Thomas Mauerhofer nimmt am Race across America teil

Thomas Mauerhofer aus Anger nimmt 2018 ein US-Radabenteuer in Angriff.
  • Thomas Mauerhofer aus Anger nimmt 2018 ein US-Radabenteuer in Angriff.
  • Foto: Kevin LAGLER
  • hochgeladen von Ulrich Gutmann

Wie sind Sie darauf gekommen am „Race across America“ teilzunehmen?
THOMAS MAUERHOFER: Als ich vor rund 4 Jahren mit Ultracycling (Teilnahme an 24 Stundenrennen) begann, war es ein striktes NEIN zum RAAM. Meine Einstellung war: zu lang, zu teuer und vor allem nicht gesund. Mit den Jahren wuchs ich mehr und mehr in die Szene und vor allem durch die sich einstellenden Erfolge (Vizeweltmeister Ultraradmarathon 2015, 4. Platz Race around Austria 2016, Höhenmeterweltrekord 2017) reifte der Wunsch an einer Teilnahme am RAAM. Schließlich ist das „Race across America“ DAS Rennen im Ultracycling. Aus einem strikten NEIN ist nun das absolute Verlangen entstanden und mein Team und ich brennen darauf 2018 am Start in Oceanside stehen zu dürfen (was in Summe nur wenigen Ultracyclisten vorbehalten ist – Qualifikation, Finanzierung).

Wie werden Sie sich darauf vorbereiten?
Organisatorisch wird das ein Megaprojekt und wir stecken schon mitten in den Vorbereitungen dazu. Es gibt wesentlich mehr Dinge zu beachten und vorzubereiten als bei Veranstaltungen in Österreich/Europa (Was können wir mitnehmen? Was ist verboten/was ist notwendig – Sportnahrung? Medizinische Geräte?, Führerscheine, Funk, etc.)
Sportlich wird die Vorbereitung ähnlich sein wie in den letzten Jahren. Zusätzlich einbauen werde ich jedoch Trainingseinheiten in der Sauna. Beim RAAM erwarten uns Wetterextreme: In der Wüste tagsüber an nahezu 50 Grad Hitze und in der Nacht rund 5°. Wir müssen die Rocky Mountains überqueren und dabei auf ca. 3.500m Seehöhe. Zudem kann uns auch ein Gewitter mit Sturm etc. treffen.
Ich werde dann rund 3 Wochen vor dem Start in die USA reisen und mich dort mit den klimatischen Bedingungen (Höhe bzw. Hitze) vertraut machen. Das Team wird dann 2 Tage vorm Start nachkommen.

Welche Trainingsschwerpunkte setzen Sie dabei?
Der Trainingsschwerpunkt liegt ganz klar bei langen Einheiten mit dem Rad, wobei im Winter auch alternative Trainingsgeräte zum Einsatz kommen (Langlauf, Schitouren, laufen) . Wichtig wird aber auch ein perfektes Material mit der bestmöglich abgestimmten Sitzposition sein. Es wird daher auch viel „Tüfftelei“ dabei sein.

Was setzen Sie sich als Ziel?
Natürlich ist ins Ziel kommen, vor allem weil ich das erste Mal am RAAM teilnehme vorrangig. Nichts desto trotz fahre ich nicht als „Nobody“ nach Amerika. Ich weiß um meine Stärke und auch – was extrem wichtig ist! – um die Stärke meines Teams! Es müssen alle erst einmal problemlos die 5.000km überstehen und ins Ziel kommen. Wenn uns das gelingt mit möglichst wenigen Problemen durchzukommen ist sicherlich wesentlich mehr möglich als nur ins Ziel zukommen, d. h. es kann durchaus sehr weit nach vorne gehen.

Was wird Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung?
Es gibt einige Herausforderungen: Zum Einen sind es die für Europa untypischen Klimazonen bzw. Landschaften (Wüste), zum Anderen ist es aber sicher die körperliche Belastung über 10 Tage mit rund 12 Stunden Schlaf. Die Probleme sind vielfältig: Gelenksprobleme (hauptsächlich Knie), Sitzprobleme, Füße, Lunge (Lungenödem!), Stürze, etc. Ganz besonders fürchte ich aber das so genannte „Shermer´s Neck“. Das Problem dabei ist, dass die gesamte Nackenmuskulatur auslässt, d. h. nicht mehr arbeitet und man dadurch seinen Kopf überhaupt nicht mehr bewegen kann, weder rauf/runter noch links/rechts. Shermer´s Neck führt meistens auch zu starken Beeinträchtigungen der Sehkraft und ist der häufigste Aufgabegrund bei „Rookies“ (alle die zum ersten Mal beim RAAM sind). Man kann sich auch nicht wirklich darauf vorbereiten oder Maßnahmen treffen.

Wer wird Ihnen beim Rennen zur Seite stehen?
Wie in den letzten Jahren auch, habe ich mein „Team der ersten Stunde“ mit dabei. Wir haben dieses jedoch aufgestockt, d. h. es sind auch einige „Neulinge“ dabei. Das Team wird 10 Personen umfassen. Jedes Teammitglied hat seine vordefinierte Aufgabe, welche er vor und während des Rennens zu erfüllen hat. Neu ist für mich die ärztliche Begleitung. Da wir beim RAAM teilweise sehr weit von der Zivilisation weg sind, ist ein Arzt dringend vorgeschrieben. Glücklicherweise konnte ich mit Dr. Markus Stibor aus Kumberg einen absoluten Profi (ÖSV und Karate Nationalteam Arzt) für dieses Unterfangen gewinnen.
Es gibt auch einen ganz besonderen Neuling im Team: Im Zuge der abgehaltenen Pressekonferenz haben wir die Ziehung unseres Gewinnspiels „Flieg mit mir nach Amerika“ gemacht. Das Gewinnspiel lief seit meinem Weltrekord Ende Mai. Man konnte sich Lose kaufen und wenn man die Gewinnfrage richtig beantwortet hatte bzw. noch angekreuzt hat „Ja ich will mit nach Amerika“, konnte man den Hauptpreis – einen Platz im Betreuer Team RAAM 2018 Team Thomas Mauerhofer – gewinnen.
Der glückliche Gewinner des Hauptpreises ist Gerhard Willingshofer aus Gasen. Er wird den Preis auch annehmen und ist daher ab sofort Teil des Teams.
Die WOCHE wünscht Ihnen viel Erfolg für das Unterfangen.

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