Streit um Altstadt 8
Heiße Debatte um "FreiRaum" in Wels

... Heute muss Mitgründer Wolf Dorner um FreiRaum kämpfen.
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  • ... Heute muss Mitgründer Wolf Dorner um FreiRaum kämpfen.
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Die derzeitige Bleibe und Zukunft des Vereins "FreiRaum" hat in Wels einen politischen Eklat ausgelöst.

WELS. Selbsthilfegruppen, Suppenküche, Sprachkurse, von den Welser Radlern bis zu hin zu Kultur-, und Sozial- und Bildungsinitiativen – alle sie fanden bisher Platz im "FreiRaum" in der Altstadt 8. Ende September wurde der Mietvertrag für den Verein von der Stadt gekündigt. Nahezu alle politischen Fraktionen sowie ehrenamtliche Organisationen stellen sich jedoch jetzt hinter den Verein und fordern: "FreiRaum soll bleiben, wo er ist".

Hintergrund

Zum Hintergrund: Im Jahr 2015 wurde "FreiRaum" – mit Rückendeckung aller Parteien – gegründet. "Wir bieten den Menschen in Wels kostenlos einen Raum zur selbstständigen Umsetzung von Aktivitäten", so Obfrau Monika Weichselbaumer. Mehr als 1.130 Veranstaltungen haben seither in den Räumlichkeiten stattgefunden.
Damit soll an dem Standort nun Schluss sein: Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) lud den Vorstand am 7. September vor, um mitzuteilen, dass der Mietvertrag gekündigt werde. "Wir haben adäquate Alternativen angeboten", so Rabl. "Es ist nicht einsehbar, dass man nicht ein paar hundert Meter weiter übersiedeln kann." Wozu auch rund 16.500 Euro Miete im Jahr bezahlen, wenn man städtische Objekte benutzen könne.

Neues Quartier "Bruchbude"

Doch: Die Ausweichquartiere erweisen sich als unbrauchbar: "Das ehemalige D22 ist eine Bruchbude, in die man erst viel Geld reinstecken müsste", sagt Obfrau-Stellvertreter Ralf Drack. Beim zweiten Vorschlag handelt es sich um eine Wohnung am Marktgelände.
Trotzdem erbot sich der Verein Bedenkzeit, wollte erst eine Nutzerbefragung. Dafür sei auch eine Verlängerung der Frist mit dem Vermieter vereinbart worden. Bürgermeister Rabl will davon nichts gewusst haben. Und so erfolgte am 25. September die Kündigung. Zugleich verkündeten Rabl und die FPÖ-Stadträte die Gründung eines neuen Vereins namens "FreiRäume".
Laut Rabl keine politische Einflussnahme: "Das kommt aus den Reihen des Vereins selbst. Ich wehre mich gegen politische Instrumentalisierung. Wir wollen nur besseren Service für die Nutzer erreichen."

Kritik & Gesprächsbereitschaft

Doch von der Opposition kommt scharfe Kritik: "Jene Vereine, die in der Altstadt 8 beheimatet sind, fühlen sich von den Freiheitlichen unter Bürgermeister Rabl überrumpelt", so SPÖ-Spitzenkandidatin Petra Wimmer. „Über Nacht ein neuer Verein, das ist kein Umgang.” Auch die Grünen zeigen sich schockiert: "Rabl scheint sich nicht für die Anliegen der Zivilgesellschaft zu interessieren. Vielmehr will er alles, was er nicht völlig kontrollieren kann, kaputt machen", so Stadtparteivorsitzende Stefanie Rumersdorfer. Und selbst der Koalititionspartner der FPÖ, die ÖVP, findet klare Worte: „Städtische Initiativen sollen losgelöst von Einzelentscheidungen des Bürgermeisters funktionieren“, sagt Wirtschaftsstadtrat Peter Lehner. Parteikollege Peter Csar sekundiert: "Mit der Vertragskündigung wird eine vorbildliche Gesellschafts-Initiative zu Grabe getragen. Diese 16.500 Euro muss sich die Stadt doch leisten können.“ Rabl zeigt sich gesprächsbereit: "Wenn es Mehrheiten gibt, werde ich sie akzeptieren, auch wenn ich anderer Meinung bin."

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