Watschn für Blau, roter Sieg & türkiser Triumph
So stimmten Wels und Wels-Land ab

Wels bleibt rot: Trotz Verlusten blieb die SPÖ in der Stadt auf Platz eins, die ÖVP holte sich noch vor der FPÖ den zweiten Rang.
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  • Wels bleibt rot: Trotz Verlusten blieb die SPÖ in der Stadt auf Platz eins, die ÖVP holte sich noch vor der FPÖ den zweiten Rang.
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WELS, WELS-LAND (mb, hape). Die Nationalratswahl 2019 am Sonntag, 29. September, fiel klarer aus, als es sich Analysten wünschen können. Die politischen Umbrüche der vergangenen Monate in Österreich wie auch die beherrschenden Themen weltweit spiegeln sich in der Stimmabgabe wieder. Die Orientierungslosigkeit in der SPÖ und die Skandalserie in der FPÖ kamen der ÖVP genauso zugute wie die Klimadebatte den Grünen. Und wie immer war OÖ das "Schlüsselland", in dem sich das Bundesergebnis eins zu eins widerspiegelt. Umso signifikanter sind da die Abweichungen in der Region Wels.
So siegte mit Stand Dienstag, 30. September, im blau regierten Wels nicht nur erneut die SPÖ trotz Verlusten (siehe Grafiken). Sondern die ÖVP schaffte es sogar auf den zweiten Platz – für Statutarstädte als rote Hochburgen mehr als ungewöhnlich. Das letzte Mal kam das 2006 vor. Die FPÖ landete mit 19,78 Prozent auf Platz drei. Eine Niederlage, die laut Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) dem Bundestrend geschuldet ist. "Immerhin liegt das Ergebnis um fünf Prozent darüber." Doch: Nach Auszählung der Wahlkarten schrumpfte der Abstand nicht nur auf rund 3,5 Prozent. Die Freiheitlichen verloren in Wels mit minus 9,93 Prozent sogar mehr Wähler als die blaue Partei bundesweit (minus 9,76 Prozent).

Bezirk geht zurück an ÖVP

Doppelt bitter: Nicht nur in der Stadt überflügelte die ÖVP die Freiheitlichen. Auch im bislang blauen Bezirk musste die FPÖ den Stab an die Türkis-Schwarzen abgeben. "Es ist uns gelungen, wieder die Nummer eins zu werden", so Klaus Lindinger, Obmann der Bezirks-ÖVP. Seine Partei schoss mit mehr als 15 Prozent der Stimmen vor der FPÖ durch das Ziel. Der Einbruch der Blauen fiel dafür im Bezirk mit minus 10,03 Prozent noch deutlicher gegenüber dem Bundestrend aus. Selbst der Verlust der Genossen hielt sich in der naturgemäß konservativen Region mit insgesamt rund 4,4 Prozent im Bundesvergleich eher in Grenzen.

Grüne mit bestem Ergebnis

Deutlicher Sieger in der Stadt wurden die Grünen: Wie im Bund fuhren sie hier ihr historisch bestes Ergebnis ein. Im Bezirk erreichten sie wieder ihre Stärke von 2013.

Statements aus dem Wahlkreis

Grüne:
Bei den Grünen im Wahlkreis "Hausruckviertel" herrscht Jubelstimmung: "Es ist ein sensationelles Ergebnis, nahezu historisch", sagt Spitzenkandidat Ralph Schallmeiner aus Thalheim. "Auch, wenn wir das Endergebnis abwarten müssen: Es ist ein eindeutiges Comeback der Grünen. Der Wähler hat eindeutig honoriert, dass wir aus eigenen Fehlern gelernt und bis zuletzt, bis heute Mittag sogar, gekämpft haben." Bezüglich einer möglichen türkis-grünen Koalition möchte er "jedoch noch nicht vorgreifen". Heute werde erst einmal gefeiert, dann analysiert.
SPÖ:
„Gespaltene Gefühle“ herrschen dagegen bei der SPÖ. Petra Wimmer, Nationalrätin und Spitzenkandidatin im Wahlkreis, will „nicht bestreiten, dass wir bundesweit das schlechteste Ergebnis aller Zeiten eingefahren haben.“ Immerhin „haben wir Platz zwei vor der FPÖ erreicht, auch wenn das Ergebnis der Blauen kein Grund zum Jubeln ist.“ Auch sonst steht Selbstkritik ganz oben: „Wir haben alles gegeben, aber müssen wohl überlegen, wie wir unsere Themen, die de facto nahe am Menschen sind, wirklich transportieren und besser verkaufen können.“ Die Grünen hätten das geschafft, „es gab generell einen starken Trend zu den Grünen, nicht zuletzt aufgrund der weltweiten Bewegung für mehr Klimaschutz.“ Positiv sieht sie den Wahlausgang in Wels: „Wir haben hier ein gutes Gefühl, werden wieder Nummer eins sein“ – was dann auch eingetreten ist. Und was den Nationalrat betrifft: „Ich bin letztens froh, dass wir wieder starke Grüne und damit wieder starke linke Parteien im Parlament haben.“
Neos:
„Eine Chance für eine stabile Regierung – egal, ob wir dabei sind oder nicht“, sieht Otto Pjeta aus Steinerkirchen, zweiter Spitzenkandidat der Neos im Wahlkreis. „Wir sind in einer stetigen Aufwärtsentwicklung, haben sicher Boden bei neuen Wählerschichten erschlossen.“ Natürlich wäre es aber „gut, wenn wir möglichst viel mitreden können“.
ÖVP:
NrAbg. Klaus Lindinger (ÖVP): "Große Freude über ein Ergebnis das ein Erfolg für Österreich ist. Wir sehen einen Auftrag, dass der Kurz-Weg fortgesetzt werden soll. Auch im Bezirk (Wels-Land) ist es uns gelungen, wieder die klare Nummer eins zu werden. Dir Koalitionsfrage hängt von den Verhandlungen ab. Die FPÖ ist keine Option, weil sie erstens selber nicht will (Aussage Harald Vilimsky (FPÖ), im ORF) und zweitens weil ich bei vielen persönlichen Gesprächen den Eindruck gewonnen habe, dass wir als ÖVP uns das nicht mehr antun sollten."
FPÖ:
Die Welser FPÖ ortet laut Bürgermeister Andreas Rabl auf nationaler Ebene eine bittere Niederlage. "Das Welser Ergebnis liegt aber um fünf Prozent darüber...dem Bundestrend geschuldet," ist Rabl optimistisch. Was Wien und die dort entstandenen Skandale betrifft, gibt es klare Forderungen des Stadtoberhauptes, "es gehört aufgeräumt, unser Frühjahrsputz kommt nach dieser Wahl."

Wels bleibt rot: Trotz Verlusten blieb die SPÖ in der Stadt auf Platz eins, die ÖVP holte sich noch vor der FPÖ den zweiten Rang.
Der Bezirk ist türkis-schwarz: Die ÖVP holte sich nach 17 Jahren Wels-Land zurück und verwies die FPÖ auf Platz zwei.
Autor:

Mario Born aus Wels & Wels Land

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