Welser Szene im Gespräch
So kämpft die Kultur mit der Corona-Krise

Beim Alten Schl8hof steht zurzeit alles still.
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  • Beim Alten Schl8hof steht zurzeit alles still.
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Mit neuen Formaten und Angeboten reagieren Kulturschaffende auf die Herausforderungen.

WELS (mb, mst). Die Kulturszene schwankt derzeit zwischen Hoffen und Bangen. "Wir stehen alle in den Startlöchern, aber wissen nicht, wann es wieder weitergeht", sagt Peter Kowatsch. Der Intendant des jährlich stattfindenden „Welser Arkadenhof Kultur Sommer" (WAKS) repräsentiert auch die klassische Szene in Wels. "Bei mir würde eigentlich die 15. Auflage des WAKS anstehen." Zahlreiche Künstler seien gebucht, doch alles sei in der Schwebe. Ein Ausweg wäre, die Veranstaltungsreihe auf den 1. Juli zu verlegen – "sonst muss ich schweren Herzens absagen". Dann aber gebe es einen Plan C: Kowatsch übernimmt im Oktober die Kulturlocation "Kornspeicher" in Wels. Dort ließen sich dann Events des WAKS unterbringen. "Man muss jetzt in dieser Zeit findig sein und darauf bauen, wieder durchstarten zu können."

"Dramatische" Lage

"Dramatisch" sei die Lage auch für die freie Szene in Wels, so Stefan Haslinger, Obmann des Betriebsvereines "Alter Schl8hof". Zwar würde von den Welser Kulturschaffenden kaum jemand allein von der Kunst leben – "aber für kleine Spielstätten und Produktionen, die über den Vorverkauf arbeiten, ist es eine Belastung", sagt Haslinger. "Sie müssen mit großem Aufwand verschieben und noch dazu dann neu bewerben."
Aber auch die Kulturinstitution "Schl8hof" beutelt es: "Wir hätten im April das 35-Jahr-Jubiläum gefeiert." Die Kernveranstaltungen hätten eigentlich gerade anlaufen sollen. Jetzt wird verschoben, doch "in dieser Geballtheit werden wir es im Herbst sicher nicht schaffen, weil es dann mit anderen Veranstaltungen kollidiert."

Chance für die Szene

Doch bei all den Wirrungen und Problemen: Kowatsch und Haslinger sehen die Corona-Zeit auch als Chance für die Szene. Letzterer hofft auf eine Aufwertung in der Wahrnehmung: "Es wird jedem plötzlich klar: Es fehlt einfach etwas. Das wird die Wertigkeit von Kunst und Kultur nachhaltig verbessern." "Vielleicht wird die Szene durch die Krise auch vielfältiger", sagt Kowatsch. "Es werden Entwicklungen beschleunigt, neue Wege zu gehen." Beispiele dafür seien Live-Streams von Aufführungen oder neue Songs, die die Künstler derzeit mit liebevoll produzierten Online-Clips dem Internetpublikum offerieren – "auch wenn das das Live-Erlebnis und den Austausch mit dem Publikum niemals ersetzen kann", so Haslinger.
Einer der genannten kreativen Ansätze ist der "Corona-Song" von Kim Lindner: Gemeinsam mit Freundin Theresa Mursch produzierte die Steinhauserin den Titel „Aufwochn“, der momentan im Internet tausendfach aufgerufen und geteilt wird. „Wir sind in einer Theatergruppe im Ort und wollten immer schon ein gemeinsames Projekt starten – jetzt war der richtige Moment“, so Mursch. Für das Video wurden auf Instagram Menschen aufgerufen, mitzumachen, jeder gestaltete einen Teil des Liedtextes auf Schildern. Zu sehen ist er auf Lindners Facebook-Seite.

"Live-Erfahrung fehlt"

Andere Vertreter der spielenden Zunft müssen abwarten – so wie die Welser Rockband "New Chance". Vor einigen Tagen veröffentlichten die Musiker ihren neuen Song "Tragedy". Diesen wollte die Band natürlich live präsentieren, dann kam Corona. Die Schlagzeugerin der dreiköpfigen Gruppe, Valerie Kelmendi, erzählt über ihre Erfahrungen: "Besonders die Live-Erfahrung vermisse ich sehr. In der Band sitzen wir alle schon auf Nadeln. Auch zwei Konzerte mussten wir schon absagen." Die Quarantäne nutzen die Rock-Musiker währenddessen zum Üben und Austauschen von Song-Ideen. Natürlich alles sozial distanziert per Internet.

Beim Alten Schl8hof steht zurzeit alles still.
Die Welser Rockband "New Chance" sucht Wege durch die Krise.

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