Schlägerbanden in Wels
Polit-Debatte nach Attacke

Tatort Hafergasse: Hier am Stadtplatz an der Ecke zu den hinteren  Altstadtgassen kam es in jener Nacht zu zweien der Übergriffe.
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  • Tatort Hafergasse: Hier am Stadtplatz an der Ecke zu den hinteren Altstadtgassen kam es in jener Nacht zu zweien der Übergriffe.
  • Foto: laumat.at
  • hochgeladen von Mario Born

WELS. Diese Vorfälle schockten Oberösterreich, sorgten landesweit für Schlagzeilen: Wie berichtet kam es in der Nacht von 5. auf 6. Juni in der Welser Innenstadt zu Übergriffen. Scheinbar grundlos schlug eine Bande zwei Männer (22, 28) nieder. Auch ein 16-Jähriger wurde attackiert. Angst ging um in der Messestadt. Die Politik schaltete sich ein, die Polizei ermittelte fieberhaft. Nun, eine Woche später, sind die Täter gefasst.
Rückblick: Gegen 23 Uhr gingen an besagtem Samstag Notrufe wegen Raufereien am Stadtplatz und in der Hafergasse ein. Streifen rasten zum Tatort. Vor Ort lag der 28-Jährige bewusstlos am Boden – niedergeschlagen von einer 15-köpfigen Bande. Kurze Zeit später griff diese in der Schmidtgasse den 22-Jährigen aus Wels an. Beide Opfer mussten ins Spital. "Wir lösten sofort eine intensive Fahndung aus", so Polizeichef Klaus Hübner – ergebnislos.
Gegen 0.28 Uhr laut Polizei der dritte Vorfall: Drei junge Männer sprachen in der Hafergasse den 16-jährigen Alexander G. aus dem Bezirk an, verlangten Geld. Es kam zum Streit, am Ende sank der Teenager ohnmächtig zu Boden. "Ich habe einfach nur Angst gehabt", so G. im Gespräch mit der Rundschau.

Große Nervosität

Der Aufschrei war groß. Politiker aller Couleur zeigten sich entsetzt von der Brutalität der Taten, die Forderungen reichten vom Sicherheitsgipfel bis hin zum Maßnahmenpaket (siehe unten). Polizeichef Hübner und Sicherheitsreferent Gerhard Kroiß (FPÖ) nahmen Gespräche auf. Unmittelbare Folge: Die Exekutive erhöhte die Präsenz in der Innenstadt, speziell mit Fußstreifen. "Die Polizei weiß, was sie tut und ist bereit für die Ausgangslockerungen", so Kroiß. Dennoch war die Nervosität mit Blick auf die ShoppingNight und die Public-Viewings zur EM am folgenden Wochenende groß.

Zwei verschiedene Gruppen

Zugleich nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen auf, Beamte werteten das Videomaterial der Nacht aus – mit Erfolg. Schnell war klar, dass es sich um zwei Gruppierungen handelte. "Hinter den ersten beiden Vorfällen steckt eine tschetschenische Bande, gegen die schon wegen mehrerer Straftaten im Raum Wels ermittelt wird", so Hübner. Beim Übergriff auf Alexander G. relativierte sich der Verdacht auf einen Raubüberfall. "Hier gab es einen Wickel zwischen dem Trio und dem Burschen", so Hübner. Die Verdächtigen – ein 15-, 16- und 19-Jähriger aus Wels und gebürtige Österreicher – sind gefasst. "Sie sind nicht amtsbekannt", sagt Hübner.
In der Stadt ist Ruhe eingekehrt. "Das Wochenende blieb, auch dank der hohen Polizeipräsenz, ohne Konflikte", so der Polizeichef. "Aber ich habe mir mittlerweile ein Fahrrad gekauft", meint er augenzwinkernd mit Blick auf die SPÖ-Forderungen.

Videoüberwachung, Fußstreifen & Prävention

Die Übergriffe in der Welser Innenstadt haben auch die Stadtpolitik auf den Plan gerufen. ÖVP-Bürgermeisterkandidat Andreas Weidinger forderte die Einberufung eines Sicherheitsgipfels. Zudem brauche es einen Ausbau der Videoüberwachung, mehr Polizei in der Innenstadt, eine enge Kooperation mit der Gastro – auch durch private Sicherheitsdienste – sowie die Überprüfung der Ausleuchtung bekannter Brennpunkte.
Einen Sicherheitsgipfel lehnte Sicherheitsreferent Gerhard Kroiß (FPÖ) ab. "Ich habe hier großes Vertrauen in die Polizei." Er schließt sich jedoch dem Ruf nach mehr Polizeipersonal an und betont, dass die rasche Ausforschung der Täter ein Beweis für den Erfolg der Videoüberwachung sei. Er setzt jetzt hier auf Modernisierung.
Mehr Fußstreifen sind laut SPÖ-Bürgermeisterkandidatin Petra Wimmer der erste richtige Schritt. Sie wünsche sich mehr Personal für die Exekutive, zudem sei der Einsatz von Hundestaffeln und Polizisten auf Fahrrädern zu überlegen. Wimmer regt auch eine Sonderkommission von vier bis sechs Polizisten an, die, ähnlich wie in Linz, als „JuCops“ in Sachen Kriminalitätsprävention bei der Jugend unterwegs sind.

Tatort Hafergasse: Hier am Stadtplatz an der Ecke zu den hinteren  Altstadtgassen kam es in jener Nacht zu zweien der Übergriffe.
Tatort Hafergasse: Hier am Stadtplatz an der Ecke zu den hinteren  Altstadtgassen kam es in jener Nacht zu zweien der Übergriffe.

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