Interview
Laurenz Pöttinger (ÖVP) wird neuer Nationalrat für das Hausruckviertel

Laurenz Pöttinger folgt auf Angelika Winzig.
  • Laurenz Pöttinger folgt auf Angelika Winzig.
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Laurenz Pöttinger zieht mit 2. Juli in den Nationalrat. In seiner neuen Position will er sich der Abgabenquote, einer Versicherungsleistung bei kranken Mitarbeitern und Entlastung älterer Mitarbeiter einsetzen.

HAUSRUCKVIERTEL (jmi). Laurenz Pöttinger, WKO-Bezirksobmann und Chef von Pöttinger Metall, wird mit 2. Juli in den Nationalrat einziehen. Möglich wurde das, weil die OÖVP-Spitzenkandidatin Angelika Winzig rund 85.000 Vorzugsstimmen bei der EU-Wahl bekam und somit ins EU-Parlament einziehen wird. „Gratulation an unsere Spitzenkandidatin Angelika Winzig, die bei den Vorzugsstimmen unter die Top drei aller Parteien in ganz Österreich gekommen ist“, sagt OÖVP-Landesparteiobmann Landeshauptmann Thomas Stelzer.

Dass das freiwerdende Mandat im Regionalwahlkreis Hausruckviertel an Pöttinger geht, hat der OÖVP-Landesparteivorstand einstimmig beschlossen. „Die Region Hausruckviertel bekommt mit Laurenz Pöttinger wieder eine starke, verlässliche und kompetente Stimme im Nationalrat“, erklärt Stelzer. Der Grieskirchner VP-Bezirksparteiobmann Peter Oberlehner erzählt: „Ich gratuliere Laurenz auch auf diesem Wege sehr herzlich und wünsche ihm für die Arbeit, auch im Interesse unseres Bezirkes, in Wien alles Gute! Gerade in politisch spannenden Zeiten ist es besonders wichtig auf allen Ebenen gute Vertreter unserer Region zu haben und Laurenz wird das, so wie wir ihn ja auch in seinen bisherigen Funktionen kennen gelernt haben, ganz sicher mit großem Einsatz und Geschick machen!“

Pöttinger hat der bei der Nationalratswahl 2017 insgesamt 2.348 Vorzugsstimmen erhalten. Das zweite Mandat für das Hausruckviertel im Nationalrat hat Klaus Lindinger inne.

Mit der BezirksRundschau sprach Laurenz Pöttinger über die Themen, die er als neuer Nationalrat angehen will.

Herr Pöttinger, sind Sie vom Ergebnis überrascht?
Pöttinger:
Ich habe natürlich gewusst, wenn Angelika Winzig den Sprung ins EU-Parlament schafft, dass ich ihren Sitz erhalte. Ich wurde hier schon gefragt, bereits im Sommer zu starten, statt den geplanten Termin im Jänner 2020. Natürlich war der Wahlkampf von Angelika Winzig genial – mit sovielen Vorzugsstimmen. Wobei man sich schon nicht mehr so sicher war mit den ganzen politischen Turbulenzen in der letzten Zeit.

Wie geht es für den Bezirk Grieskirchen weiter?
Ich übergebe mein Obmannsamt der WKO Grieskirchen an Günther Baschinger. Nach zwei Wirtschaftskammerperioden wäre das Amt im Frühjahr ohnehin ausgelaufen – die Übergabe mache ich aber jetzt schon. Was mein Unternehmen angeht: Ich habe tolle Mitarbeiter und ein gutes Führungsteam, die mich in meiner Abwesenheit bestens ersetzen können. Der Nationalrat ist auch kein Fulltimejob und es besteht auch kein Berufsverbot. Es fallen ja auch noch meine Tätigkeiten als Stadtrat in Grieskirchen und als Obmannstellvertreter der Gebietskrankenkasse weg. Das wird in Zukunft für mich in von der Arbeitsaufteilung halbe-halbe werden zwischen Unternehmen und Nationalrat.

Welche Themen wollen Sie in den Nationalrat bringen?
Das globale, große Thema für ganz Österreich wird die Abgabenquote sein: Hier sollen wir unter 40 Prozent kommen. Dabei hoffen wir, dass dies die neue Regierung, die hoffentlich schwer geprägt ist von unseren Ideen, weiterverfolgt. Davon profitiert nicht nur das Hausruckviertel sondern das ganze Bundesland. Wichtig ist, dass Österreich international weiterhin wettbewerbsfähig ist. Auch für die Mitarbeiter ist es wichtig, mehr zu verdienen und, dass ihnen netto mehr bleibt. Da haben wir Luft nach oben – oder steuertechnnisch: Luft nach unten.

Was steht noch an?
Weitere Themen betreffen Fachkräfte und Arbeitslosigkeit. Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass eine Entlastung bei älteren Arbeitnehmern stattfindet. Sie verdienen meistens schon mehr – in Sachen Lohnnebenkosten muss man hier noch mehr machen. Damit sie auch wieder genommen werden, wenn sie arbeitslos werden. Ein weiterer Punkt ist, wenn ein Mitarbeiter von Krankheit betroffen ist und länger ausfällt. Hier müsste man, meiner Meinung nach, als Gesetzgeber eine Versichungsleistung machen, damit die Kosten nicht an dem einzelnen Betrieb hängenbleibt. Besonders für Klein- und Mittelbetriebe ist es in so einer Situation nicht zumutbar, dieses Risiko einzugehen. Und auch der Mitarbeiter muss eine Chance haben, am Arbeitsmarkt einen Platz zu finden. Eine Versicherungsleistung wäre eine Win-Win-Situation, von denen Betriebe und Mitarbeiter gleichermaßen profitieren würden. Es wäre ein menschlicher Zugang.

Das sind Themen, die Sie als Unternehmer selber kennen?
Als Führung eines Betriebes spüre ich dieses Dinge am eigenen Leib. Es schadet darum nicht, dass ich meine Erfahrung in die Politik einbringen darf. Es kommen auch viele Leute mit ihren Anliegen zu mir – das nehme ich wirklich ernst und versuche, ihnen zu helfen. Dass man das in der Region spürt, glaube ich auch – weil ich das Feedback bekomme. Das will ich im Nationalrat weiterführen.

Interview von Julia Mittermayr.

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