26.06.2017, 09:43 Uhr

Unser Wasser - eine Selbstverständlichkeit !?

Wie uns bereits aus Kindheitstagen bekannt ist, ist Wasser mitunter die wichtigste Ressource des Menschen. Ob in Lebensmitteln, Kleidung, Elektronik oder Genussmitteln, von der Haltung und Fütterung von Tieren bis zur Verarbeitung, bei der Herstellung von Produkten der Industrie bis in den Lebensalltag im Haushalt. Wasser wird überall benötigt – nicht umsonst wird es also als Quelle des Lebens bezeichnet. Aber achten wir im Alltag auch darauf mit dieser wertvollen Ressource sparend umzugehen?


In Österreich werden im Durchschnitt 130 Liter Wasser pro Einwohner und Tag gebraucht. Berücksichtigt man zusätzlich noch die Herstellung aller Produkte die in Mitteleuropa täglich für die Konsumenten produziert werden verbraucht jeder Einwohner pro Tag 4.500 Liter Wasser.

Betrachtet man dabei seinen privaten, alltäglichen Wasserverbrauch mögen diese Zahlen absurd erscheinen. Oftmals ist man sich aber der Konsequenz des eigenen Konsums nicht bewusst. Nur ein genauer Blick auf den gesamten Prozess - von der Herstellung der Ware bis zum Verkauf an den Endkunden, machen diese Zahlen greifbar.
Wissen Sie etwa wieviel Wasser die Herstellung eines T-Shirts, eines Pkw‘s, einer Tasse Kaffee oder einem Kilogramm Rindfleisch benötigt?

Die nachfolgende Tabelle gibt nicht nur Aufschluss über den Verbrauch an Wasser pro erzeugter Ware, sondern soll auch dazu anregen, dass eigene Konsumverhalten zu überdenken.

Der industrielle Wasserverbrauch:

Produkt / Wasserverbrauch [in Liter]
Herstellung eines Pkw‘s / 400.000
1 kg Kakao / 27.000
1 kg Röstkaffee / 21.000
1 kg Rindfleisch / 15.455
Herstellung einer Jeans / 8.000
Herstellung eines T- Shirts / 4.100
1 kg Bananen / 940
1 kg Plastik / 500
1 kg Papier / 280 [ca. ein Vollbad + 6 Minuten duschen]
1 Tasse Kaffee / 140
1 Tasse Tee / 30
1 kg Umweltschutzpapier / 2

Neben dem Wasserverbrauch der Industrie hat somit vorallem unser Konsumverhalten im Alltag – ob es sich um unseren Konsum bezüglich Ernährung, Mode, Elektrowaren, Alltagsgegenstände oder um unser Verhalten im Haushalt handelt, die größte Auswirkung auf die Erhöhung oder Reduzierung des globalen Wasserverbrauchs.

Der Wasserverbrauch im Haushalt:

Die durchschnittliche Menge, benötigten Wassers im Haushalt, pro Tag teilt sich auf mit rund 35 L in die Bereiche Baden & Duschen, 35 L WC - Spülung, 40 L Wäsche waschen sowie Kochen und Trinken, mit 5 L. Der Rest von rund 25 L fällt auf Bereiche wie etwa Gartenpflege, Autowäschen, Reinigung etc.

Ein Vollbad beispielsweise benötigt 200 Liter Wasser, während ca. 6 Minuten Duschen 70 Liter Wasser benötigt. Der Wasserverbrauch eines gewöhnlichen Spülkastens am WC beträgt 9 Liter pro Spülung.

Tipps zum Wassersparen im Haushalt:

Neben den üblichen Sparmaßnahmen wie etwa den Wasserhahn bewusst zu benutzen (z.B. vom Zähneputzen bis zur Gartenpflege), kann man auch sanitäre Änderungen bzw.Verbesserungen am Haus, wie etwa eine Spülstromregulierung, Wassersparanschluss, Grauwasser- Anlagen, Wassermengenregler oder Regenwassertonnen anbringen.Schon kleine Ausgaben können große Investitionen in die Zukunft sein.
Ein kostengünstiger Wassermengenregler etwa kann je nach anliegendem Druck 1 - 13 Liter Wasser pro Minute einsparen. Dies wiederum ergibt durchschnittlich ungefähr 10 Liter Frischwasser pro Person und Wasserhahn, am Tag, die auf diesem Wege eingespart werden können.

Sinnvoll ist dies natürlich gerade weil neben der WC-Spülung, die Bereiche „Baden & Duschen“, die meiste Wassermenge im Alltag verbrauchen. Ein WC- Spülkasten mit zusätzlicher Sparfunktion oder gar einer zusätzlichen Wasserspartaste kann weiters, 3 bis 6 Liter pro Spülung einsparen.
Somit kann man gerade durch solch geringe Investitionen in diesem Bereich den gesamten Wasserverbrauch im Haushalt um bis zu 50% senken.

Auch gerade im Bereich Elektronik, ist das neueste Produkt oftmals nicht die beste Wahl. Denken Sie vor dem Einkauf (beispielsweise einer neuen Kamera, eines Handys oder PC‘s) doch mal über ein gebrauchtes Gerät nach - immerhin schont das ganze ja zumeist nicht nur die Umwelt sondern auch das eigene Bankkonto.

Die Anschaffung von neuen Großelektronikprodukten (wie etwa Waschmaschinen oder Geschirrspüler) mit höchster Energieeffizienz sollte da schon eher eine Überlegung wert sein. Gekennzeichnnet werden diese mit dem EU-Energielabel für Elektrogeräte, wobei Geräte mit dem Wert „A+++“ den niedrigsten Energieverbrauch vorweisen und somit, wenn es um langjährige Sparmaßnahmen geht, am ehesten in Betracht gezogen werden sollten.

3 Tipps die Sie heute noch anwenden können:

1. Geschirrspülmaschine (richtig) verwenden: Wenn Sie ihr Geschirr auf diese Art waschen sollten Sie darauf achten, die Maschine vor dem Waschgang komplett zu füllen – ein Vorwaschen des Geschirrs per Hand ist nur selten nötig und kostet unnötig Wasser, Geld und Zeit. Moderne Geräte verfügen bereits über einen Ecomodus mit dem zusätzlich weniger Wasser und Strom verbraucht wird.Auch Waschmaschinen sollten immer komplett gefüllt werden.

2. Übriges Wasser benutzen: Denken Sie darüber nach was sie mit Wasser tun könnten, dass bereits gebraucht wurde –das Wasser aus dem halb ausgetrunkenem Wasserglas, oder das Wasser welches zum Salat waschen benutzt wurde – beides kann auch noch zum Gießen der Hauspflanzen verwendet werden – Seien Sie kreativ!

3. Tropfender Wasserhahn: Ein tropfender Wasserhahn verbraucht bis zu 6000 Liter im Jahr. Schuld daran ist entweder der Wasserhahn selbst oder der Spülkasten. Beides ist i.d.R. flott repariert und spart somit auf schnelle Weise Geld und Wasser.

Was macht die Stadt Weiz bzw. der Bezirk Weiz um Wasser zu sparen?

Die tägliche Konsensmenge an Wasser der Stadt Weiz beträgt 125 l/s. Im letzten Jahr wurden rund 2 Milliarden Liter Wasser (das entspricht rund 60% der geförderten Wassermenge) an benachbarte Städte - von Mitterdorf bis Gleisdorf abgegeben. Dieser Umstand erklärt sich nicht nur aus der geschöpften Wassermenge sondern auch aufgrund der exzellenten Wasserqualität unserer Stadt.
Die Wasserversorgung wird größtenteils über die Karstquellen der Baumühlquelle mit 105 l/s und den Paarquellen mit 18 l/s gewährleistet.

Die im Jahr 2016 (nach 1-jähriger Testphase) in Betrieb genommene Ultrafiltrationsanlage in der Baumühlquelle, die als Pilotprojekt der Stadt Weiz gestartet wurde und bis heute die größte Anlage Österreichs ihrer Art darstellt, soll die Stadt auf die bereits spürbaren Veränderungen des Klimawandels vorbereiten.
Weiters handelt es sich bei der Ultrafiltrationsanlage um eine umweltfreundliche Form der Trinkwasseraufbereitung, mit welcher feinste Stoffe (bis Bakteriengröße) mittels einer Membran aus dem Wasser der "Baumühlquelle" gefiltern werden.

Im Jahr 2008 wurden zudem bereits alle „Weizer“ Kindergärten sowie Schulen mit Perlatoren ausgerüstet und Regenwassernutzungsanlagen mit bis zu 800€ pro 10m³ Inhalt von der Stadt gefördert.

Weiters leistet die Stadt, insbesondere das Team rund um Ing. Walter Ederer, Abteilungsleiter des Wasserwerks, immer wieder Öffentlichkeitsarbeit in Form von Führungen von etwa Schulklassen oder bei den Umwelttagen der neuen Mittelschulen.
Dort lernen die Schüler und auch manch Erwachsener mit dem Wasser bewusst umzugehen und es auch sinnvoll zu verwenden. „Sparen muss man nur während einer Krise. Zum Glück sind wir in einer Lage in der das nicht nötig ist aber das Wasser bewusst und nur sinnvoll zu nutzen, muss jedem ein Anliegen sein – nicht nur für uns sondern schon alleine für künftige Generationen.“

Im Bereich der Industrie sieht die Stadt Weiz ein großes Eigeninteresse selbiger um nachhaltig zu produzieren. Dies ergibt sich schon allein durch den wirtschaftlichen Faktor. Da in unserer Region ausschließlich Quellwasser gebraucht wird, kann dieses auch wieder zugeführt werden, sodass es wieder in den Weizbach einfliessen kann. Entnahmen aus der Raab etwa um die Wasserversorgung auf den Ackerflächen zu gewährleisten und die auch nur kaum nötig sind, müssen durch Bewilligung der BH- Weiz genehmigt werden. „Das Bewusstsein zum Wassersparen unserer Einwohner ist auch sehr ausgeprägt – das wurde uns immer wieder bestätigt“, so Barbara Kulmer, Referentin für Umwelt &Mobilität.
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