13.01.2018, 12:41 Uhr

Volksschulen: FPÖ sieht "dringenden Handlungsbedarf" auch im Bezirk Weiz

In steirischen Volksschulen steigt der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache. In der VS Weiz ist er rückläufig. (Foto: WOCHE)

Der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache in Volksschulen sei laut FPÖ erneut angestiegen. Im Bezirk sei demnach der Volksschulstandort Weiz vorwiegend betroffen. Während FPÖ-Bezirksparteiobmann Erich Hafner "dringenden Handlungsbedarf" sieht, vertreten VS-Direktorin und Referentin für Migration andere Ansichten.

WEIZ. – Die FPÖ Steiermark hat mittels schriftlicher Anfrage an Bildungslandesrätin Ursula Lackner in Erfahrung gebracht, dass für 9.012 Kinder (21,2 Prozent) aller Volksschüler in der Steiermark Deutsch nicht die Muttersprache, sondern eine Fremd- bzw. Zweitsprache sei. "In Graz gibt es bereits Schulen mit einem Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache von über 90 Prozent", weiß der designierter Klubobmann und FPÖ-Landesparteisekretär Stefan Hermann. Die türkis-blaue Regierung werde künftig im Hinblick auf den Übertritt ins Regelschulwesen strengere Kriterien setzen. 

Vorschule als Möglichkeit

Geht es nach den Plänen der neuen Bundesregierung, sollen Kinder, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, in Zukunft vor dem Eintritt in die Volksschule die Vorschule besuchen. Ziel sei es dabei, dass alle Kinder beim Eintritt in die erste Schulstufe über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, um dem Regelunterricht folgen zu können.

Handlungsbedarf auch im Bezirk?

Laut dieser Anfrage der FPÖ sind neben dem Volksschulstandort Weiz (40,30 Prozent) auch die Standorte Gleisdorf (29 Prozent) und Flöcking (21,9 Prozent) von einem hohen Anteil besonders betroffen. FPÖ-Bezirksparteiobmann Erich Hafner: „Die Zahlen in unserem Bezirk verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf."

"Die Zahlen in unserem Bezirk verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf."
– Erich Hafner

Anderer Ansicht

Lydia Kalcher ist Direktorin der Volksschule Weiz, die jedoch eine andere Ansicht zu diesem Thema vertritt: "Es wird gerade besser bei uns. Lag der prozentuelle Anteil vor zwei Jahren noch bei 44 Prozent, sinkt er aktuell weiterhin. Wir haben qualifizierte Lehrer, die sehr gut mit den Kindern umgehen."

Auch Helga-Maria Marx, Referentin für Migration in der Stadtgemeinde Weiz, sieht die Situation differenzierter. "Prozente sind nicht immer das Thema, sondern die Qualität macht es aus. In der Stadt Weiz arbeiten die beiden Volksschulen intensiv gemeinsam mit dem Schulerhalter zusammen, haben einen Verteilungsschlüssel ausgearbeitet, um den Schülern jetzt und auch in den nächsten Jahren eine gute Qualität bieten zu können."  

"Prozente sind nicht immer das Thema, sondern die Qualität macht es aus.
– Helga-Maria Marx

Weiz nicht vergleichbar mit Graz

Marx betont außerdem, dass die Zahlen der Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache von Region zu Region verschieden sind. Con­clu­sio: "Die Weizer Situation ist nicht mit der Grazer Situation zu vergleichen", sagt die Referentin für Migration.

74 Nationen in der Stadt Weiz

Gleichzeitig möchte sich Helga-Maria Marx bei den Weizer Volksschulen für "ihre hervorragende Arbeit" bedanken. Sie sei ein wichtiger Teil des ersten Schrittes für eine erfolgreiche Integration. "In der Stadt Weiz leben 74 Nationen, ich finde, dass das Zusammenleben sehr gut funktioniert. Vor allem Kinder unterscheiden nicht, wer man ist oder woher man kommt. Kinder haben eine freie Sicht auf die Welt." 

Vor allem Kinder unterscheiden nicht, wer man ist oder woher man kommt. Kinder haben eine freie Sicht auf die Welt."
– Helga-Maria Marx
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