Pyrotechnik zu Silvester
Vulkane, Raketen und Feuerwerk: Nicht alles ist erlaubt

Karl Rittmannsberger ist Sprengstoffsachkundiger und Pyrotechniker in der Landespolizeidirektion OÖ. Er unterrichtet auch Polizeischüler und koordiniert
alle Angelegenheiten des Entschärfungs- und Entminungsdienstes im Bundesland.
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  • Karl Rittmannsberger ist Sprengstoffsachkundiger und Pyrotechniker in der Landespolizeidirektion OÖ. Er unterrichtet auch Polizeischüler und koordiniert
    alle Angelegenheiten des Entschärfungs- und Entminungsdienstes im Bundesland.
  • Foto: Landespolizeidirektion OÖ
  • hochgeladen von Stefan Weninger

Feuerwerke sind der Knaller für den Jahreswechsel, aber nicht jedermann darf alles abschießen.

WELS (sw). Gerade jetzt werden jede Menge Raketen, Knaller und Vulkane für den Silvesterabend zum Kauf angeboten. Schwarzpulverfans sollten aber Vorsicht walten lassen: Nicht alle Feuerklassen der Pyrotechnikartikel sind uneingeschränkt für alle nutzbar. Karl Rittmannsberger vom Sprengstoffdienst der Landespolizei klärt auf:

Kategorien

"Grundsätzlich gibt es vier Kategorien von Pyrotechnikartikeln, die Klassen F1 bis F4. F1 hat eine Altersgrenze von 12 Jahren, diese Klasse beinhaltet Feurwerkscherzartikel wie etwa Knallfrösche. Die Klasse F2 ist ab 16 Jahren erlaubt. Sie beinhaltet verschiedene kleinere Raketen, Vulkane und Ähnliches. Für den Erwerb und die Verwendung der Kategorien F3 und F4 ist ein Pyrotechnikausweis sowie ein Bescheid der Bezirksverwaltungsbehörde erforderlich", so Rittmannsberger. Die in Österreich häufig benutzte Kategorie F2 ist zudem weiteren Reglementierungen unterworfen. So müssen Artikel mit einer CE-Kennzeichnung zertifiziert sein und im legalen Handel erworben werden. Zudem ist der Abschuss im Ortsgebiet, in der Nähe von Menschenansammlungen, Sportveranstaltungen, Kirchen, Krankenhäusern, Altersheimen, Tierheimen, geschlossenen Räumen und vor explosionsgefährdeten Gebäuden wie etwa Tankstellen verboten.  

Handhabung

"Wichtig ist auch: kein Alkohol. Durch Alkoholisierung passieren immer wieder schwere Unfälle. Bei den sogenannten Abschussboxen und bei Raketen ist für einen sicheren Stand zu sorgen, damit die Effektladungen auch dort hinfliegen, wo sie hin sollen und nicht, wie schon oft passiert, in die Menschenmenge", so Rittmannsdorfer. Weiters: " Unsere Erfahrungen zeigen, dass bei offiziellen Händlern gekaufte Ware in Ordnung ist, ganz anders sieht dies bei geschmuggelten Gegenständen aus. Diese vorwiegend aus dem tschechischen und polnischen Raum kommenden Pyrotechnikartikel werden oft durch Kinderarbeit unter nicht zertifizierten Bedingungen hergestellt. Sie werden von uns, dem Entschärfungsdienst der Polizei als nicht sicher eingestuft." Verboten ist auch das Erstellen einer "Superrakete" aus mehreren anderen. Dies kann nicht nur mit einer Verwaltungsstrafe enden, sondern auch mit dem Tod, wie vor Kurzem laut Rittmannsberger ein Fall aus der Steiermark gezeigt hat. Laut dem Oberösterreichischen Zivilschutz sollten zudem Blindgänger erst nach zehn Minuten wieder angegriffen und mit Wasser übergossen werden, um eine unkontrollierte Nachzündung zu vermeiden.

Vorsicht beim Kauf im Internet

"Wir stellten auch fest, dass immer wieder, besonders von Jugendlichen, Pyrotechnik per Internet in Ausland gekauft, nach Hause geliefert wurde. Fast immer handelte es sich dabei um Kategorien, die diese Personen legal nie hätten erwerben können. Wenn jemand verbotene Feuerwerkskörper besitzt, oder sie nicht wie erlaubt verwendet, dem können sie abgenommen werden und es droht eine Verwaltungsstrafe", so Rittmannsberger.

Karl Rittmannsberger ist Sprengstoffsachkundiger und Pyrotechniker in der Landespolizeidirektion OÖ. Er unterrichtet auch Polizeischüler und koordiniert
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