Bauernbrot-Landesprämierung
Zwei Oststeirerinnen backen das beste Brot

Landesbäuerin Gusti Maier und LK-Brotexpertin Eva Lipp zeigen sich begeistert von der Vielfalt der eingereichten Brote und Gepäckkreationen. (v.l.)
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  • Landesbäuerin Gusti Maier und LK-Brotexpertin Eva Lipp zeigen sich begeistert von der Vielfalt der eingereichten Brote und Gepäckkreationen. (v.l.)
  • Foto: Foto Fischer
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Brot aus Natursauerteig ist voll im Trend. 70 Brotbäuerinnen aus der Steiermark, dem Burgenland und Niederösterreich stellten sich mit 209 Broten der Landesbrotprämierung 2020 und ritterten um neun Landessiege – von denen zwei aus unserem Bezirk kommen. 

Aufwertung des Selberbackens

Das tägliche Brot als Sinnbild für Versorgungssicherheit. Spätestens seit der Corona-Krise steht Brot wieder als Sinnbild für die „Versorgungssicherheit“ und die Konsumenten legen großen Wert auf beste Qualität.

„Brot ist in erster Linie ein ganz starkes Symbol für das tägliche Brot. Die Landwirtschaft hat scheinbar die Corona-Krise gebraucht, um als systemrelevant gesehen zu werden. Nur das war die Landwirtschaft immer, was aber vielen Menschen gar nicht mehr bewusst gewesen ist. Mit dem Symbol des Brotes wollen wir den Wert der heimischen Landwirtschaft noch besser unterstreichen“, ist Landesbäuerin Gusti Maier überzeugt. 

Corona hat auch den Trend zum Selberbacken angefeuert. Ein Hype, der alle Altersgruppen, vor allem auch die Jugend, begeistert. „Die Sorge um das ‚tägliche Brot‘ war auf einmal groß und Germ schon sehr bald Mangelware. Aber durch die Verwendung von echtem Natursauerteig erübrigt sich die Sorge um die Germ und als positiver Nebeneffekt wird das Brot wird zudem wesentlich bekömmlicher“, so Landesbäuerin Gusti Maier weiter. Von den 70 teilnehmenden Betrieben, stellten sich 21 Betriebe erstmals diesem Bewerb.

Die Vielfalt an eingereichten Bauernbroten war enorm, das freute Gusti Maier.
  • Die Vielfalt an eingereichten Bauernbroten war enorm, das freute Gusti Maier.
  • Foto: Rinner/LK-Stmk
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Individueller Geschmack

Gegen Einheitsgeschmack – individuelle Hausrezepte. Mehlmischungen, Backzubereitungen oder künstliche Zusatzstoffe, die zu einem weltweiten Einheitsgeschmack sowie neutralen Broten führen, lehnt Brotexpertin Eva Lipp kategorisch ab und betont: „Unsere Brotbäuerinnen leben Natürlichkeit, Regionalität und individuellen Geschmack sowie Vielfalt.“ Und weiter:

„Die Brotvielfalt ist ein einzigartiges Kulturgut, steht durch die natürlichen Zutaten im Einklang mit den Jahreszeiten und wird durch die von Hof zu Hof unterschiedlichen Hausrezepte erhalten. Die Brotprämierung leistet einen wichtigen Beitrag, die Brotvielfalt zu pflegen, zu erweitern und die Brotqualität zu steigern.“

Eine Fachjury mit zahlreichen Brotsommeliers testete die über 200 eingereichten Brote nach 80 Kriterien. „Bei der Beurteilung geht es um das optische Erscheinungsbild des ganzen Brotes, um eine gleichmäßige Krume, um die Kaubarkeit und vor allem um den Geschmack, der in der Bewertung den höchsten Gewichtungsfaktor hat", sagt Lipp.
Nur natürliche Zutaten aus der Region. Nur Brote mit natürlichen Zutaten aus der Region und nach individuellen Hausrezepten gebacken, stehen auf dem Prüfstand der Landes-Brotprämierung. Die bei der Landesbrotprämierung gezeigten Qualitäten, die geschmackliche Vielfalt sowie die zahlreichen Innovationen sind ein starkes Statement der heimischen Bäuerinnen gegen den industriellen Einheitsgeschmack, Geschmacksverstärker und künstliche Zusatzstoffe.

Die Landessieger aus dem Bezirk

Die neun Landessiege wurden in den Kategorien Bauernbrot, Bauernbrot aus dem Holzofen, Brot mit Ölsaaten, Vollkornbrot, Dinkelbrot, Innovative Brote, Gesunde Schuljause sowie Kreative Brote vergeben. Einen Landessieg gab es auch für die besten Nachwuchsbäckerinnen. Weitere Auszeichnung war die „Ähre in Gold“.

Die Sieger aus dem Bezirk:

  • Vollkornbrot: Maria und Franz Nigitz aus Takern II, St. Margarethen an der Raab
  • Brot mit Ölsaaten: Andrea Potzinger-Wurzer aus Gschmaier, Gersdorf an der Feistritz 
Mit ihrem ausgezeichneten Brot mit Ölsaaten wurde Andrea Potzinger-Wurzer Landessiegerin.
  • Mit ihrem ausgezeichneten Brot mit Ölsaaten wurde Andrea Potzinger-Wurzer Landessiegerin.
  • Foto: Foto Furgler
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Maria Nigitz aus St. Margarethen gewann mit ihrem Vollkornbrot den Landessieg bei der heurigen Landesbrotprämierung.
  • Maria Nigitz aus St. Margarethen gewann mit ihrem Vollkornbrot den Landessieg bei der heurigen Landesbrotprämierung.
  • Foto: KK
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Die WOCHE hat bei den ausgezeichneten Bäckerinnen im Bezirk nachgefragt, was ein gutes Bauernbrot ausmacht?
ANDREA POTZINGER-WURZER: "Ein gutes Bauernbrot, sollte mit viel Liebe und Zeit hergestellt werden. Mit natürlichen Zutaten, aus der eigenen Region, oder wie es bei bäuerlichen Betrieben gemacht wird, überwiegend aus dem selbst angebauten Getreide. Ein gutes Bauernbrot braucht keine chemischen und künstlichen Zusätze! Es reichen, Mehl, Wasser, Salz, Hefe, und Sauerteig völlig aus, um ein wunderbares, schmackhaftes bekömmliches und gesundes Brot zu backen. Natürlich kann man jedes nach Belieben mit Gewürzen oder verschiedenen Saaten verfeinern – das bleibt ganz dem persönlichen Geschmack überlassen. Aber, das macht es aus: Natürliche Zutaten, die Liebe zum Produkt, und die Freude daran, mit seinen eigenen Händen, etwas so schönes und gutes herzustellen. Schlichtweg, die Freude am Backen."
MARIA NIGITZ: "Ein gutes Bauernbrot braucht nur wenige natürliche Zutaten: Mehl, Wasser, Natursauerteig, Salz, Germ und Gewürze. Viel Zeit und lange Teigführungen sind wichtig, damit sich die typischen Aromen entfalten können, die ein herzhaft knuspriges, gut bekömmliches Bauernbrot auszeichnen."

Beide freuten sich unheimlich über die Auszeichnung.  "Ich Freue mich unvorstellbar wieder einen solchen Schatz ergattert zu haben. Vor allem bei so vielen Mitbewerbern", sagt Potzinger-Wurzer.
"Unser Bauernbrot wird im Holzofen nach seit Generationen überliefertem Hausrezept gebacken", ergänzt Nigitz. "Ich mache meine Arbeit in der Backstube mit großer Freude und Hingabe, was meines Erachtens neben guten Kenntnissen ums Brotbacken für das Gelingen der Brote sehr wichtig ist. Sehr erfreut bin ich darüber, dass unsere bäuerliche Arbeit seit Corona eine hervorragende Wertschätzung erfährt, die wir bis dahin sehr vermisst haben", ist Nigitz froh.

Hier geht's zu allen Siegerbroten: stmk.lko.at

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