Sitzen ist das neue Rauchen – Bewegung als Prävention ist unausweichlich

Yoga am Berg kann Wunder bewirken
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ejh. Die WHO empfiehlt, täglich sieben Kilometer oder 10.000 Schritte zu gehen. Weltweit geht der Durchschnitt 400 Meter am Tag. Die ersten Folgen sind sichtbar.

Eine Studie von 2015 im Auftrag der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) und Fit Sport Austria zeigt die entstehenden Kosten durch Inaktivität und den Nutzen von Bewegung auf. Dabei wird ersichtlich, dass volkswirtschaftliche Einsparungen von bis zu 530,08 Mio. Euro (Obergrenze) durch Aktivität erzielt werden können. Erst im April 2019 hat das Institut für Sportökonomie (spea.at) ausgerechnet, dass die direkten Kosten im Gesundheitswesen, welche ausschließlich auf körperliche Inaktivität zurückgeführt werden können, bereits heute bei 1,7 Milliarden Euro jährlich liegen. Hinzu kommen indirekte Kosten in Höhe von 750 Millionen Euro, die durch Krankenstände, Invalidität und Mortalität ausgelöst werden, Tendenz steigend.

In den letzten eineinhalb Jahrzehnten konnte der Fitness- und Gesundheitsmarkt einen stetigen Anstieg verzeichnen. Aufgrund eines wachsenden Bewusstseins für die Notwendigkeit der eigenen Gesundheitsvorsorge durch Bewegung, ist der Markt gewachsen, dies bestätigte auch Mag. Michael Pfob, B. A. Stv. Geschäftsbereichsleitung mediFit Wels.   „Im Jahr 2018 ist der europäische Fitnessmarkt um 1,2 % gewachsen, die Anzahl an Mitgliedern ist um 3,5 % auf 62,2 Millionen Mitglieder gestiegen,“ führte Mag. Pfob weiter aus.

Sportstätten ersetzen Krankenbett
Insgesamt folgen knapp die Hälfte aller Oberösterreicher (45 %) den Bewegungsempfehlungen des Fonds gesundes Österreich mit mindestens 150 Minuten körperlicher Aktivität pro Woche. „Nur knapp ein Drittel führt an mindestens zwei Tagen muskelkräftigende Übungen aus. Beides zusammen wird von rund einem Fünftel der Oberösterreicher durchgeführt“, erläutert Mag. Oliver Drachta Sportwissenschaftler der OÖ Gebietskrankenkasse/Gesundheitsförderung und Prävention. „Wer schadet „z´fleiß“ seinem eigenen Körper durch ungesundes Verhalten? Wir glauben niemand. Allerdings unterschätzen nicht wenige Menschen die Risiken der einseitigen Ernährung, der geringen Bewegung und des Rauchens. Leider. Das ist der Kern des Problems. Dagegen hilft nur Aufklärung. Und für Versicherte Kurse und Angebote für die eigene Gesundheit zu schaffen! Das tut die OÖGKK“, fügte Mag. Drachta hinzu. Geboten werden Bewegungsangebote für unterschiedliche Versicherten- und Altersgruppen, wie z.B. Nordic Walking, Bewegt im Park, Rücken mach mit, Kinderleicht, BGF-Games, Bewegungsangebote für Schulen und Betriebe. Dabei arbeiten sie mit Experten aus Betrieben, Verbänden, Vereinen, Schulen und Institutionen mit Gesundheits- und Bewegungsschwerpunkt zusammen. Von finanziellen „Belohnungen“ hält Mag. Drachta weniger, da sie zwar einen Anreiz darstellen können, jedoch nicht zu einem Bewusstseinswandel führen.
„Fast wöchentlich werden weltweit medizinisch wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die die Bedeutung des Sports für die körperliche und seelische Gesundheit belegen.
Es geht dabei nicht nur um Vorbeugung und Behandlung. Selbst in Fällen wo früher „absolute Bettruhe“ verordnet wurde, sagt die Medizin heute: „Bewegung,“ teilte der ASVÖ Oberösterreich mit. Bewegung ist also beinahe so „über“- lebensnotwendig wie Trinken, Essen und Schlafen.  

Im Gesundheitsbericht Oberösterreich 2017 wurde erhoben, dass die Oberösterreicher durchschnittlich 163 Minuten pro Woche aufwenden, um alltägliche Wege zu Fuß zu gehen. Damit liegt Oberösterreich im Bundesländervergleich am vorletzten Platz. Die Personengruppe 75 Jahre und älter weist dabei die höchste Fußgänger Aktivität auf.
Dass die Generation 50+ sich vermehr körperlich und geistig fit halten möchte, bestätigt auch mediFit. Im mediFit Wels liegt das durchschnittliche Alter der Mitglieder bei 56 Jahren. Das Besondere, dass medizinische Training mit Fitness angeboten wird, spricht vor allem diese Altersgruppe an. Sie erwarten sich hohe Qualität und fachliche Kompetenz und sind auch bereit für Qualität mehr Geld auszugeben.

Bewegung ist das beste Antidepressiva
Doch nicht nur die Physis profitiert von Bewegung, auch die Psyche wird massiv positiv beeinflusst. Prim. Priv.-Doz. Dr. Reinhold Fartacek (Facharzt für Psychiatrie und Neurologie) begann eine Studie zum Thema „Bergwandern und psychische Erkrankung: Ein Therapieansatz?“. Die Ergebnisse waren - wie schon so oft - eindeutig. Die Hoffnungslosigkeit ist der Parameter schlechthin, wenn es um Suizid geht, denn ein Mensch der noch einen Funken Hoffnung in sich trägt, nimmt sich nicht das Leben. Die Hoffnungslosigkeit hat sich in der Wandergruppe signifikant (p < 0,001) gebessert und die Suizidgedanken sind signifikant gesunken (p < 0,001).
Eine Studie von Blumenthal et al. 1999/2007 zeigt: Bewegung ist gleich effektiv wie Antidepressiva! Bewegung verbessert die Gehirndurchblutung, sowie die neurale Plastizität, sie führt zur Stimulation der Gefäßneubildung im Gehirn und stimuliert das serotogene System (Stimmung). Studien die diese Ergebnisse erhoben haben, sind zum Teil schon 20 Jahre alt und nichts hat sich bisher geändert.
Eine Studie der Österreichischen Ärzte (aegu.net) von 2016 belegt den positiven Effekt auf die Gesundheit, welchen eine Mitgliedschaft in einem Sportverein hervorruft. Das weiß auch der Präsident des unabhängigen, überparteilichen ASVOÖ, Peter Reichl, zu bestätigen. „Genau das kommunizieren wir, bzw. unsere mehr als 1.600 Sport-Vereine und Sektionen seit Jahrzehnten“, teilte Reichl abschließend mit.

Autor:

Erwin Hofbauer aus Wels & Wels Land

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