Interview Klaus Lindinger
"Man kann nicht 24/7 nur für die Politik laufen"

Nationalrat Klaus Lindinger
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  • Foto: Parlamentsdirektion/Photo Simonis
  • hochgeladen von Stefan Weninger

Klaus Lindinger ist Gemeinderat in Fischlham, 30 Jahre alt und seit einem Jahr Abgeordneter im Nationalrat für die ÖVP.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?
Angefangen hat es damals mit dem Willen sich für die Jugendinteressen in meiner Heimatgemeinde Fischlham einzusetzen. Mein Freundeskreis und ich gründeten, nach Anraten des damaligen Bürgermeisters, die JVP-Ortsgruppe in Fischlham, bei der ich Obmann Stellvertreter wurde. 2009 war ich dann einer von zwei Junggemeinderäten. Im Jahr 2015 brachten wir dann drei Leute unter 30 Jahren in den Gemeinderat. Nebenbei hat eines das andere ergeben. Ich war dann innerhalb der Jungen ÖVP sehr engagiert und konnte auf Landesebene viel Erfahrung sammeln.

Warum sind Sie in der Politik geblieben?
Ausschlaggebend war meine Schwester. Während ich den Präsenzdienst ableistete, absolvierte meine Schwester ihr freiwilliges soziales Jahr. In dieser Zeit bekam sie nicht nur weniger Geld im Monat als ich, ihr wurde auch die Familienbeihilfe gestrichen. Ich hab dies damals in der Jungen ÖVP auf Bundesebene eingebracht, damaliger Bundesobmann war frisch Sebastian Kurz. Er hat damals dieses Anliegen in die Bundesregierung und den Ministerrat gebracht und innerhalb eines Jahres wurde beschlossen, dass Menschen, die ein freiwillige soziales Jahr absolvieren, die Familienbeihilfe bekommen. Das war der ausschlaggebende Punkt für mich, sich einzusetzen und Dinge zum Positiven hin zu verändern.

Welche Ziele verfolgen Sie im Nationalrat?
Meine Ausschüsse sind der Landwirtschafts-, Umwelt-, Budget-, Sport- und Geschäftsordnungsausschuss. Das sind Themen, mit denen ich sehr glücklich bin. Ich selbst komme ja aus der Landwirtschaft und betreibe mit meinen Eltern gemeinsam den Betrieb zu Hause. Wichtig ist mir vor allem die Stärkung des ländlichen Raumes. Da gehört auch der Ausbau der Infrastruktur dazu. Nicht nur der Ausbau der Straßen und Wege, sondern auch des Breitbandnetzes. Zudem geht es mir in der Landwirtschaft um Bewusstseinsbildung. Wir müssen den Konsumenten aufmerksam machen, wie hoch die Qualität in der Produktion ist und diese näher an ihn heran bringen. Es freut mich deshalb, das immer mehr Hofläden und Bauernmärkte eröffnen.

Gibt es negative Seiten im Leben eines Nationalrates?

Zur Zeit kann ich eigentlich nur viel Positives sagen. Laut den Aussagen meiner älteren Kollegen war dem nicht immer so. Die Diskussionen sind natürlich ab und an stellenweise schwierig und der Ton scharf. Nicht desto trotz gibt es aber keinen Kuhhandel, sondern man einigt sich. Ein Nachteil ist aber, dass man weniger Zeit hat. Am Wochenende und abends sind meist Termine und am Tag finden die Sitzungen und Ausschüsse in Wien statt. Zeit für meine Hobbys bleibt da kaum. Ich sage aber auch: Man muss sich gezielt Zeit gezielt herausnehmen. Man kann nicht 24/7 nur für die Politik laufen.

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