Evolutionsmuseum Krenglbach: Das Wunder Mensch auf drei Stockwerken

"Lonesome George"
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KRENGLBACH. Es ist das Lebenswerk des Mediziners Wolfgang Artmann. In eineinhalb Jahren entstand in Krenglbach angrenzend an den Aquazoo Schmiding das in Österreich einzigartige Evolutionsmuseum. Heute findet dazu die offizielle Eröffnung statt. Das um 3,6 Millionen Euro weitgehend aus Privatmitteln finanzierte Projekt erzählt die Geschichte des menschlichen Individuums. Auf 4.000 Quadratmetern, verteilt auf drei Stockwerken, entfaltet sich das Wunder Mensch. Die Präsentation beginnt bei den frühen Vorfahren des Menschen, den sogenannten Hominiden, in der afrikanischen Savanne und endet in der Darstellung der künstlichen Intelligenz. Artmann verfolgte die Idee, ein derartiges Museum zu bauen, seit vielen Jahrzehnten. „Der Impuls dazu kam mir auf einer Reise nach Neuguinea, wo ich miterleben konnte, wie indigene Völker durch den Druck der Zivilisation bedroht wurden.“ Bei seinen Aufenthalten in Asien, Afrika und Südamerika mit seinem Freund Dr. Trupp, sammelte Artmann zahlreiche außergewöhnliche Exponate, die bis dahin öffentlich noch nie gezeigt wurden.

Spektakuläre Exponate

1.000 Ausstellungsstücke sind zu sehen. Zu den Attraktionen zählen beispielsweise der einzige Abdruck der legendären Riesenschildkröte "Lonesome George", der als letzter Vertreter seiner Art erst vor kurzem verstorben ist, ebenso wie ein 2100 Jahre alter ägyptischer Sarg als Leihgabe aus den Beständen des Kunsthistorischen Museums Wien oder die europaweit größte Federschmucksammlung aus dem Amazons. Darüber hinaus wird ein im Originalzustand erhaltener Holztempel aus Java präsentiert. Der mehr als 100 Jahre alte Tempel wurde vor mehr als drei Jahrzehnten vor der Zerstörung gerettet. Ein Highlight ist auch die Nachbildung der Höhlenmalereien von Chauvet, die mit großem Aufwand angefertigt wurden. Anna Kinateder hat sich beim detailgetreuen Kopieren von Ausschnitten aus der französischen Chauvet-Höhle laut Artmann regelrecht „in einen Höhlenmenschen verwandelt“.

Die Zukunft der Evolution

Am Ende der Ausstellung wagen die Museumsgestalter einen Ausblick in die Zukunft. Das Thema bildet dabei die künstliche Intelligenz und die Frage, wohin wir gehen. Eine Antwort gibt die mögliche Züchtung von Gehirnzellen aus embryonalen Stammzellen als Festplatte von selbstlernenden Biorobotern. Mit einem menschlichen Gehirn im Zentrum einer überdimensionalen Glaspyramide beschließt das Evolutionsmuseum das Menschheitskapital.

Autor:

Nina Leitner aus Wels & Wels Land

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