Vortrag von Sandra Krautwaschl: Ein Leben ohne Plastik

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Dass ein Leben auch möglich ist, ohne täglich Berge an Kunststoffmüll zu erzeugen, beweist die Landtagsabgeordnete Sandra Krautwaschl. In einem Vortrag im GH Allmer in Weiz erzählte sie davon.

Wer kennt das nicht: Vom Einkauf im Supermarkt nach Hause kommen, die Lebensmittel auspacken und verstauen und danach das Ganze an Verpackungsmaterial in den gelben Sack. Und wer fragt sich nicht oft, ob diese Unmenge an Plastikmüll nicht vermeidbar wäre. „Sie ist vermeidbar“, so Sandra Krautwaschl, die seit nunmehr acht Jahren in einem Haushalt (nahezu) ohne Kunststoff lebt.
Kürzlich lud die Grünen-Landtagsabgeordnete zu einem Vortrag, einer kurzweilige Melange aus Lesung und Diskussionsrunde, und berichtete von ihren Beweggründen, Erfahrungen und Erkenntnissen.

Haltbares Wegwerfprodukt

Die gemeinsam mit ihrer Familie erlebte Flut an Plastikmüll am Urlaubsstrand und Werner Bootes Film „Plastic Planet“ waren im Jahre 2009 Initialzündung für den Entschluss: Es muss ohne Plastik gehen.
Ziel waren Müllvermeidung und Ressourcenschonung. „Die Geschichte zeigt: Veränderung ist möglich“, so Sandra Krautwaschl. Plastik wurde dereinst entwickelt mit der Idee, ein so lange wie möglich haltbares Material zu haben. „Es scheint nahezu irrsinnig“, so die Landtagsabgeordnete, „dass dieses Material, das eben nicht vergeht und nicht verrottet, zum Wegwerfprodukt gemacht wurde.“

Lebensqualität

Schlechtes Gewissen, so eine Botschaft des Vortrags, sei kein guter Antrieb. Eher die Überlegung: Was brauche ich wirklich? Wasser ist in Kunststoffflaschen erhältlich, ist ein weiteres Mal in Sechsereinheiten verpackt und kommt auf mit dicken Schichten Folie umwickelten Containern in die Supermärkte. „Die Zerstörung unserer Meere und Umwelt ist vermeidbar“, sagt die Autorin des im Heyne-Verlag erschienen Buches „Plastikfreie Zone“. „Es ist möglich, nicht in Kunststoff verschweißte Lebensmittel zu kaufen.“ Sandra Krautwaschls Familie kauft auf Bauernmärkten, geht mit eigenem Geschirr in den Supermarkt und benutzt Zahnbürsten aus Holz. „Die Lebensqualität steigt dadurch“, sagt die Politikerin. „Unsere Großeltern konnten ohne Plastik leben.“

Veränderung

Und tatsächlich: Österreich war bis in die 50er-Jahre weitgehend kunststofffrei. Nach und nach hat die Industrie begonnen, Plastik auf den Markt und dadurch in unseren Alltag zu bringen. Heute, so das Fazit der Diskussionsrunde nach Sandra Krautwaschls Vortrag, müsse ein Umdenken von uns Konsumenten ausgehen, um die Kunststoffindustrie dazu zu bewegen, weniger oder eben anders zu erzeugen. „Veränderung ist möglich, wie etwa die heute obligatorische Mülltrennung beweist.“ Gerhard Zavodnik von den "Grünen" in Markt Hartmanndorf: „Die Industrie passt sich immer schnell an Trends an. Aber die Trends müssen geschaffen werden!“

245 Millionen Tonnen

Das deutsche Umweltbundesamt notiert zum Thema Kunststoff: Die jährliche Produktionsrate beträgt 245 Millionen Tonnen, 60 Millionen Tonnen werden allein in Europa produziert. Im Jahr 2008 fielen in der EU etwa 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an.
Sandra Krautwaschl: „Kunststoff wird produziert, weil es konsumiert wird.“ Und weiter: „Müssen Supermarktregale um fünf vor Ladenschluss voll mit Waren sein, die, wie wir wissen, oft um fünf nach Ladenschluss samt Verpackung im Müll landen?“
Die Politikerin und Mutter dreier Kinder beweist: Es geht auch ohne Kunststoff.

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