Massentests
"Bundesregierung lässt Wels im Dunklen tappen"

Die Stadt Wels wartet derzeit noch auf Informationen der Bundesregierung, wie die Massentests ablaufen sollen.
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  • Foto: panthermedia.net/tommyandone
  • hochgeladen von Matthias Staudinger

Bezüglich der von der Bundesregierung angekündigten Massentests hat die Stadt Wels bisher keinerlei Informationen darüber bekommen, ab wann und wie die Tests ablaufen sollen.

WELS. Die fehlenden Informationen betreffen nicht nur die Testungen an sich, sondern auch die Test-Auswertung und die Absonderung positiv Getesteter. „Die Massentests sind in ihrer Dimension mit einer Wahl durchaus vergleichbar. Für eine reibungslose Abwicklungen müssen umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden. Dafür sind wiederum rasch die offenen Fragen abzuklären. Derzeit lässt man uns aber alleine im Dunklen tappen“, erklärt der Welser Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ).

Wann, wo und wie testen?

Viele Fragen sind bei der Durchführung der Massentests, die nach den Informationen der medialen Berichterstattung am 7. Dezember bzw. 8. Dezember stattfinden sollen, noch offen. Bisher ist nicht bekannt, wo die Tests durchgeführt werden, wer diese Tests abnimmt, wer wann über die Testergebnisse informiert wird, wie die Absonderung erfolgen soll, und wie mit den Kontaktpersonen I umzugehen ist. Legt man die Erfahrungen aus den Massentests in Südtirol um, wo sich rund 60 Prozent der Bevölkerung haben testen lassen, so würde das bedeuten, dass sich in Wels rund 40.000 Personen freiwillig einer Testung unterziehen.  Derzeit können nach den Angaben des Roten Kreuzes 300 Personen in zehn Stunden pro Gesundheitsstraße getestet werden. Es wird daher ein einziger Standort für die Durchführung der Test, wie beispielsweise die Messe wahrscheinlich nicht ausreichen, um diese Anzahl zu bewältigen. Es wurde daher zwischenzeitlich der Auftrag erteilt, neben der Messe weitere geeignete Örtlichkeiten für den Aufbau von Teststraßen zu finden. Dabei ist mit zu bedenken, dass nicht alle Testwilligen über ein Fahrzeug verfügen. Denkbar wäre auch, dass die Turnsäle für die Durchführung zur Verfügung stehen.

Offen ist bisher auch, wie ausreichend medizinisches Personal bereitgestellt werden kann, um die Tests durchzuführen. Um rasch alle notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen, sind daher zeitnah detaillierte Informationen der Bundesregierung erforderlich.

Aktuelle Corona-Situation

In Wels stellt sich die COVID-19-Lage derzeit wie folgt dar: Momentan sind 448 Personen infiziert, das sind 7,17 Fälle in Promille zur Gesamtbevölkerung. Seit Beginn der Corona-Pandemie im heurigen Frühjahr wurden insgesamt 2.187 Personen positiv in Wels getestet (Quelle: AGES EMS, Stand Montag, 23. November, 08:00 Uhr).

Klinikum Wels-Grieskirchen
Im Klinikum Wels-Grieskirchen sind derzeit 141 Personen mit Covid-19 hospitalisiert (Normalstation), davon 44 Welser. 15 Personen sind mit Corona auf der Intensivstation, davon vier Welser.

Seniorenbetreuung
Momentan sind in den vier Häusern der städtischen Seniorenbetreuung insgesamt 15 Mitarbeiter und 13 Bewohner Covid-19-positiv. Die Situation stellt sich konkret folgendermaßen dar:

Noitzmühle: 7 Mitarbeiter und 9 Bewohner
Vogelweide-Laahen: 3 Mitarbeiter und 1 Bewohner
Neustadt: 5 Mitarbeiter und 3 Bewohner
Leopold Spitzer: 0 Mitarbeiter und 0 Bewohner

Das am Dienstag, 10. November durch das Land Oberösterreich verhängte Besuchsverbot in den Alten- und Pflegeheimen wurde bis einschließlich Sonntag, 6. Dezember verlängert. Weiterhin möglich sind natürlich Sterbe-Begleitung für Angehörige, Seelsorge und Begleitung in kritischen Lebensphasen. Alle Mitarbeiter der städtischen Seniorenbetreuung werden wöchentlich mittels Antigen-Schnelltest getestet. Wenn es dabei positive Fälle gibt, werden daraufhin auch alle Bewohner in deren Umgebung getestet.

Kinderbildung und -betreuung
Es bleiben alle städtischen Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen bei gleichbleibendem Personalstand während des zweiten Lockdowns in Wels geöffnet. Entsprechend den Bundesvorgaben ist auch an den städtischen Welser Pflichtschulen der Präsenzunterricht eingestellt und auf „Distance Learning“ umgestellt. Für alle Schüler, die eine Betreuung benötigen, ist diese sichergestellt.

Derzeit befinden sich in den Welser Pflichtschulen von den insgesamt 4.285 Kindern etwa 870 Kinder in der jeweiligen Bildungseinrichtung – das sind rund 20 Prozent. Die Zahl wechselt nahezu täglich, da viele das Betreuungsangebot nur tageweise in Anspruch nehmen. Allgemein gilt aber, dass die Tendenz generell leicht steigt. In der Praxis zeigt sich, dass sich Eltern immer öfter für eine Betreuung in den Einrichtungen entscheiden. In den Kindergärten sind die Zahlen hingegen gleichbleibend. Von den insgesamt 1.322 Kindern sind derzeit rund 550 in einer Betreuungseinrichtung, das sind knapp 42 Prozent. Von den insgesamt 546 Hortkindern nehmen 154 eine Betreuung in Anspruch, das sind rund 28 Prozent.

Gesundheitsreferentin Vizebürgermeisterin Silvia Huber (SPÖ): „Der Schutz und die Gesundheit der Bevölkerung haben für uns oberste Priorität. Nun hoffen wir, dass der Lockdown Wirkung zeigt und die Infektionszahlen sinken. Bezüglich der angekündigten Massentests fordern wir dringend die notwendigen Informationen seitens des Bundes.“

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