21.10.2014, 09:09 Uhr

Klinikum Wels-Grieskirchen als Baby-friendly Hospital zertifiziert

Baby-friendly Hospital: Das Klinikum Wels-Grieskirchen wurde unter Projektleitung der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtenhilfe als Baby-friendly Hospital zertifiziert. (Foto: Klinikum Wels-Grieskirchen/)
BEZIRK. Stillen fördert die Gesundheit von Baby und Mutter. Die von der WHO und UNICEF initiierte Auszeichnung „Baby-friendly Hospital“ ist ein Qualitätsmerkmal für die Betreuung der Mütter durch die MitarbeiterInnen der Geburtenabteilung. Das Modell, das das Wohlergehen des Kindes vom Moment seiner Geburt an zum Inhalt hat, befähigt das betreuende Personal, schwangere Frauen und Mütter optimal zu unterstützen und zu beraten. Seit September 2014 ist das Klinikum Wels-Grieskirchen wiederholt als „Baby-friendly-Hospital“ zertifiziert.

Stillen und Stillberatung sind wesentliche Präventivmaßnahmen im Gesundheitsbereich. Stillen fördert das Immunsystem des Babys, stärkt die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind und senkt langfristig zahlreiche Krankheitsrisiken bei Kindern, aber auch bei ihren Müttern. Die WHO empfiehlt, alle Babys sechs Monate ausschließlich und dann mit adäquater Beikost bis ins zweite Lebensjahr hinein zu stillen. Der Trend zeigt allerdings, dass immer weniger gestillt wird. In Österreich beträgt die Rate der voll gestillten Säuglinge nach 6 Monaten nur noch 10 Prozent. Die Unterstützung von Müttern und Familien ist das Ziel der 1991 von WHO und UNICEF gegründeten Baby-friendly Hospital Initiative (BFHI).

Seit 1996 wird diese weltweit erfolgreiche Gesundheitsbewegung auch in Österreich durch das Österreichische Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (ONGKG) umgesetzt. „Baby-friendly Hospital“-zertifizierte Krankenhäuser erfüllen internationale Vereinbarungen, indem sie die von WHO und UNICEF ausgearbeiteten „10 Schritte zum erfolgreichen Stillen“ sowie den WHO-Kodex einhalten.

Qualitätsstandard „Baby friendly“ für ausgezeichnete Stillberatung
Stillen hat viele Gesundheitsvorteile für das Baby und die Mutter. Es dient nicht nur der Ernährung, sondern fördert auch die Mutter-Kind-Beziehung. Manchmal treten gerade zu Beginn der Stillzeit Schwierigkeiten auf und veranlassen Frauen dazu, das Stillen frühzeitig zu beenden. „Baby-friendly Hospital“-zertifizierte Einrichtungen unterstützen Mütter und Babys bei einem guten Start ins Leben. So auch die Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikums Wels-Grieskirchen. „Kompetente Beratung und einfühlsame Begleitung sind gerade am Stillbeginn wesentliche Faktoren, die zum guten Gelingen einer Stillbeziehung beitragen,“ betont Christine Ortner, BFHI-Projektleiterin und Diplomierte Kinderkrankenschwester am Klinikum Wels-Grieskirchen.
„Wir unterstützen die Mütter, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und mit ihrem Baby den für sie passenden Weg zu finden.“, ergänzt die Diplomierte Hebamme Petra Oberaigner.

Ziel ist, das Stillen zu fördern, aber auch jene Mütter, die nicht stillen können oder die sich bewusst für das Abstillen entschieden haben, optimal zu begleiten. „Die Wahl der altersgerechten künstlichen Säuglingsnahrung, ebenso die Zubereitung und Verabreichung dürfen nicht als bekannt vorausgesetzt werden. Diese Informationen samt der Bedeutung des Hautkontaktes für die Bindung, werden an die abgestillten Mütter weitergegeben.“, so Oberaigner weiter. In Einrichtungen mit einer Baby-friendly Hospital-Zertifizierung können Eltern darauf vertrauen, dass die Abteilung ein stillfreundliches Umfeld bietet und das gesamte Personal, das mit Schwangeren, jungen Müttern und Babys arbeitet, über besondere Fachkenntnisse verfügt.

Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen
Als Baby-friendly Hospital zertifiziert, erfüllt die Geburtenstation des Klinikums Wels-Grieskirchen wesentliche Qualitätsmerkmale. Beispielsweise sind alle MitarbeiterInnen – ÄrztInnen, Hebammen sowie Pflegepersonal – umfassend geschult, um eine bestmögliche Betreuung der Mütter entsprechend der festgelegten Stillrichtlinien zu garantieren. Schwangere Frauen werden in der Schwangerenambulanz ausführlich über die Bedeutung und Praxis des Stillens informiert.

Unmittelbar nach der Geburt sorgen die Hebammen dafür, dass die Mütter ununterbrochen Hautkontakt mit ihren Babys haben. Die Hormone, die dabei freigesetzt werden, fördern die Bindung und das Stillen von Anfang an. In Folge werden die Mütter beim Stillen praktisch unterstützt und beraten. Das 24 Stunden Rooming-in hilft Mutter und Kind, einen gemeinsamen Rhythmus zu entwickeln und fördert die Milchbildung durch häufiges Anlegen. Alle diese Maßnahmen wirken positiv auf die Gesundheit des Babys und beugen späteren Komplikationen und Erkrankungen vor.
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