15.01.2018, 08:25 Uhr

Leben in der kleinsten Gemeinde des Bezirks

St. Kathrein am Hauenstein ist mit 647 Bewohnern und etwa 300 Haushalten die kleinste Gemeinde im Bezirk Weiz. (Foto: Jakob Hiller)

Das Leben im Dorf: Einerseits reißt die ländliche Idylle die Städter zu Träumen hin, andererseits lässt die harte Realität mangelhafter Infrastruktur diese Träume auch wieder sehr schnell zerplatzen.

Vor diesem Hintergrund hat das Handelsunternehmen Adeg gemeinsam mit dem Österreichischen Gemeindebund einen Bericht über die Lebenswelt in Österreichs Dörfern veröffentlicht. Dazu wurden mehr als 1.000 Dorfbewohner ab 16 Jahren befragt, die quer durch Österreich in Gemeinden mit höchstens 5.000 Einwohnern leben. Insgesamt sind 3,4 Millionen Menschen, knapp 40 Prozent der österreichischen Bevölkerung, in solchen Dörfern zu Hause.

Plus und Minus im Dorf

Nach den Vorteilen des Lebens im Dorf befragt, betonte mehr als die Hälfte der Dorfbewohner die Nähe zur Natur. Für 38 Prozent ist die Ruhe ein klarer Pluspunkt, während für 33 Prozent die frische Luft und für 29 Prozent die stärkere Gemeinschaft wesentlich sind. Bei den Nachteilen beklagten knapp zwei Drittel die mangelhafte Infrastruktur, 44 Prozent die maue Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen, 30 Prozent die Nahversorgungssituation und ein Viertel das Ausbildungsangebot.
Die WOCHE hat sich hinsichtlich dieser allgemeinen Berichtsergebnisse in der kleinsten Gemeinde des Bezirks umgehört.

St. Kathrein am Hauenstein

Laut der Landesstatistik Steiermark ist mit 647 Bewohnern am Stichtag des 1.1.2017 die Gemeinde Sankt Kathrein am Hauenstein die kleinste des Bezirks.
Trotzdem gibt es hier rund 20 Vereine, in denen sich laut Bürgermeister Peter Knöbelreiter ein Großteil des Gemeindelebens abspielt. Laut dem Bericht geben insgesamt knapp die Hälfte der befragten Dorfbewohner an, Mitglied in mindestens einem Verein zu sein, über ein Drittel engagiert sich ehrenamtlich. Dieser Zusammenhalt ist für Peter Knöbelreiter einer der vielen Vorteile, in so einer kleinen Gemeinschaft zu leben: "Jeder kennt jeden, vor allem ich als Bürgermeister kenne jeden Kathreiner persönlich. Das nehmen eigentlich alle als großteils sehr positiv wahr", erzählt er. Einen Nahversorger gibt es im Dorf, der von einem Nahversorger aus Rettenegg mitbetreut wird. "Vor 30 Jahren waren es noch vier Kaufhäuser, jetzt müssen wir schon froh sein, dass wir das eine haben", thematisiert er einen der Nachteile des Lebens "am Land". Die so gut wie nicht umsetzbare Anbindung an den öffentlichen Verkehr und das Auspendeln-Müssen der Bewohner sieht er als weitere Nachteile.
Trotzdem gibt es so gut wie keine Abwanderung in seiner kleinen, aber feinen Gemeinde: Selbst die Jungen, die unter der Woche in der Stadt arbeiteten, kämen am Wochenende so schnell es nur ginge wieder hinaus auf's Land.
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