16.09.2016, 20:57 Uhr

Hitzewellen im Ozean schädigen Ökosysteme stark

Symbol-Foto
Enorme Warmwasserblasen im Ozean haben deutliche Spuren an den Ökosystemen hinterlassen. So hatte sich die ungewöhnlich lang andauernde Warmwasserblase "The Blob" vom Winter 2013/2014 bis Ende 2015 auf der Wasseroberfläche des Nordpazifiks ausgebreitet. Sie maß zeitweise einen Durchmesser von bis zu 1.600 Kilometern und hatte Wassertemperaturen von mehr als drei Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt - mit Negativfolgen für das Ökosystem, wie Forscher der ETH Zürich http://ethz.ch konstatieren.

Reduzierte Nährstoffzufuhr

Aufgrund der geringeren Dichte des warmen Oberflächenwassers durchmischte sich dieses weniger mit kaltem und nährstoffreichem Tiefenwasser, insbesondere entlang der Westküste Nordamerikas. Dies hatte weitreichende Folgen für die Meeresbewohner und Ökosysteme: Die reduzierte Nährstoffzufuhr schwächte das Wachstum von Phytoplankton; die Wärme und der Nahrungsmangel führten dazu, dass einige Zooplankton- und Fischarten in kühlere Regionen abwanderten. Hingegen hatten Forscher im Nordpazifik länger als üblich Zwerggrindwale beobachtet. Diese tropische Walart ist normalerweise 2.500 Kilometer weiter südlich zuhause.

Eine stärkere, aber kürzere Hitzewelle traf die australische Westküste um die Jahreswende 2010/2011. Die Temperaturen lagen bis zu sechs Grad Celsius über den Normalwerten für diese Jahreszeit. Der Meeresboden an der Küste Westaustraliens ist bekannt für viele Braunalgen. Diese marinen "Algenwälder" haben ähnliche Funktionen wie terrestrische Wälder: Sie bieten vielen Tierarten Lebensraum und Nahrungsgrundlage, insbesondere einer Vielzahl von Fischen. Studien zeigen, dass die meisten Bestände dieser Algenwälder in kürzester Zeit während dieser Hitzewelle verschwunden sind. Insgesamt ging eine Fläche von 1.000 Quadratkilometern Algenwald verloren. Bis heute haben sich die Algenbestände nicht erholt. Es bildete sich ein neues Ökosystem mit tropischen Fischen und Seegräsern.

Sozioökonomische Folgen

"Die zwei Extremereignisse im Nordpazifik und an der Westküste Australiens haben uns erstmals im Detail vor Augen geführt, dass Hitzewellen auch im Ozean zu einer Reihe von unabsehbaren ökologischen und sozioökonomischen Folgen führen können", so die ETH-Zürich-Forscher. Zum Beispiel hätten die Extremlagen gezeigt, dass viele Fische in kältere nördlichere Gefilde abziehen. Ein Ausweichen in kühlere Meerestiefen ist für viele Fische keine Option, da in tieferen Bereichen das Sonnenlicht, Sauerstoff und pflanzliche Nahrung fehlt. Dies führt letztendlich auch zu Einbußen in der Fischerei, aber auch in der Tourismusbranche.

Aussender: pressetext.redaktion
6
Diesen Mitgliedern gefällt das:
2 Kommentareausblenden
68.207
Josef Lankmayer aus Lungau | 16.09.2016 | 21:29   Melden
47.731
Harald Schober aus Weiz | 17.09.2016 | 14:50   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.