Segelflug Rekord
1130 Kilometer ohne Motor gesegelt

Rekordflug ohne Motor über 1130 Kilometer in zwölf Stunden.
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  • Foto: Martin Stessel (4x)
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1130 Kilometer ohne Motor: Das ist ein einmaliger Vereinsrekord beim Flugsportclub Weiz in Unterfladnitz.

Ein wahres fliegerisches Meisterstück ist dem Fürstenfelder Martin Stessl vom Flugsportclub Weiz am 27. Mai gelungen. Er hat lautlos im Segelflug eine Strecke von 1130 Kilometern zurückgelegt. Fast zwölf Stunden war er dabei unterwegs – das ist absoluter Vereinsrekord, eine Strecke von mehr als 1000 Kilometern vom Flugplatz Weiz-Unterfladnitz (Gemeinde St. Ruprecht/Raab) aus hat es bis dato noch nie gegeben.
Zum Vergleich: Der nationale Rekord im Streckensegelflug liegt bei 1669,4 Kilometern (2005), der Weltrekord – erflogen über den Anden – liegt bei 3008,8 Kilometern (2003).
„Tausend Kilometer will jeder einmal fliegen, das war ein lang gehegter Traum. Dass das eintritt, kann man während des Fluges noch gar nicht sagen – das entwickelt sich im Laufe des Tages“, sagt Stessl.

Der Flugtag

Start war kurz nach acht Uhr morgens , er begann mit relativ starkem Wind am Flugplatz. Bedingungen, die nicht jedem Segelflugpiloten liegen. Im Flug wurde das Segelflugzeug sowohl durch Hangaufwinde als auch Thermik in der Luft gehalten. Im Thermikflug lässt sich der Pilot von vom Boden aufsteigenden, warmen Luftmassen mit nach oben tragen. Beim Flug am Berghang nutzt er Luftmassen, die – vom Wind gegen den Berg gedrückt – nach oben ausweichen.
Der Flugweg führte Stessl über das Semmeringgebiet, weiter südlich des Alpenhauptkammes über Lienz bis in die Schweiz in das Gebiet um Chur/Arosa. Retour ging es schließlich etwas südlicher über Italien (Meran/Cortina d ́Ampezzo), weiter durch Kärnten bis zurück in den Bezirk Weiz. „Dass ich überhaupt wieder heimgekommen bin, war nicht fix. Um halb drei am Nachmittag in der Schweiz waren es 480 Kilometer heim. Da weißt du dann nicht, ob der Landeort Zeltweg, Timmersdorf, Wolfsberg oder doch Weiz ist“, meint Stessl. Die größte erreichte Höhe des Fluges lag übrigens bei 4500 Metern über dem Meeresspiegel.

Fluglehrer und Unternehmer

Geflogen ist der Fluglehrer und Unternehmer Stessl mit seinem in Südafrika gebauten Hochleistungssegelflugzeug „Jonker JS3“. Dieses hat eine Spannweite von 18 Metern und kann aus einer Höhe von 1000 Metern etwa 55 Kilometer weit ohne jeglichen Aufwind gleiten. Lange Gleitpassagen ohne Aufwindsuche waren für den Flug auch notwendig: „Damit du das schaffst, musst du einen relativ hohen Schnitt fliegen“, so Stressl. Nicht geschmälert werden darf durch den neuen Vereinsrekord übrigens die ebenfalls herausragende Leistung von Vereinskollege Michael Henökl, welcher am selben Tag 890 Kilometer weit geflogen ist.
Herbert Habersatter, Obmann des Flugsportclubs Weiz, zeigte sich „tief beeindruckt von den fantastischen Leistungen unserer Ausnahmekönner Martin und Michael. Ich möchte beiden nochmals meine herzliche Gratulation aussprechen. Mit dem 1000er von Martin ist ein jahrzehntelanger Wunsch von vielen in Erfüllung gegangen.“

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