Politik jubelt über EU-Brief

Peter Lehner (VP), Peter Koits (SP) und Andreas Rabl (FP) kämpfen um ein Betriebsbaugebiet am Flugplatzareal.
  • Peter Lehner (VP), Peter Koits (SP) und Andreas Rabl (FP) kämpfen um ein Betriebsbaugebiet am Flugplatzareal.
  • Foto: Stadt Wels
  • hochgeladen von Mario Zeko

Wirtschaftsstadtrat Peter Lehner (VP) hat sich selten so über eine Nachricht aus Brüssel gefreut, wie am vergangenen Freitag: "Die EU-Kommission hat positive Signale für die Umwidmung eines Teils des Flugplatzes in Betriebsbaugebiet geschickt, wenn die entsprechenden Vogelschutzmaßnahmen und ein dazugehörendes Projekt geschaffen werden." Die EU reagierte auf eine Anfrage der drei OÖ Abgeordneten Paul Rübig (ÖVP), Karin Kadenbach (SPÖ) und Franz Obermayr (FPÖ). Das Trio schlug der Kommission unter anderem vor, zu den 75 der 106 Hektar des Flugplatzareals auch einen Teil des angrenzenden Truppenübungsplatzes (rund 26,5 Hektar) in Naturschutzgebiet umzuwandeln. "Damit stünden wieder 100 Hektar für den Brachvogel zur Verfügung. Der Panzerübungsplatz ist eigentlich das wertvollste Naturschutzgebiet des gesamten Geländes, weil sich in den Spuren der Panzer Tümpel bilden, die positive Auswirkungen auf die Natur haben", meint Lehner. Das Umwidmungsverfahren liegt bereits beim Land auf. Wann eine endgültige Entscheidung fällt, ist noch offen. "Sich auf einen Zeitpunkt festzulegen, ist bei diesem Verfahren einfach unmöglich", so Lehner.
Immer wieder tauchen bei der Flugplatzdebatte neue Aspekte auf. So droht der Republik Österreich ein Vertragsverletzungsverfahren, weil die Vogelschutzrichtlinien nicht eingehalten werden. Aus diesem Grund hat sich die Stadt renommierte fachliche Schützenhilfe in Form eines vogelkundlichen Gutachtens geholt. Dieses stammt vom allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen für Naturschutz und Landschaftsgestaltung Harald Kutzenberger aus Wilhering. "Wir wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen und alles tun, damit durch das geplante Betriebsbaugebiet Arbeitsplätze gesichert oder gar neu geschaffen werden können", meint SP-Bürgermeister Peter Koits.

Zur Sache:

Die Stadt Wels hält trotz der Mahnung der EU an der Umwidmung eine Teils des Flugplatzgeländes in Betriebsbaugebiet fest. Harald Kutzenberger, allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Naturschutz und Landschaftsgestaltung, hat im Auftrag der Stadt Wels ein vogelkundliches Gutachten erstellt und folgende Punkte hervorgehoben:

Der Flugplatz Wels beherbergt rund sechs Prozent des österreichweiten Brutbestandes des Großen Brachvogels. Konkret sind dies zur Zeit acht bis maximal neun von österreichweit rund 140 bis 150 Brutpaaren.

Die im Schreiben der EU-Kommission angesprochene hohe Bestandsdichte des Großen Brachvogels ist in erster Linie auf deren Isolierung am Flugplatzgebiet zurückzuführen. Ein weiteres Charakteristikum derartiger Populationen kann ein (auch ohne Fremdeinwirkung) plötzliches Erlöschen sein. Zudem besteht das Vorkommen seit knapp 15 Jahren. Daher sei eine Ausweisung nur aus diesem Gesichtspunkt als Schutzgebietsstrategie nicht dauerhaft aussichtsreich.

Die Umwidmung von rund 25 Hektar in Betriebsbaugebiet verringert die tatsächlich von den Tieren genutzte Fläche nur am Rande und in geringer Weise. Eine Veränderung des Brutbestandes ist daher nicht zu erwarten. Die Koexistenz von Naturschutzgebiet und Betriebsgebiet ist möglich.

Die EU-Kommission hat ein klare Aussage gemacht, dass laut Vogelschutzrichtlinie keine Mindestgröße für Schutzgebiete vorgeschrieben sei.

Autor:

Mario Zeko aus Wels & Wels Land

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