Energie AG investiert Millionenbetrag in Welser Müllverbrennungsanlage

Seit Errichtung hat die Energie AG am Welser Standort mehr als 250 Millionen Euro investiert.
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WELS. Seit fast 25 Jahren betreibt die Energie AG Oberösterreich am Standort Wels thermische Anlagen zur Abfallverwertung. Die Linie I, die seit Bestehen des Standortes im Dauerbetrieb ist, wird dieser Tage einer grundlegenden Servicierung unterzogen. Bei dieser Gelegenheit werden auch Erweiterungen und Erneuerungen vorgenommen, um einerseits technischen, andererseits aber auch betrieblichen Anforderungen besser gerecht werden zu können. Im Herbst erfolgt in einem zweiten Schritt die Großrevision der 2006 in Betrieb gegangenen Linie II. Die Energie AG hat in den Standort Wels seit Errichtung und in die aktuellen Maßnahmen zur Ertüchtigung und Modernisierung der Anlagen mehr als 250 Millionen Euro investiert.
„Die Verwertungsanlage in Wels ist das Herzstück der oberösterreichischen Mülllösung. Sie sichert unter Einhaltung höchster Umweltstandards die fachgerechte und saubere Müllverbrennung und die Fernwärmeversorgung der Stadt Wels“, so Technik-Vorstand Stefan Stallinger. „Mit der Servicierung und Erneuerung der Anlage investieren wir in die Sicherheit der Anlagen und schaffen die Voraussetzungen, effizient zu fairen Preisen eine fachgerechte Entsorgung anbieten zu können“, ergänzt Geschäftsführer Thomas Kriegner, Energie AG Oberösterreich Umwelt Service GmbH.

4,3 Millionen Tonnen Müll in 25 Jahren

Seit Beginn der thermischen Müllverwertung wurden in den beiden Verbrennungslinien in Wels insgesamt 4,3 Millionen Tonnen Müll behandelt. Dabei wurden rund 1,1 Terawattstunden Wärme (mit dieser Menge können rund 140.000 Haushalte ein Jahr lang mit Wärme versorgt werden) oder 2,2 Terawattstunden Strom (entspricht dem Jahresstrombedarf von rund 650.000 Haushalten oder fast zwei Millionen Einwohnern) erzeugt.
Die beiden Linien am Standort Wels sind für einen Gesamtjahresdurchsatz von rund 320.000 Tonnen ausgelegt. Dabei wird nicht nur das Müllvolumen um rund 90 Prozent reduziert, sondern gleichzeitig auch Strom und Wärme erzeugt. Die Stromerzeugung deckt den Jahresbedarf von rund 60.000 Haushalten oder fast 180.000 Einwohnern, mit der verfügbaren Wärmeleistung kann der gesamte Wärmebedarf des Fernwärmenetzes der Stadt Wels gedeckt werden. Mit der Strom- und Wärmegewinnung kann gleichzeitig ein wesentlicher Beitrag zur Verringerung der Treibhausgase und der CO2-Emissionen erreicht werden.

Revision nach 25 Jahren

Die Linie I der Welser Abfallverwertung ist mit einer verarbeitbaren Gesamtjahresmenge von rund 80.000 Tonnen die kleinere und ältere Linie am Standort. Entsprechend haben sich in den fast 25 Betriebsjahren die Technik und die Anforderungen weiterentwickelt bzw. geändert. Aus diesem Grund wird derzeit die Linie I einer Großrevision unterzogen. Die Betriebsunterbrechung wird auch dazu genutzt, entsprechende Umbauten und Optimierungen der Anlage durchzuführen.

Umrüstung erhöht Wirtschaftlichkeit

Ein Hauptteil der Arbeiten findet im Inneren des Verbrennungsraumes statt: dort wo normalerweise das Müllfeuer mit rund 1.000 Grad Celsius brennt, wird die Auskleidung des Brennraumes komplett erneuert. Dabei wird der Brennraum auch auf eine neue, effizientere und effektivere Schutzmethode umgerüstet. Die Innenausstattung mit hochfeuerfesten Schamottmaterial wird durch ein Schutzsystem ersetzt, auf das ein hochbeständiger, aus Speziallegierungen bestehender Schutzmantel aufgeschweißt wird. Die Erfahrungen aus der Linie II, bei der dieses System bereits zum Einsatz kommt, haben die Langlebigkeit der neuen Materialien bestätigt und untermauern die Wirtschaftlichkeit dieser kostspieligen Umrüstung.
Ebenfalls getauscht werden bei der Umrüstung die Überhitzerpakete aus dem Kesselhaus. Die Rohrpakete, die bis zu zehn Meter lang und mehrere hundert Kilo schwer sind, müssen im Kesselhaus zerschnitten und dann ausgehoben werden. Umgekehrt erfolgen die Montage und das leckagelose Verschweißen in der Endposition wieder im Gebäudeinneren. Die Dichtheit dieser Rohrleitungen ist für den Betrieb von besonderer Bedeutung, weil hier der Dampf für die Dampfturbine von 253 auf über 400 Grad Celsius überhitzt wird. Erst mit dieser Temperatur und der damit einhergehenden Sättigung (es sind keine Wassertropfen mehr im Dampf) ist eine sichere Dampfnutzung auf der Turbine zur Stromerzeugung möglich.
Im Kesselrost in der Hauptbrandzone werden im Zuge der Revision Roststeine aus neuen, langlebigerem Material eingebaut. Ziel ist es, die Einsatzdauer der Steine deutlich zu verlängern und die Entwicklung der Steine so weit voranzutreiben, dass ein mehrjähriger Einsatz erreicht werden kann. Bei den Umbauten wird zudem eine neue Verbindung zwischen den beiden Verbrennungslinien geschaffen. Damit kann sichergestellt werden, dass bei Anlagenstillstand die in Betrieb verbleibende Linie stets im prozessoptimierten Zustand betrieben werden kann. Zum ersten Mal kommt diese Neuerung bei der Revision und Ertüchtigung der Linie II im Herbst dieses Jahres zu tragen.

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