Welser Wochenmarkt-Pläne schreiten voran

Die Kälte macht den Produkten der Gemüsehändler im Winter zu schaffen. Ein neues Glas-Foyer soll Abhilfe schaffen.
  • Die Kälte macht den Produkten der Gemüsehändler im Winter zu schaffen. Ein neues Glas-Foyer soll Abhilfe schaffen.
  • Foto: Stadt Wels
  • hochgeladen von David Hollig

WELS. Um bei den Investitionen in den Welser Wochenmarkt an den richtigen Schrauben zu drehen, führte die Stadt Wels eine umfassende Umfrage unter Kunden durch. Die Frische und Qualität der Produkte sowie die Angebotsvielfalt wurden dabei sehr positiv bewertet. Das Gesamterscheinungsbild der Markthalle und des Freigeländes kommt jedoch weniger gut an. 578 Kunden füllten den Fragebogen aus. "Darauf sind wir stolz", heißt es aus dem Wochenmarkt-Team. Zur langfristigen Zufriedenheit der Stammkunden sowie zum Gewinnen neuer Kunden seien Investitionen unabdingbar. "Wir werden von keinem Punkt auf unserer Prioritätenliste abrücken." Die Liste umfasst zehn Forderungen (siehe unten). "Wir wollen einen großen Wurf landen. Das Budget der Stadt dafür umfasst zwei bis drei Einfamilienhäuser. Wenn wir uns die Blöße geben, dass das Geld in unsichtbaren Investitionen verschwindet, wäre das für uns alle ein Gesichtsverlust. Jetzt sollen den großen Worten endlich mal Taten folgen. Es gab ja schon mal eine teure Umfrage. Jetzt sind wir aber zuversichtlich", so die Stimme aus dem Wochenmarkt-Team. "Wir wollen künftig auch Jungfamilien und Kulinariktouristen ansprechen und hygienischer auftreten." Man hoffe, dass über die genaueren Pläne nicht durch politisches Geplänkel entschieden wird und dass ein Architekt mit Markterfahrung ausgewählt werde. "Man soll danach etwas von den Investitionen sehen. Das Geld darf nicht nur in unsichtbaren Lüftungen versanden." Etwa zehn Prozent mehr Umsatz sollen die Investitionen (rund 500.000 Euro) der Stadt bringen. Derzeit lockt der Wochenmarkt rund 750.000 Besucher jährlich an. Diese geben im Durchschnitt etwa 39 Euro pro Marktbesuch aus. Das ist mehr als bei anderen Märkten. Marktreferent Peter Lehner bezeichnet den Wochenmarkt als "modernes Produkt in alten Kleidern". Die Halle besteht seit 20 Jahren. Die hohe Bedeutung des Marktes sieht Lehner durch den großen Rücklauf der Fragebögen bestätigt. Für Bürgermeister Andreas Rabl sind die Märkte ein wichtiger Bestandteil der Welser Identität.

Kostenlos parken

Ein großes Thema sind die Parkmöglichkeiten. Lehner schlägt vor, Marktbesuchern von 6.00 bis 9.00 Uhr kostenloses Parken in der Tiefgarage am Kaiser-Josef-Platz zu ermöglichen. Diese wechselte kürzlich den Eigentümer und soll bald saniert werden. Der ÖVP-Stadtrat schließt so wie Rabl von sich aus keinen Wunsch auf der Prioritätenliste des Wochenmarkt-Teams aus. "Ein großer Knackpunkt ist aber das Baurecht. Der Architekt soll sich darüber Gedanken machen, der hat die richtige Ausbildung dafür." Die strengen Fluchtweg-Regelungen und die notwendigen Zustimmungen der mehr als 200 Anrainer könnten beispielsweise dem Bau des Glas-Foyers im Weg stehen. Die Lösung könnte ein Pavillon sein. Begleitet wird der gesamte Prozess von Standortentwickler Egger & Partner. "Qualität und Vielfalt sind bereits sehr gut. Aber wir könnten noch monatliche Schwerpunkte einführen", wirft Geschäftsführer Thomas Egger ein. Eine Baustelle stellt auch der Mittwoch als frequenzschwacher Tag dar. Im Jänner 2018 erarbeiten Stadt Wels und Marktbeschicker eine Zukunftsstrategie, darauf folgt ein Architektenwettbewerb. Erste Teile des Umbaus werden 2018 stattfinden, der größte 2019 außerhalb der Hochsaison.

Die Prioritätenliste

Von der Forderung der folgenden zehn Maßnahmen möchte das Wochenmarkt-Team keinesfalls abrücken:

1) Glas-Foyer senkrecht oder 45 Grad bis zu den bestehenden Stützpfeilern (Durchleuchtung der Markthalle und Kälteschutz für Gemüsehändler)
2) Ansprechende Außen-Markisen zur Beschattung
3) Neue Außen-Fassadenfarbe in freundlichen Markt-Tönen
4) Standler-Förderung für individuelle Renovierung einzelner Stände
5) Malerarbeiten im Innenbereich
6) Energiesparendes Lichtkonzept
7) Ansprechend gestaltete Deckenhänger, um auf kulinarische Food-Trends hinzuweisen
8) Jährliches Werbebudget für die Markthalle Neu
9) Ausstattung des neuen Glas-Foyers mit modernen Sitzgelegenheiten
10) Neues Marktlogo

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