Neuanfang für den ESV Wels als Fußballverein

Am ESV-Platz wird in der neuen Saison wieder Fußball gespielt – unter anderem gegen die Blaue Elf und das 1b-Team von WSC Hertha.
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WELS. Nach vielen Streitigkeiten und Klagen wurde der ESV Wels Fußball Ende April 2017 ans Ende der 1. Klasse Mitte-West gereiht und alle Spiele mit dessen Beteiligung annulliert. Zunächst blieb unklar, ob und in welcher Form der Name des Eisenbahner-Sportvereins in der Saison 2017/18 auf der Fußball-Landkarte aufscheint. Mittlerweile ist klar: Der ESV Wels tritt in der 2. Klasse Mitteost an, als neu gegründeter Tochterverein des ESV Wels unter dessen Obmann Heinrich Göttlinger. Der frühere Zweigverein ESV Wels Fußball besteht zwar weiterhin, der OÖ Fußballverband stellte seine Leistungen für ihn jedoch ein. "Deswegen haben wir ihn nicht eingeteilt. Der ESV Wels hat unter Göttlinger einen Aufnahmeantrag gestellt und sämtliche Kriterien erfüllt", sagt Verbandsdirektor Raphael Koch. Der neue Zweigverein - 2004 spaltete sich der heutige ESV Wels Fußball gänzlich ab - legte eine Spielerliste vor und stellt in der neuen Saison eine Kampfmannschaft, Reserve, U8, U10, U12, U14 und U16. Die Erwachsenenteams setzen sich, wie für neu gegründete Vereine vorgesehen, aus Spielern zusammen, die zumindest 1,5 Jahre lang bei keinem Verein gemeldet wurden und aus bis zu drei ehemaligen ESV Wels Fußball-Spielern, wie der neue und auch frühere sportliche Leiter, Nikolai Radlev, verrät. Die ehemaligen Spieler des Vereins von Obmann Jürgen Huber dürfen so wie sämtliche Jugendspieler, die der ESV Wels übernommen hat, nur übergangsmäßig ein Jahr lang beim neuen Verein spielen. Danach müssen sie zum Stammverein zurückkehren, sofern dieser für die Saison 2018/19 die Aufnahmekriterien des Verbandes erfüllt. Verbandsdirektor Koch hält dies jedoch für unwahrscheinlich, es werde dann kaum parallel ein ESV Wels und ein ESV Wels Fußball an der Liga teilnehmen.

"Ganz schwierige Situation"

Von großen Zielen für die erste Saison des neuen Vereins wagt Radlev nicht zu träumen: "Die Spieler haben nie gespielt und waren großteils nur Hobbykicker. Das ist eine ganz schwierige Situation. Wir versuchen einen Neubeginn und wollen eine kräftige Kameradschaft bilden." Sportlich wertvoll ist die erste Spielzeit jedoch allemal. In der 2. Klasse Mitteost warten Derbys gegen WSC Hertha 1b und die Blaue Elf Wels. "Das ist für die Fans und allgemein für Wels gut", freut sich Radlev. Im Zuge der Krise kam gegen Ende der Saison die Idee auf, dass der ESV und die Blaue Elf einen gemeinsamen Fußballverein führen könnten, da die Stadt Wels in einem solchen Fall die Sanierung des ESV-Platzes großzügig subventionieren würde. Dass diese Pläne für 2018/19 konkret werden könnten, streitet Radlev jedoch ab. Gemeinsam mit Obmann Helmut Hörmandinger (Stellvertreter von Göttlinger beim "Mutterverein") und Trainer Zdravko Gajic (zuletzt als Jugendtrainer beim ESV Wels-Fußball aktiv) beginnt der Sportliche Leiter "bei null. Wir haben wohl aufgrund der letzten zwei Jahre nicht mehr so viele Zuschauer, aber wenn wir gut spielen, kommen sie wieder!" Die Saison beginnt für sein Team am 20. August, 17.00 Uhr, mit einem Auswärtsspiel bei Union Mühlbach.

Nachtrag: Die Verantwortlichen des ESV Wels Fußball betonen, dass laut Beschluss des Rechtsmittelsenates des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) die Entscheidung des Protestkomitees des OÖ Fußballverbandes vom 16. Mai, dem ESV Wels-Fußball-Einspruch gegen den Ausschluss der Kampf- und Reservemannschaft aus der damals laufenden Meisterschaft nicht stattzugeben, nicht gilt. Das Protestkomitee hat also aufgrund "Begründungsmangels" im Nachhinein erneut darüber zu entscheiden. Vereins-Rechtsanwalt Walter Rinner zufolge ist der ESV Wels Fußball derzeit der einzige Verein, der den ESV-Platz benutzen darf. Weiters habe der OÖ Fußballverband den Verein "schwer geschädigt", indem er "statuten- und rechtswidrig" die ESV Fußball-Spieler für andere Vereine freigeschaltet habe. Dem Verein hätten laut Rinner Ablösesummen in Höhe von etwa 200.000 Euro zugestanden. Vorläufig sei dem Verband ein Teilbetrag von 150.000 Euro in Rechnung gestellt worden. 
Rinners Ansicht nach werden daher alle Spiele von Vereinen, die mit Spielern des ESV Wels Fußball auflaufen, mit 0:3 strafverifiziert werden. Für 2018 peilen Rinner und Obmann Huber den Wiedereinstieg ein: "Ja, wir werden antreten!"

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