)
  • Das KIT-Team in Weiz: Bruno Seidl, Margit Strobl, Anna Liebmann, Martin Prem (Bezirkskoordinator), Birgit Perreault, Franz Brottrager, Sepp Krenn. (v.l.n.r.)
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Im Leben läuft alles wie geschmiert und plötzlich und unerwartet kommt „Sand ins Getriebe“. Ein plötzlicher Todesfall, ein schwerer Unfall, ein Brand, eine Naturkatastrophe oder ein aggressives Virus, das unser gewohntes Leben aus den Bahnen wirft.
Menschen verlieren von einer Sekunde auf die andere den Boden unter den Füßen, wissen momentan nicht, wie es weitergehen soll. In diesen ausweglos scheinenden Situationen sind Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams (KIT) Land Steiermark da, haben Zeit, bieten psychosoziale Unterstützung an und sorgen dafür, dass niemand alleine ist und dass familiäre Netze die Hinterbliebenen und Betroffenen auffangen.

Aufgaben des KIT-Teams Weiz

Das Land Steiermark hat Krisenstellen in jedem Bezirk – so auch in Weiz, wo etwa 50 KIT-ler im Einsatz sind (diese werden bei Bedarf von anderen Bezirken unterstützt). Dieses Team kümmert sich neben der Betreuung der psychosozialen Hotline auch um alltagsnahe Einsätze. Freiwillig und kostenlos! Gerade die momentane Ausnahmesituation bedeutet eine zusätzliche Herausforderung, denn die KIT-Mitarbeiter stehen vor der Herausforderung, psychische Nähe mit physischer Distanz in Einklang zu bringen.
Denn es gibt auch KIT-ler, die einer Risikogruppe angehören und nicht in Einsätze gehen dürfen. Daher ist eine optimierte Organisation notwendig, um alle Einsätze abzudecken. Über die Hotline helfen sie die Ängste der Menschen vor allem in Krisensituationen zu bewältigen. Sie hören zu, geben Rat und helfen ein soziales Netzwerk und eine Struktur aufzubauen. "Wir versuchen derzeit alles Menschen mögliche abzuwickeln und zu koordinieren", so Zivilschutz-GF Heribert Uhl. "Die große Kunst ist jetzt Ruhe zu bewahren und den Hausverstand einzuschalten."

Schwierigkeiten und Einsätze

Das Kriseninterventionsteam kommt in den unterschiedlichsten Fällen zum Einsatz, wie dem plötzlichen Tod eines Angehörigen, Unfällen, Betreuung nach Suizid, Attentaten, Naturkatastrophen oder Unterstützung von Helfern nach besonders belastenden Einsätzen. „Was uns KIT-MitarbeiterInnen in diesen Situationen trägt, ist das Wissen den Tod nicht ungeschehen machen zu können, jedoch den Lebenden ohne Zeitdruck und mit dem Blick auf deren Bedürfnisse beistehen zu können“, so fachlicher Leiter KIT Land Steiermark Edwin Benko. 
Momentan sind vor allem auch Beerdigungen ein großes Thema. "Menschen können sich in ihrer Trauer nur im engsten Familienkreis treffen, die Verabschiedung vom Toten ist nur unter bestimmten Einschränkungen möglich und auch Begräbnisse finden in sehr kleinen Rahmen statt", weiß Margit Strobl vom KIT-Team Land Steiermark in Weiz.

Tipps für die Corona-Krise

Das KIT-Team und der Zivilschutzverband Steiermark raten in der aktuellen Krise, sich nur bei offiziellen Stellen zu informieren und an die Hygienemaßnahmen der Regierung zu halten. "Auch Bevorratung ist wichtig, aber bitte mit normalem Hausverstand einkaufen für etwa 1-2 Wochen. Dann kann von keinem Hamsterkauf die Rede sein und auch alles ohne Probleme Zuhause gelagert werden", sagt Heribert Uhl.
Besonders das Warten auf ein Ende der Situation erzeugt bei vielen Menschen Ängste – weil man nicht weiß, wann dieses sein wird. "Die Angst ist zwar eine positive Emotion, die uns vor Gefahren schützt, aber in einem übertriebenen Ausmaß wirkt sie belastend", sagt Margit Strobl.
Um einem Lagerkoller und Angstgefühlen vorzubeugen hat die Krisenintervention ein paar Tipps:  

  • Aufrechterhalten einer Tagesstruktur, die sich an die neuen Gegebenheiten bzw. Anforderungen orientiert.
  • Regelmäßige Mahlzeiten mit gesundem Essen
  • Ruhe- und Bewegungszeiten
  • Lern-, Lese- oder Studierzeit
  • Aktive Spielzeit mit Mitgliedern im gemeinsamen Haushalt
  • Telefon und Videotelefonzeiten mit Angehörigen und Freunden
  • Belohnung mit Spielfilmen, gesundem Essen (nach gemeinsamen Kochen)
  • Aktive sportliche Betätigung nach Möglichkeit in der freien Natur (Wald)
  • Entspannungsübungen

Weitere Informationen und Tipps gibt es auf der Webseite des Zivilschutzverbandes Steiermark mit Infos wie ein Infoblatt "Covid-19" oder zur "richtigen" Bevorratung.

Wohin kann man sich bei Bedarf melden?

Die Dienste des Kriseninterventionsteams Land Steiermark werden durchgehend 24 Stunden/Tag unentgeltlich angeboten. Dazu sind in allen steirischen Bezirk Teams in ständiger Rufbereitschaft. 
Mehr Infos gibt's auf der Homepage www.kit.steiermark.at online, Ansprechpartner zur aktuellen Corona-Sitation oder bei Cornelia Forstner Leiterin der Koordinationsstelle Krisenintervention unter der Tel. Nr. 0664/8500211.

KIT-psychosoziale Hotline Nummer: 0800/500-154 (täglich von 9 bis 21 Uhr erreichbar)
Gesundheitstelefon bei Erkrankung: 1450
Allgemeine Anfragen: 0800/55 621
Gemeinde Weiz (zur Unterstützung von Einkäufen und div. Erledigungen): 03172/2319 111
Team Österreich: 0800/600 600 (7 bis 19 Uhr)

Autor:

Nadine de Carli aus Weiz

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