Registrierkassenpflicht bewegt die Gemüter

Registriert und kontrolliert: Viele Unternehmer im Bezirk sind darüber verärgert.
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  • hochgeladen von David Kraxner

Seit 1. Jänner 2016 gilt die Registrierkassenpflicht für Unternehmer mit einem Jahresumsatz von mehr als 15.000 Euro. Der Sinn hinter dieser Pflicht ist, den Steuerbetrug bei der Umsatzsteuer durch Registrierkassen verhindern zu können. Für viele Kleinbetriebe stellt die Anschaffung einer solchen Registrierkasse allerdings eine große Hürde dar, denn die Kosten für diese Geräte liegen bei mindestens 400 Euro – hochwertigere Geräte kosten beträchtlich mehr.

Das zweite große Problem stellte die mangelnde Informationsaufklärung seitens des Finanzministeriums dar. So war bis vor kurzem nicht klar, wie lange die Straffreiheit gilt (Fix: Ende März 2016). Ab 2017 muss zusätzlich eine technische Sicherheitseinrichtung für die Registrierkasse installiert sein.

Andreas Schlemmer von der Wirtschaftskammer Weiz meint dazu: "Am Anfang war der Unmut bei vielen Unternehmern auch aufgrund der schlechten Informationslage und ständigen Änderungen bei den Bestimmungen sehr groß." Wir sprachen mit fünf Unternehmern in Weiz und Gleisdorf, was sie von der Registrierkassenpflicht halten.

Elfriede Ortner, Make-it-up Kosmetik Weiz:
"Es frustriert mich, da ich 40 Jahre ohne Kasse arbeiten konnte, ich bezahle meine Steuern und jetzt soll ich mir eine kaufen?! Das ist für Kleinbetriebe eine große finanzielle Belastung. Es werden genug kleine Betriebe dadurch ihr Geschäft schließen. Ist das Sinn und Zweck?!"

Peter Rauchenberger, Buschenschank Rauchenberger:
"Begeistert bin ich nicht gerade, da die Registrierkassen auch einen großen finanziellen Brocken für Kleinbetriebe darstellen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die angepeilten Ziele, wie Steuerbetrug zu verhindern, durch diese Maßnahme erreicht werden können."

Josef Mayer, Reparaturnetz Weiz:
"Die Registrierkassenpflicht ist für mich ein bisschen lästig, da in meinem Geschäft viele unterschiedliche Waren und Dienstleistungen angeboten werden und die Abrechnung somit mühsam werden kann. Geschäfte mit weniger angebotenen Waren (z.B. Kleidung) sind hier im Vorteil."

Lucas Hilsberg, Judith Feinkost:

"Für uns war die Registrierkassenpflicht kein großes Problem. Bei einer Neugründung versucht man natürlich günstige und unkomplizierte Lösungen zu finden. Ein wenig Sorgen macht mir eher, dass nächstes Jahr schon wieder ein neues Gesetz zum Thema Registrierkasse erlassen wird."

Ulrich Klamminger, Juwelier Klamminger:
"Wir haben es geschafft, pünktlich mit unserer Kassa zu starten. Mit dem neuen Warenwirtschaftssystem verspreche ich mir langfristig eine deutliche Arbeitserleichterung. Allerdings sind die Kunden nicht immer begeistert, wenn sie für jede Kleinigkeit den Kassabon mitnehmen sollen."

Autor:

David Kraxner aus Weiz

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