Arbeitsmarkt
Ältere Mitarbeiter als Chance für Unternehmen

Martina Schröck vom Verein "Integration am Arbeitsplatz" behandelte beim Wirtschaftsfrühstück im Gasthaus Ederer das Thema "Ältere Arbeitnehmer".
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  • Martina Schröck vom Verein "Integration am Arbeitsplatz" behandelte beim Wirtschaftsfrühstück im Gasthaus Ederer das Thema "Ältere Arbeitnehmer".
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Was tun gegen den Arbeitskräftemangel? Beim Wirtschaftsfrühstück wurden in Zusammenarbeit mit der WKO Regionalstelle Weiz ältere Mitarbeiter als Chance beleuchtet.

WEIZ. "Was wird, kann oder soll man mit Älteren im Betrieb machen?", diese Frage stellte Bürgermeister Erwin Eggenreich in den Raum, als heute das Wirtschaftsfrühstück zum Thema "Ältere Arbeitnehmer" in Weiz eröffnet wurde. "Auch die Stadt Weiz ist ein Betrieb mit insgesamt über 430 Mitarbeitern, somit ist es auch für uns wichtig, uns mit dieser Materie zu beschäftigen.", so Eggenreich weiter.
Der Verein "IA - Integration von Personen mit Einschränkungen am Arbeitsmarkt" hat sich in Kooperaton mit der Wirtschaftskammer Weiz und der Regionalstelle des AMS Weiz diesem Thema gestellt. Laut Andreas Schlemmer, Regionalstellenleiter der WKO, ist es das wichtigste, Mitarbeiter langfristig gesund und aktiv im Unternehmen zu halten. "Auch ältere Arbeitnehmer haben ihre Vorteile", so Schlemmer.

Vorzüge älterer Arbeitnehmer 

Kompetenz, Wissen und Know How sind die größten Vorteile von älteren Arbeitern. Mit der Kampagne "Senior Quality" will Martina Schröck und ihr Team vom Verein "Integration am Arbeitsmarkt" Vorurteilen gegenüber älteren Arbeitnehmern entgegensteuern. 
Fakt ist, dass Personen über 50 Jahre vermehrt Schwierigkeiten haben eine Arbeit zu finden, besonders nach längerer Arbeitslosigkeit. Zu alt, zu teuer, zu unflexibel oder nicht leistungsfähig - diese Vorurteile stehen auch vielen Vorteilen gegenüber. "Treue, Loyalität, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und eine enge Verbindung zum Arbeitgeber und Beruf machen einen Arbeiter mit Berufserfahrung wertvoll für den Betrieb", fasst Schröck eine Studie des Vereines zusammen.
Dass älteren Arbeitskräften höhere Entlohnung, weniger Leistungsfähigkeit und erschwerte Kündigung angelastet wird, ist nicht mehr tragbar. Denn für körperliche Arbeiten können Ersatzarbeitsplätze geschaffen werden und zum Thema Kündigungsschutz gibt es schon seit 2017 die Regelung des gelockerten Kündigungsschutzes, bei der bundesweit die Kategorie Alter herausgenommen wurde und so eine Gleichstellung mit den Jungen bewirkt wurde.

Integration am Arbeitsmarkt

Ziel ist die Integration der älteren ´Generation in den Arbeitsmarkt. In Weiz sind von den momentan 488 Arbeitssuchenden genau 169 Menschen (11,1 Prozent) über 50 Jahre. "Von Seiten des AMS gibt es mehrere Angebote, um Arbeitssuchende über 50 zu fördern", erzählt AMS-Regionalstellenleiter Günther Reitbauer. Eine Erhöhung der Qualifikation durch finanzielle Unterstützung oder Schulungen sowie Eingliederungsbeihilfe mit Lohnkostensubventionen oder arbeitsplatznahe Qualifizierung durch Stiftungen werden angeboten. "Die Implacementstiftung hat eine sehr hohe Erfolgsquote. Bei 80 Prozent der Dienstnehmer ist nach Ablauf der Stiftung ein Arbeitsverhältnis zustande gekommen.", erklärt Reitbauer. 
Einen weiteren Ansatzpunkt zur Integration lieferte Livia Kern vom Unternehmen "Fit2work". "Das Ziel ist es die Arbeitsfähigkeit langfristig zu erhalten und unterstützen", so Kern, die durch Personenberatung eine Möglichkeit zur Verringerung der Langzeit-Arbeitslosigkeit sieht.

Aktion 20.000 neu

Auch die "Aktion 20.000", die insgesamt 20.000 staatlich geförderte und kollektivvertraglich bezahlte Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Menschen über 50 geschaffen hat, soll weitergeführt werden. Hier hat der Bund die Lohn- und Lohnnebenkosten – bis zu 100 Prozent – für maximal zwei Jahre übernommen. Bisher nur bei öffentlichen und gemeinnützigen Organisationen möglich, soll bei der "Aktion 20.000 neu" nun auch Arbeitsplätze in privaten Unternehmen gefördert werden. Konkret werden für maximal ein Jahr die Lohnkosten der Arbeitnehmer übernommen.

Die Problematik  der älteren Arbeitskräfte kann man so oder so sehen, entweder als altes Auto, das nicht alle neuesten Funktionen aufweist oder als reifen Wein, der immer besser wird mit dem Alter. "Älter werden heißt auch besser werden."

Nähere Informationen zum Programm finden Sie unter Senior Quality.

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