Neo-Diakon in Pfarre Hl. Familie
"Ich hatte nie Interesse an der Kirche"

Bischof Manfred Scheuer (l.) weihte Johannes Hofer am 10. November im Linzer Mariendom zum Diakon.
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  • Bischof Manfred Scheuer (l.) weihte Johannes Hofer am 10. November im Linzer Mariendom zum Diakon.
  • Foto: Andrzej Gorgol

WELS. (mef) Eigentlich hatte Johannes Hofer nie die Absicht Diakon, geschweige denn Pfarrer, zu werden.

"Nach meinem Abschluss an der Handelsakademie Perg wollte ich eigentlich nach einem ruhigen Bürojob Ausschau halten", sagt Hofer, der am 29. Oktober 1986 in Linz das Licht der Welt erblickte und in Windhaag bei Perg aufwuchs. Zudem zeige er nie ein wirkliches Interesse an der Kirche.
"Während der Kindheit plagte mich jedoch einst eine Lungenentzündung, in meiner Jungend suchten mich von Zeit zu Zeit epileptische Anfälle heim", verrät der heute 32-Jährige. In diesen dunklen Abschnitten seines Lebens begann der Glaube eine immer wichtigere Rolle zu spielen. "Damals betete ich unter anderem regelmäßig Rosenkränze. Nach und nach wurde meine Sehnsucht nach dem Glauben immer größer."

Einschneidendes Erlebnis

Den Meilenstein auf Hofers Weg ins Priestertum bildete eine Wallfahrt nach Međugorje - ein Ort "an dem das Gebetsleben besonders praktiziert wird" - in Bosnien und Herzegowina. "Nach Matura und Zivildienst schrieb ich viele Bewerbungen, auf welche hauptsächlich Absagen als Antwort folgten. Dadurch hatte ich die Zeit an der Wallfahrt meiner Heimatpfarre teilzunehmen." Im Anschluss daran war für den jungen Mann aus dem unteren Mühlviertel klar, dass er "etwas im kirchlichen Bereich machen wollte".

Auf der Suche nach seiner Rolle im Christentum "führte ich anschließend viele Gespräche mit dem Pfarrer meiner Pfarre und zelebrierte mitunter die Osterfeierlichkeiten im Stift Schlägl." Im Alter von 21 Jahren begann für Johannes Hofer schließlich das Priesterseminar. "Das Studium - ich verbrachte vier Jahre in Salzburg und drei Jahre in Innsbruck - war für mich ein wichtiger Reifungsprozess. Erst während dieser Ausbildung kristallisierte sich immer mehr heraus, dass ich Priester werden wollte."
Nach dieser Erkenntnis "führte ich viele Konversationen mit dem Regens - Anmerkung: die Ausbildungsleitung - und dem Bischof der Diözese Oberösterreichs über meinen Wunsch."

Dies sei nötig, da die beiden Personen den Studierenden intensiv auf seinem Weg begleiten und danach die Pfarre, in der jener das pastorale Einführungsjahr absolviert, auswählen. Letzteres absolvierte der frischgebackene Theologe mit einem Hang zur Mathematik bis September 2018 in der Pfarre Heilige Familie in der Welser Vogelweide. Darauf folgte ein weiterer wichtiger Schritt für den angehenden Priester. "Im Verlauf einer festlichen und ungefähr eineinhalbstündigen liturgischen Feier wurde ich am 10. November von Bischof Manfred Scheuer im Linzer Mariendom zum Diakon geweiht. Ein solcher verschreibt sich mitunter den Armen sowie Hilfsbedürftigen und assistiert dem Priester der jeweiligen Pfarre", sagt Johannes Hofer, während er bis über beide Ohren grinst.

"Im Juni 2019 steht dann meine Priesterweihe an. Zumindest theoretisch, denn das kommt ganz darauf an, wie ich mich fühle und ob ich mich dieser Rolle bereits gewachsen sehe. Falls nicht, kann ich mich ein ganzes Jahr auf diese Rolle - so umfasst das Aufgabenfeld eines Priesters mitunter die Letztverantwortung über die jeweilige Pfarre und den Seelsorgebereich - vorbereiten." Bis es soweit ist, verbringt der junge Mühlviertler noch mindestens sechs ganze Monate in der Welser Vogelweide.

Ob es den Neo-Diakon in Zukunft wieder aus Wels wegzieht und wie er Weihnachten feiert, wollten wir wissen. "Ich werde die Pfarre in den nächsten zwei bis drei Jahren sicherlich noch einmal wechseln, da ich noch mehr Gotteshäuser kennenlernen möchte. Weihnachten feiere ich mit ganzem Herzen. Demnächst stehen bereits die Proben für den "normalen" und den Kindergottesdienst an. Nach den Messen am 24. Dezember werden der Pfarrer und ich wahrscheinlich gemeinsam Abendessen und einige Momente Inne halten", sagt Hofer, dessen Mutter zu Beginn seiner Ausbildung an Krebs verstarb. "Am 27. und 28. Dezember werde ich dann zwei Tage zu Hause verbringen und meinen Vater, meinen Bruder, meine Schwester, Verwandte sowie Freunde besuchen."

Bischof Manfred Scheuer (l.) weihte Johannes Hofer am 10. November im Linzer Mariendom zum Diakon.
Johannes Hofer fand durch seine Krankheiten den Weg zum Glauben.

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