Darmgesundheit
Der Darm als Zentrum der Gesundheit

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WELS (ah). Der Darm ist das Zentrum unserer Gesundheit. Geht’s unserem Darm gut, geht’s auch uns gut. Er ist für die Verdauung, den Stoffwechsel, der Immunabwehr und für die Verhinderung von Entzündungsprozessen zuständig.

Neu zugeschrieben wird dem Bauchorgan immer mehr Bedeutung hinsichtlich Bauchgefühl und Mikrobiom, der Gesamtheit aller Bakterien, die sich in unserem Darm aufhalten.

Blähungen, Durchfälle und Verstopfungen als Anzeichen für Probleme mit dem Darm

„Ist der Darm nicht gesund, zeigt er uns das häufig durch Blähungen, Durchfälle und Verstopfungen“, erklärt Harald Hofer, Leiter der Abteilung für Innere Medizin I am Klinikum Wels-Grieskirchen und Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH). „Alarmzeichen sind Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust oder Durchfälle über einen längeren Zeitraum, aber auch wechselnde Stuhlgewohnheiten. Dann sollte unbedingt eine Abklärung der Symptome erfolgen“, so der Experte.

Rund 100 Billionen Bakterien besiedeln unsere Darmflora und bilden das sogenannte Mikrobiom. Bei gesunden Menschen befindet sich die Zusammensetzung der Bakterien im Gleichgewicht, bei kranken Personen überwiegen die pathogenen Keime. Die Ursachen für ein gestörtes Mikrobiom sind vielfältig: „Lebensstil, wie Ernährungs- und Bewegungsverhalten, Medikamenteneinnahme sowie Umweltbedingungen haben Auswirkungen auf die Zusammensetzung der persönlichen Darmflora“, so Hofer.

Vor allem bestimmte Antibiotika können die Darmflora nachhaltig stören. Mit massiven Auswirkungen: Verschiedene Krankheiten, etwa chronisch‐entzündliche Darmerkrankungen, Übergewicht, Herz‐
Kreislauf‐Erkrankungen und Allergien, Lebererkrankungen, aber auch psychische Probleme und Depression können in der Entstehung oder deren Heilung durch das Mikrobiom beeinflusst werden.

Wie kann man seinen Darm am besten schützen?

Eine Antibiotika-Therapie sollte nur bei einer nachgewiesenen bakteriellen Infektion verordnet werden, und dann möglichst gezielt. „Mit einem Antibiogramm testen wir die Empfindlichkeit der Erreger gegenüber Antibiotika“, sagt der Leiter des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie am Klinikum Wels‐Grieskirchen, Rainer Gattringer.

Eine gesunde Ernährung mit ausgewogener Mischkost, keine Fertigprodukte, wenig Fruktose, die etwa in Softdrinks enthalten ist, helfen, das Mikrobiom im Gleichgewicht zu halten. Zudem ist Vorsorge wichtig. In Österreich erkranken pro Jahr etwa 5000 Menschen an Dickdarmkrebs. Durch prophylaktische Darmuntersuchungen kann diese Erkrankung frühzeitig diagnostiziert werden oder durch die vorsorgliche Entfernung gutartiger Vorstufen sogar der Ausbruch der Krebserkrankung sogar verhindert werden.

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