Hilferuf
Sorge vor Krise in der Pflege

Rund 500 Pflegekräfte aus dem Osten vermittelt der Verein St. Elisabeth. Aber die Lage an den Grenzen ist derzeit unsicher.
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Harald Drescher vom Pflegeverein St. Elisabeth kämpft derzeit um die Betreuung seiner Klienten.

WELS. Vor allem slowakisches Personal vermittelt der Welser Verein St. Elisabeth an gut 250 Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen. Doch seit Ausbruch der Corona-Krise ringt er um jede einzelne seiner rund 500 Kräfte. Das Hauptproblem: Die undurchsichtige Lage an der Grenze und die Informationspolitik der verantwortlichen Stellen.

Unsichere Lage

Denn: "Einmal heißt es, wer heimfährt, muss 14 Tage in Quarantäne, dann wieder, der Übertritt ist mit einer Arbeitsbestätigung möglich", so Obmann Harald Drescher. Derzeit warten 140 Pflegekräfte darauf, nach Österreich zu kommen. "Sie würden sofort, wenn Ein- und Ausreise gesichert wären." Doch auch der bisher gut laufende Fahrdienst sei jetzt obsolet. "Wir kommen mit den Leuten bis zur Grenze, aber wer holt sie dann ab?" Taxi sei zu teuer, Uber funktioniere nicht, Bus ginge nicht, weil wieder zuviele Menschen beieinander seien. Und so fahren bereits Patientenfamilien selbst hin und holen ihre Helfer." Und viele von denen blieben derzeit bei ihren Schutzbefohlenen, weil sie sich verantwortlich fühlten.

Kritik an Politik

"Das ist alles sehr aufreibend, da ist kein System dahinter", so Drescher. Von der Politik fühlt er sich alleingelassen: "Ich habe hier die Nummern von acht Hotlines und bei jeder sagt man mir etwas anderes." Und was nütze eine 100.000-Euro-Soforthilfe, "wenn man sofort Pfleger braucht?" Auch den Einsatz von Zivildienern sehen er und die Familien kritisch: "Die wollen ihre ausgebildeten Krankenpfleger und nicht Kräfte, die erst einmal geschult werden müssen."
Drescher wünscht sich einen "Hotspot" – einen Grenzübergang, bei dem Kontrollen dieser wichtigen Hilfskräfte schnell und sicher abgewickelt würden. "Sonst droht uns ein Kollaps."
Gerade habe hätte ihn eine Familie aus Wels kontaktiert, in der derzeit die Tochter die Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Mutter stemme. "Doch sie ist am Ende ihrer Kräfte." Der zuständige Pfleger aus der Ostslowakei solle jetzt kommen, mit einer Arbeitsbestätigung. Aber ob die nun reiche? "Muss denn erst jemand sterben?", sagt Drescher.

Wels öffnet Notunterkunft

Die Stadt Wels steuert dem Ernstfall entgegen: Sollte es massive Engpässe bei 24-Stunden- und mobiler Betreuung geben, sollen Pflegebedürftige in der Magazinstraße untergebracht werden. Dafür wurde jetzt das künftige Wohnheim für Polizeischüler mit 70 leeren Betten adaptiert.

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