REGIONALE SCHÄTZE - Insektenhotels
Freiluft-Pressekonferenz zur Insektenhotel-Eröffnung in Naas

Das Hotel mit dem Grundriss einer Europalette musste mit Hubstapler zum Aufstellungsort gebracht werden
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  • Das Hotel mit dem Grundriss einer Europalette musste mit Hubstapler zum Aufstellungsort gebracht werden
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Die 12 Gemeinden der Energieregion Weiz-Gleisdorf möchten gemeinsam ein Zeichen setzen, um das Bewusstsein zu schaffen, wie wichtig der Erhalt der Fluginsekten für uns Menschen ist. Denn Forschungen haben ergeben, dass 75 Prozent davon verschwunden und viele weitere Arten vom Aussterben bedroht sind. Wild- und Honigbienen sterben, weil ihnen der nötige Lebensraum entzogen wird und sie die Nahrung, die sie brauchen, nicht mehr vorfinden können: Agrarkulturen sind leergeräumt, häufige Mahd in Gärten und Freilandflächen verhindern das Aussamen von Blumen und Insektizide stellen eine sehr große Bedrohung dar.

Im Einsatz für Insekten, Natur und zukünftige Generationen 

Um einen Beitrag für den Erhalt der Vielfalt der Insektenwelt zu leisten, wurde das LEADER-Kooperationsprojekt "for INSECTS - for NATURE - for FUTURE" ins Leben gerufen. Ziel war, der Bevölkerung in jeder der 12 Energieregion-Gemeinden eine korrekt gebaute Nisthilfe als Lern- und Anschauungsobjekt zur Verfügung zu stellen, so die Geschäftsführerin der Energieregion, Dr. Iris Absenger-Helmli. Eine enge Kooperation mit Kindergärten und Schulen ist im Rahmen des Projektes ebenfalls geplant.

Absenger-Helmli fügt hinzu: "Ich selbst habe während dieses Projektes viel Neues und Interessantes über unsere Insekten, und was sie benötigen, gelernt." Nun liebäugelt sie auch mit dem Gedanken, sich für ihren Garten zu Hause so eine fachgerecht gebaute Nisthilfe - allerdings im kleineren Format zuzulegen. 

12 neue Insekten "Grand"-Hotels in der Energieregion

Stellvertretend für alle 12 Gemeinden wurde heute das Naaser Insektenhotel aus dem LEADER Projekt von Herrn Bürgermeister Bernhard Ederer feierlich eröffnet. Für das "Grand" Hotel wurde sorgfältig ein wunderschöner, sonniger Platz am Waldrand ausgesucht.  Hier auf der Anhöhe hat man auch einen wunderschönen Panoramablick: auf der linken Seite sieht man hier vom höchsten Punkt aus die Gemeindestraße, die neben dem Retentionsbecken vorbeiführt. Hier ziehen die Mountain- und e-Biker auf der Almenland Radroute vorbei, die bei der Stadthalle in Weiz beginnt und über den Patscha auf die Brandlucken führt. Rechterhand führt auch der Wanderweg Nr. 745 am Insektenhotel-Platzerl vorbei.

Unterhalb laden Sitzbänke und ein Kinderspielplatz zum Verweilen ein. Hier finden sich nicht nur müde Wanderer, sondern auch die Bewohner der angrenzenden Sturmbergsiedlung, der größten Siedlung der Gemeinde, ein und genießen den Ausblick und den Aufenthalt mitten in der Natur. Entlang des Baches sollen noch Wildkirschbäume gepflanzt werden und ein Wildblumenstreifen sollen dem Insektenhotel noch einen wunderschönen blühenden Rahmen geben und den Insekten Nahrung schenken, so Bürgermeister Ederer. 

Nisthilfen müssen wichtige Kriterien erfüllen

Die Ideengeberin und Projektleiterin Theres Raith-Breitenberger von der DLG erklärt anschließend, dass es leider viele Insektenhotel-Produkte im Handel gibt, die die Bedürfnisse der Insekten nicht erfüllen bzw. sogar Gefahren für unsere Nützlinge mit sich bringen.  Falsch gebohrte Hölzer können aufspringen, wodurch die Brut durch eindringende Feuchtigkeit von Pilzen befallen wird. Deshalb müssen unbehandelte Hartholzstücke verwendet werden, die quer zu den Jahresringen gebohrt werden. Auch die korrekte Tiefe und Breite der gebohrten Löcher ist wichtig. Manche Insekten legen nämlich die weiblichen Eier weiter hinten ab und wenn die Löcher nicht weit genug reichen, schlüpfen nur männliche Insekten.

Ein mehrfach gelungenes LEADER Projekt

Alle beteiligten Gemeinden freuen sich, dass in dem LEADER Projekt nicht nur der Aspekt der Nachhaltigkeit, sondern auch der der Gemeinnützigkeit berücksichtigt werden konnte. Die Insekten "Grand"-Hotels wurden in Handarbeit von am Arbeitsmarkt benachteiligten Personen mit viel Liebe und Einsatz gefertigt. Von der DLG ist auch zu erfahren, dass es bereits zahlreiche Anfragen für weitere Insektenhotels in allen Größen, Formaten und mit vielfältigen Dachlösungen (Sattel- und Pultdachlösungen sind möglich) gibt.

Projektkosten:
Das LEADER-Projekt weist Gesamtkosten von € 24.850 auf und wird mit 80 % von der Abteilung 13, Umwelt und Raumordnung, des Landes Steiermark gefördert.

Zusammenarbeit:
Bei diesem Projekt wurde mit Herrn Dr. Gernot Kunz vom Institut für Biologie der Karl Franzens Universität in Graz zusammengearbeitet. Er hat zusammen mit Mag. Julia Prem und Oliver Gebhardt, von der Österreichischen Naturschutzjugend Steiermark, einen entsprechenden Flyer erstellt.

Im Rahmen der Bewusstseinsbildung ist auch folgender Youtube LINK sehenswert:  Schützenswerte Wildbienen. Er wurde speziell, aber nicht nur, für Kinder von der DLG gemacht.

Lage des Naaser Insektenhotels:
Am Beginn des Naasergrabens beim Retentionsbecken
Koordinaten: 47.23700964262067, 15.610643924257952

Hermine Arnold
www.nedi.at


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