31.01.2016, 15:21 Uhr

For auld lang syne – Auf die guate olde Zeit

Die John Ryan's Band begeisterte die Menschen mit feinster schottisch-irischer Musik. (Foto: Andreas Edl)
Bereits zum zweiten Mal hatte man am Freitag dem 29. Jänner bei der „Robert Burns Night“ im Billard the Pub (Jupp), die Gelegenheit den 257. Geburtstag von Robert Burns (nachträglich) zu zelebrieren.

Zum Gedenken des, am 25. Januar 1759 geborenen schottischen Dichters, dessen wohl bekannteste getextete Lied „Auld Lang Syne“, schon lange ein Teil der britischen Tradition geworden ist, ließ man keine Wünsche der Gäste unter denen sich auch die angesiedelte schottische Community in Weiz und Umgebung befand, offen.

Die Burns Night, die das erste Mal im Jahre 1801 von Freunden des, fünf Jahre zuvor verstorbenen Dichters, gefeiert wurde besteht bis zum heutigen Tag. In Schottland und den USA ist sie bereits Tradition bei der man sich jährlich auf Gedichtslesungen, Whisky und schottische Musik freuen kann. Dieses Vergnügen durfte man nun auch in unserer Region erleben.

Ab 18:00 Uhr begann man das „Geburtstagsfest“ mit einem Whisky Tasting. Hierbei durften die Teilnehmer die verschiedensten Arten sehr qualitativer Whiskys verkosten. Hervorzuheben sei hier nicht nur die exzellente Organisation seitens des Veranstalters und seinem Team sondern auch der Vortrag des Whiskyexperten Hans Steinacher der den gesamten Produktionsprozess von der Herstellung über die Lagerung bis hin zur Qualitätssicherung keine Fragen offen ließ und die Anwesenden in die Welt des guten (Whisky-) Geschmacks verführte. Beendet wurde das Tasting mit einer Verkostung eines 21 Jahre alten Whiskys dessen Wert im Fass 3000 Pfund (rund 4000 Euro) beträgt.

Für den musikalischen Höhepunkt des Abends sorgte bereits zum zweiten Mal anlässlich der Robert Burns Night die John Ryan´s Band. Die im Jahr 2010 gegründete Band ließ die BesucherInnen in den schottischen sowie irischen Folk eintauchen. Beim ersten Teil des Konzertes ehrte man das Geburtstagskind mit einigen seiner bekanntesten Gedichte in musikalischer Form. Zwischen den Songs wurden, wie für diesen Anlass traditionell üblich, die poetischen Texte von Robert Burns vorgelesen. Erst im Original - im schottischen Englisch, gelesen von der gebürtigen Schottin Catriona Hampton, danach übersetzt in steirischen Dialekt , gelesen von Marcus Pöttler.

Der ehemalige Anglistik-Student, der bereits drei Gedichtsbände verfasst hat (2007 – Fallen, 2012 – Schilderungen der Einzelheiten, 2013 – Noctarium) hatte es sich bereits im Jahr 2012 zur Aufgabe gemacht, die Gedichte Burns ins Steirische zu übersetzten – mit Erfolg, Auch die Band nutzte in manchen Liedern seine Übersetzungen um Burns Gedichte in unserem Dialekt wiederzugeben. Übrigens: Spätestens hier verstand man, dass Robert Burns Gedichte nicht immer ganz jugendfrei sind, auch wenn die Akustik teilweise nicht ganz optimal war. Im Publikum spürte man auf jeden Fall ein Gefühl der Geborgenheit und Freude, das die Iren als „craic“ bezeichnen.

Ab 21:30 Uhr gaben die fünf Musiker noch irische Folklore zum Besten. Die Professionalität, die kraftvolle, dynamische Musik die sofort zum Tanzen einlud und der sichtliche Spaß der Band und ihre Bewunderung für Robert Burns Vermächtnis sowie der schottischen und irischen Kultur, die man im ganzen Raum vernehmen konnte, machen die John Ryan's Band wohl zu einer der besten in ihrem Genre und mit Sicherheit zu einer Sehenswürdigkeit die sich keiner entgehen lassen sollte.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Band doch noch irgendwann dazu entschließt in Studio zu gehen um die Fans mit einer CD zu beglücken. Wer nicht warten will, sollte den nächsten Auftritt der Fünf am 18. März bei der „Irish Night“ im Dorfcafé in Ratten nicht versäumen. Wie der Ire sagen würde:“ Let´s go and have some craic!“.
Die exzellente Organisation, das hohe Engagement des Jupp-Teams, die professionelle Musik und Gedichte die direkt ins Blut gingen, all dies machte die Robert Burns Night im Jupp zu einem großem Highlight, das wir schon jetzt zu den besten Veranstaltungen im Bezirk Weiz, im Jahr 2016 zählen können. Ein Abend des Kulturaustausches umgesetzt in künstlerischer Form, getragen von der Musik, die den BesucherInnen, das Schaffen Robert Burns näher brachte.

Wer Lust bekommen hat all dies zu erleben kann im nächsten Jahr (lauf Lokalchef Jupp) definitv schon mit der dritten Robert Burns Night rechnen. Auf das nächste Event im Billard the Pub darf man sich übrigens auch schon freuen – dann steht der 13. Februar, mit der „John Mayer Blues Experience“ ganz im Zeichen des „dirty-old-Blues“.
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