30.03.2017, 09:06 Uhr

Gleisdorf einmal ganz persönlich

Im Rathaus ist immer viel zu tun: Bgm. Christoph Stark plant gerade mit TIP-Chef Gerwald Hierzi und Cynthia Fritz (PR) die nächsten Projekte. (Foto: Gde Gleisdorf)

Im Rahmen der Ortsreportage war WOCHE-Redakteurin Barbara Kahr in Gleisdorf unterwegs.

Montagmorgen in Gleisdorf: heftiges Treiben auf den Straßen, Leute gehen mit Aktenkoffern und Taschen gedankenverloren zur Arbeit und in manchen Geschäften brennt bereits Licht.
Das Auto wird am Parkplatz beim Sonnenpark abgestellt, wo schon die ersten Schwalben ihre Nester bauen. Mein erstes Ziel: Das Servicecenter Gleisdorf. Zu Fuß geht es an der Buchhandlung Plautz und der Apotheke vorbei Richtung Rathaus. Dahinter befindet sich das Servicehaus. Dort angekommen, erhalte ich ein Elektroauto um zwei Euro in der Stunde. Online hatte ich den Wagen bereits reserviert. Im Zuge einer kurzen Fahranleitung wird die Karte alias der Autoschlüssel übergeben und schon geht es los mit meiner ersten Fahrt mit einem E-Auto, genannt TAMI (Täglich Auto mieten). Umweltschonend und ökonomisch geht es weiter zu einer Gleisdorf-Rundfahrt. Zwischenfazit: Tolles Fahrgefühl und lustig zu fahren. Als dann die Ampel vor dem Gleisdorfer Einkaufszentrum auf Rot springt, sehe ich einige Angebote: Ab geht's zum Shopping. Gewand, Deko, Lebensmittel - im GEZ wird jeder fündig. Und frau hat wie üblich nichts zum Anziehen zu Hause. Fünf Einkaufstaschen später landen diese auf dem Rücksitz und schon geht es zurück zum Servicecenter. Auto abstellen, zusperren, Karte abgeben und das war's auch schon mit der Bürokratie.

Ein Blick ins Rathaus

Gegenüber des Servicecenters liegt das Rathaus. Das ehrwürdige Gebäude wurde 1894 erbaut. Steht man davor und blickt nach oben, sieht man das Gleisdorfer Wappen am Giebel. Rechts steht eine Statue vom heiligen Florian, die nach einem großen Brand errichtet wurde – er gilt als Schutzpatron gegen Feuer und Dürre. Im Rathaus steht in einer Auslage des Infocenters die Gleisdorfer Tracht. Diese sei laut Cynthia Fritz vom TIP Tourismusverband eigens für die Stadtgemeinde kreiert worden. Auf den Herren- und Damengilets sowie im Dirndlleib ist das Stadtlogo zu finden - eine Sonne mit einem Herz. Die Farbe Rot in der Tracht ist vom alten Wappen übernommen, das Grün steht für die Moderne. Im ganzen Rathaus herrscht reges Treiben. Gerade besprechen Bürgermeister Christoph Stark, Tourismusverband-Chef Gerwald Hierzi und Cynthia Fritz die nächsten Projekte im Sitzungssaal.

Eine App für alle Fälle

Die Zeit rennt ja bekanntlich und schon knurrt der Magen: Mittagessen, aber wo? Seit Kurzem gibt es eine eigene Gleisdorf-App. Hier sind alle regionalen Gastronomen samt ihrer Öffnungszeiten und, wenn vorhanden, den Menüplänen aufgelistet. Nach fünf Minuten steht die Entscheidung fest: auf zum Gut, einem Restaurant der Chance B. Am Speiseplan stehen ein gegrilltes Welsfilet auf Pfannengemüse mit Zitronen-Knoblauchbutter und Petersilie oder Mohn-Schupfnudeln mit Apfelmus – ich nehme von beidem etwas. Frisch gestärkt geht es jetzt tierisch weiter.

Kleine Nagetiere

Nach dem Solarstadion und gegenüber der Hundewiese liegt das Zuhause der Nutrias. Diese kleinen Nagetiere, auch Bieberratten genannt, sind Vegetarier und werden von Johann Absenger täglich gefüttert. "Ich kümmere mich seit 30 Jahren um die Tiere. Sie sind mir einfach ans Herz gewachsen", erzählt er, während ihm große und kleine Nutrias Karotten aus der Hand fressen. Das probiere ich gleich mal aus und schmelze schon beim Anblick der Kleinen dahin. Als alles aufgefressen ist, verabschiede ich mich.

Regionale Kostbarkeiten

Der Bauernmarkt mittwochs und samstags gehört zu Gleisdorf wie der Bürgermeister zu einer Stadt. Honig, Säfte, saisonales Gemüse, Obst, Blumen und Leckereien wie Topfentascherln locken die Bewohner zu den Ständen. Man grüßt sich, hier und da stehen Leute zusammen und tauschen Neuigkeiten aus. Zwischen Salat und Erdäpfeln komme ich mit dem Gleisdorfer Christopher Kaufmann ins Gespräch. "Ich versuche, so viel wie möglich beim Bauernmarkt zu kaufen. Ich will mich ja gesund ernähren und mein Essen aus der Region haben. Der Bauernmarkt ist da einfach sehr praktisch. Regionalität ist wichtig für mich", sagt er, zahlt sein Gemüse und wünscht der Verkäuferin und mir noch einen schönen Tag.
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